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Schedelsche Weltchronik d 261.jpg
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CCLX verso:Bearbeiten

Das sibend alter


Von dem todt vnd endschaft der ding

Der geperer aller menschen Adam was also beschaffen das die zeit hingieng vnd er in wesen blibe vnnd einiche endschaft des lebens. die wir von dem pyß tewfellischer versuchung den tod nennen in keiner zeyt weßt. aber auß vbertrettung goetliche gepots ist ime begegnet das er alßpald ein gesetz in dem flaisch den gesetz seins bemueets widerstrebende empfunden hat. also das er in dem schways seind antlitzs sein leben fueernn muost. vnd gehaissen wardt auß den wollustperkeiten in die duerftigkeit zeellenden forcht vnnd zitterung zeleyden. von der suend zestincken. nach verletzung des schoepffers verletzt zewerden. nach verachtung des verdiensts der gehorsamkeit die vngestuemigkeit des vihs vnd vnuernuenftiger thier zefuerchten. nach erfuellung flaischlicher begirde zerstoerlichkeit zeempfienden. nach verschertzung der vnschuld beschedigunng zegedulden. mit der zeit abzenemen. nach verlust des stands der vntoedlichkeit einzefallen. vnd durch auffwachsung des lebens zumm tod zeeylen. Also sind auch wir die von ime den vrsprung genomen haben zu vnueberwintlichen sorgfeltigkeiten. versuchungen vnd anfechtungen vnd zu letst zu dem erschreckenlichen tod verpunden. vnd haben die art vnd aigenschaft der natur. wanckelheit des gluecks. wandelperkeit des willens. befleckung der wollustperkeit vnnd stettigen ymmerweerenden krieg vnd streyt der anfechtung. Wenn wir eingeen in dise werlt so fahen wir an dem alter der vngesprechheit an. das versteet doch nichts was er hoert oder syht. von dannen kriechen wir in die kintheit darinn muogen wir nichtz bestendigs begreiffen. Auß der kintheit gelangen wir in das wachsend alter darinn die anzuendung der lustgirichkeit mit der art desselben alters vnd mit dem pluot auffwechst. Von dem wachsenden alter steygen wir auff zu dem alter der iugent. in derselben werden wir mit souil großern sorgen verwickelt als vil groeßer ding wir vns auß kuntheit vnd trost der iugent gethuern vndersteen. Nach der iugent werden wir in der manheit bestettigt vnd in derselben mit schweren streiten werltlicher eregirigkeit geytzigkeit. neyd. haß. begerlichkeit vnd mancherlay engstigung verzert. Auß der manheit steygen wir ab in die altheit alles vbels vol. vnd zu letst fallen wir auß der altheit in das verlebt abkomen alter der nydernaygung. in dem vns der ymmerwerend schreck vnd graw des gegenwertigen oder nahenden tods manet vnd erschrecket. O des duerftigen menschen nackend vnd vngestalt zwischen wehtzen vnd zehern geporn mit wenig milch zeerziehen zitterend vnnd kriechend frembder hilff duerftig. vngeruegis gemueets mit mancherlay seuechen vmbgeben. vnzallichen peinlichkeiten vnderworffen imeselbs rats vnd hilff vnuermueglich. mit vermischter freued vnd trawrigkeit in wacklende seiner wilkuer vngewaltig. seins nutzs nicht verstendig. vnd dermaß seiner speiß vnd getrancks vnwissend. vnd der die leyplichen narung die andern thiern oeffenlich fuergelegt ist mit vil muee vnd arbait suchen muoß. vnd den der schlaff erplaset. die speiß erplehet. das getranck vberstuertzt. die wach verploedet. der hunger verschmachtet. der durst verderret. vnd der von gegenwuertigen. vergangnen vnd kuenftigen dingen geengstigt wird. vnd im sey duerftigkeitn stolziert vnd hochmuotigkeit treibt. vnd seinerselbs gesprechlichkeit wissend. ein kuenftigs ase der wuerm. kurtzs lebens. zweifellichs alters. vnd tausenterlay geschlecht des tods vnderworffen ist. Ich wil geschweigen das wir also geklaibt sind das wir von der mueessigkeit verschmachten. von der arbait vermueedet. mit fresserey verdruckt. mit hunger außgehelligt. mit vnmassigkeit verletzt. vnd zu allen zeiten mit des himels lawff gewendet vnnd umgbezogen werden. vnnd der gluecks wanckelheit vnderworffen vnd alle ding in allem lawff des lebens aller angst. arbait. iamers. duerftigkeit vnd hinderlistigkeit vol sind. wenn wir aber die waffen der lieb vnd den schilt des glawbens zu vns nemen vnd vnßere werck zu beraytung des andern lebens anschicken so werden wir vnzweifellich alles dz das vns begenet vberwinden. Der tod ist ein aufloesung aller schmertzen vber dem vnßere vbel nicht steigen muegen. der vns auch in die geruosamkeit in der wir vorvnßerer gepurt warnn setzen wirdt. dann der tod ist den wolsterben menschen ein leben. darumb die die ein rechts leben gefueert haben die begern zesterben vnd bey Cristo zesein das sie das ewig liecht als ein belonung irs wolgehandelten lebens empfahen. vnd wo wor von diesen dingen hoehere betrachtung haben woellen so werden wir finden das der tod nichtz anders ist den ein ende zefunden. dann als Adam wider das gepot gottes in verschuldung vnd suend gefallen wz auff das denn die schuld mit leben nicht herwider keret noch Adam in der sund blibe so gabe got des Adams leib der auß der erden gemacht was der erden wider. nicht das got seiner geschoepften creatur. sunder der sund die die creatur begieng ein endschaft machet. Darumb ist got der anfang vnd das ende. wenn der wil so werden wir geporn. wenn er wil so sterben wir. vnd dise ding steen gantz in seinem goettlichen gewalt vnd nicht in vnßrer vermueglichkeit. aber das allain hat er vnßrer freyen wilkuor gelassen das wir wol vnd recht lebende am guot ende ergreiffen moechten. darumb ist dise einiche sach vnßer den hoehsten fleiß anzekeren dz wir in Christo vnßerm herrnn sterben. Welche menschen dasselb thun die sterben nicht sunder sie geen von der zerstoerlichkeit zu der vnzer-


CCLXI recto:Bearbeiten

Blat CCLXI
der werlt

stoelichkeit. von der toedlichkeit zu der vntoedlichkeit. von der vngeruogsamkeit zu der geruogsamkeit. Dem nach haben ettlich nicht vnschickerlich gemaynt das der tod nit allain nit boeße sunder aller guoter ding das groest sey. vnd wann vns nw weder der tag noch die stunnd vnßrer außforderung von hynnen bekant ist so ist vns haylper in dem willen gottes zeleben seine gepot zehalten vnd also alweg berayt zeseyn vnd mit beraytung nicht zeuerzichen. dann wir haben vil gesehen die in hoher gesuntheit des leibs bey ganntzen kreften sich nichtz solcher ding besorgende mit dem tod gehling hingezugkt worden sind. Hinwiderumb ettlich die bis zu verzweiflung der ertzte siechennde gesuntheit erlangten. So nw dise ding alle allain in gottes gewalt vnd macht steen so gepuert vns nichts anders mer zehandeln dann das wir (als vorgemeld ist) den gepotten in allem vnßerm leben bis in das end gehorsam seyen. Wir glawben alle stetigclich das got nach seiner pildnus den menschen gemacht hab. was mag vns nw leichtlicher begegnen denn disen koetigen irdischen leichnam den sundensack zelassen vnd zu dem wider zekeren der nicht verschmaht hat vns nach seiner gleichnus zemachen das der gaist des menschen mit dem gaist gottes erfuellet als taylhaftig der gotheit vnnd irer seligkeit zwischen den elgelnn vnnd choeren der heilligen ewigclich leben soell.