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Titel: Die lichten Nächte
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aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 680
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[680] Die lichten Nächte. Die Mittheilungen eines unserer Leser über leuchtenden Nebel in mondfreien Nächten (S. 512 des laufenden Jahrgangs) hat uns eine Anzahl von Berichten über ähnliche Erfahrungen eingetragen. Erwähnenswerth ist vielleicht, daß mehrere dieser Beobachtungen sich auf Novembernächte mit milder ruhiger Luft beziehen. Eine Leserin, unweit des Bodensees, die, wie der erstere Einsender, durch Krankheit genöthigt ist, viele Nachtstunden am offnen Fenster zu verbringen, schreibt uns, daß sie die Erscheinung für die Durchleuchtung eines sehr dünnen Nebels durch Sternenschein halten müsse. „Lange Zeit,“ berichtet sie, „glaubte ich, das Zodiakallicht verursache diese jeweilige Erhellung des Nebels, bis ich vor ganz kurzer Zeit einmal an das Fenster trat und eine phosphorartig leuchtende, leichte Nebelwolke über den untern Theil des Pegasus und die Fische ziehen sah. Erstaunt blieb ich stehen, bis sie weiterziehend den Jupiter hellstrahlend hervortreten ließ, und ihr Leuchten verlor. Damit habe ich die oben ausgesprochene Ueberzeugung gewonnen. Auf diese lichten Nächte folgte immer Süd- oder Südweststurm.“ So weit unsre Correspondentin, deren Erklärung gewiß auf manche Fälle der lichten Nächte Anwendung finden mag. Da man aber bei Sternen- und Planetenschein, selbst im Hochgebirge und in Italien, wenn die Luft noch so klar ist, nicht lesen kann, so findet dieser Deutungsversuch des Räthsels schwerlich auf die Fälle Anwendung, bei denen man – so gut lesen konnte, wie der heilige Antonius bei seinem Heiligenscheine.