Textdaten
<<< >>>
Autor: Eber-Hardt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Stufen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 69
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1885
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[69]

Die Stufen. Gedicht von Eber-Hardt. Originalzeichnung von. H. Dietrichs.

Im tiefen Urwald sank das Dunkel.
Das Lagerfeuer war verglüht,
Und einsam in den Lüften brauste
Des Orinoko wildes Lied.

Da tauchte aus den Palmenschatten
Ein lichtes liebes Bild hervor:
Ein hoher Giebel, daran schmiegt sich
Ein Treppenaufgang steil empor.

Ich kenne euch, ihr trauten Stufen,
Bedeckt mit Moos und unterwühlt:
Hab’ ich so oft zu euren Füßen
Doch schon als frohes Kind gespielt!

Wie schritt der trotzig wilde Knabe,
Wie schritt der liebesseel’ge Mann
So oft auf euch, ihr schmalen Steine,
Zu trauter süßer Rast hinan!

Jetzt schweif’ ich durch die weite Ferne
Ergraut das Haupt in fremdem Land –
Mir ist, als könnte ich nur sterben
Daheim, wo meine Wiege stand;

Mir ist, als sähe ich euch winken,
Ihr alten Stufen, schon bereit:
Wir führten dich einst in das Leben –
Komm wieder nun zur Ewigkeit!
     Rio de Janeiro 1884.