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Schedelsche Weltchronik d 186.jpg
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CLXXXV verso:Bearbeiten

Das sechst alter
Jar der werlt .vim.iic.iii.          Jahr christi .im.iiii.[1]
 
Johannes der .xix

JOhannes der .xix. ein roemer kom in mueessigkeit in den babstthumb vnd hanndlet nichts gedechtnus wirdigs vnd starb im fuenften iar seins babstthumbs.

 
Sergius der vierdt

SErgius der vierd auch ein roemer nach dem benanten Johanne babst erkorn was eins he[i]lligen lebens vnd angenems wandels. auch vor. vnd in dem babstthumb. gein den armen mylt. gein den freuenden vnd dienstpern wunsam. gein den straflichen senftmuettig. gein den vngehorsamen sytsam. vnd solcher kluogheit vnnd fuersichtigkeit das in allem seinem babstthumb nichtz gehandelt wardt darinn er als versewmlich oder schuldig het muegen geachtet werden. dann er keret (als denn die bischoff alle billich thun solten) alles sein gemueet hin zu got. alle ding vorbetrachtlich vnd wolhanndlende auß seiner angepornen natur vnd guotsittigkeit. Auß diss babsts rat vnd vermanung haben die welschen fuersten diser zeit in kraft gemayner puentnus die sie miteinander macheten die sarracen in kurtzer weil auß sicilia vertriben. Dieweil die ding in welschem land vnd in apulia also gehandelt wurden vnd in welschem land vnd schier in aller werlt tewrung vnd sterben herrschet do starb diser heilligst Sergius. im dritten iar seins babstthumbs. vnnd ruoet der stuol darnach acht tag.


Jar der werlt .vim.iic.xiii.          Jar christi .im.xiiii.[2]
 
Benedictus der acht

BEnedictus der acht ein tusculaner hat nach angang seins babstthumbs kayser heinrichen den andern nach aufsatzung babsts Gregorii des fuenften mit der kron des kaiserthumbs begabet. vnd sich in allen sachen darnach desselben kaisers schutzs vnnd schirms gepraucht. Aber er wardt nach absterben desselben seins beschirmers des babstlichen stuols entsetzet vnd ein andrer an sein statt geordnet. doch vertruoge er sich mit seinen widersachern vnd ihener babst wardt außgetriben vnd diser Benedictus wider eingesetzt. Vnlang darnach im .xii. iar seins babstthumbs starb er. Ettlich sagen. vnnd sunderlich Damianus der lerer das ein bischoff disen Benedictum auff eim schwartzen pferd sitzende eins tags in einer aynoede gesehen vnd gefragt hab. auß was vrsachen er also auff eim schwartzen pferdt ryte. do hab benedictus gesprochen. wie er so gar swerlich gepeinigt wuerdt. vnnd dem bischoff ein ende gezaigt dohin benedictus ettlich gelt verborgen het. vnd an den bischof begeret solch gelt in seinem namen den armen zeraichen. dann was gelts vormals in gestalt des almuosens gegeben worden wer das wer ime nit ersprießlich gewesen darumb das es auß rawberey eroberet wer worden. dem thet der bischoff volg vnd verließ alßpald auch sein bistthumb vnd vnderstuond sich eins cloesterlichen lebens.

 
Johannes der .xx.

JOhannes der .xx. ein roemer wardt zu babst zu der zeit als cunrat an des gestorben kaiser Heinrichs statt kayser erkorn wardt. von dem er darnach die kaiserlichen kron empfieng. der dann von den roemern nachfolgend mit auffruor vnd oeffenlichen kriegen angefochten vnd durch desselben kaiser cunrats macht vnd gewalt erledigt wardt mit bedroung wo die roemer den babst zebekuemmern nit vermeyden woelten das er inen den tod vnd außtilgung zufueegen woelt. Er starb im .xii. iar seins babstthumbs.


Jar der werlt .vim.iic.xxiii.          Jar christi .im.xxiiii.[3]
 
Benedictus der .ix.

BEnedictus der .ix. ein tusculaner wardt als ein vntuechtig. vnachtwirdig vnd vnwitzig mensch von den roemern auß dem babstlichen suol geworffen vnd iohannes der sabinisch bischoff. darnach Siluester der drit genant an sein stat genomen. vnd doch nach .xlix. tagen wider außgetriben vnd Benedictus widerumb eingesetzt. Vber wenig tag darnach hat diser Benedictus auß besorgknus voriger geferlichkeit einem ertzdiacon iohannes genant des babstthumbs freylich abgetretten. Oder (als ettlich sagen) den verkauft. darumb ist diser benedictus billich von aller menigclichem beschuldigt vnd auß goettlichem gericht verdambt. vnd nach seinem todt ettlichen menschen in grawsamer erschroeckenlicher gestalt sein vbeltat klagende erschynen. darumb entstuond auch die .xiiii. zwayung vol schand vnd ergernus zwischen disem benedicto vnnd andern.


CLXXXVI recto:Bearbeiten

der werlt
Blat CLXXXVI
 
Linea der kaiser: Heinrich der ander, Sant Kuenegund

HEinrich der ander ein hertzog zu bayern ist in dem iar der menschwerdung christi tausent vnd drey nach absterben kaysers otten des dritten durch die teuetschen churfuersten sich erstlich irs verlihnen rechtens der chur geprauchende zu kaiser erkorn worden vnd hat .xxii. iar geregirt. vnd wiewol er von ettlichen geschihtbeschreibern fuer den ersten Heinrichen gezelt wuerdt so sind doch ettliche sein schriften vnd brieff zu babenberg gesehen worden darinn er sich Heinrichen den andern geschriben hat. Darzu so wirdt er auch von ettlichen geschihtbeschreibern Heinrich der ander genant. vnd diser zal woellen wir vns auch in den nachfolgenden beschreybungen halten. Sein zukunft in welsche land verzohe sich auf .xii. iar von vil krieg wegen. die er mit den gallis vnd mit den von metz het. Darnach wardt er zu eim koenig des reichs von Willigiso dem Mayntzischen bischoff gesalbet. Er hat ime die Winden zinsper gemacht. Darnach von babst Benedicto dem achten die kaiserlichen bekroenung empfangen. vnd seinen ersten heerzug gein capuam gefueert vnd die sarracen darauß vertriben. vnd die statt Troiam in den enden apulie gelegen von den burgern eingenomen. darueber laystbuergen empfangen vnd sich widerumb gein rom gefueegt. Diser kaiser Heinrich wz ein fast cristenlicher fuerst vnd heilliger man. der mit kuenegunda seiner gemahel die iunckfrawschafft oder himlische keueschheit hielt. vnd auß irer beder rat vnd anraytzung warden koenig Stephan zu hungern vnd sein vnderworffens volck zum cristenlichen glawben bekeret. dann er vermehelt sein schwester demselben koenig. Nw lebet er also kewschlich vnd heilligclich mit seiner gemahel das ir yedes in dem tod an wunderzaichen leuechtet. dann sie ließen in irem leben nichtz zu goetlicher ere gehoerigs vnderwegen. vnd stifteten das babenbergisch[4] bischofthumb. dasselb mit vil guettern vnd zierden begabende. vnd auch die bischoflichen stifte Hyldeßheim[5] (alda er von kind auff erzogen vnd gelert ward) Magdeburg Straßburg Meichsen[6] Mersenburg[7] (die von den nahend geseßnen winden[8] zerruedet waren) wider auffgerichtet. Zu letst nach vil kriegen in beheym.[9] teuetschemland. vnd in welschem land[10] geuebet starb er an vil wunderzaichen nach seinem tod scheynende.

 
Cunrat der ander

COnradus der ander vom vrsprung ein schwab. oder (als ander woellen) von gepurt ein franckreichischer. vnd auß der muoter von den ersten Franckreichischen[11] koenigen (die von Troya komen) entspringende wardt nach absterben kaiser Heinrichs von den churfuersten in teuetschen lannden koenig erkorn. der dann dauor vnder kaiser Heinrichs ritterschaft ein hawbtman gewesen was. Diser koenig Cunrat verweylet sein zukunft in welsche land[10] schier drey iar. In mittler zeit macheten die welschen fuersten vnnd voelcker wider disen cunraten ein puentnus also. wenn er in welsche land koeme das sie ine mit gewappenter hand außtreiben wolten. Do solchs an ine gelanget do fueret er ein groß heer in welsche land. Vnd als ime aber zu mayland widerstand beschahe do verheeret vnd verwueestet er die landschaft darumb vnd belegeret die stat mit bedroung nit abzeziehen bis er die statt verprennet vnd geebnet het. Als aber der ertzbischoff zu Coelne am heilligen pfingsttag in einer kirchen nahend bey der statt das ambt der heilligen mess hielt vnd durch den gaist gesehen vnd disem Cunraten gesagt das sant Ambrosius der patron daselbst den teuetschen die außtilgung oder den tod gedroet het wo sie nit abzuehen. do brache er mit seim heer auff zohe gein rom vnd empfienge die kaiserlichen kron. zwischen Eudonem dem englischen vnd rudolffum dem burgundischen koenigen Darnach zohe er auß rom vnd ließ welsche land befridet vnd zohe wider die winden vnd hungern die bestritte er. vnd starb zu letst in nidern vttrich im .xvii. iar seins reichs.

Im dritten iar kaiser Heinrichs erschine ein scheuehlicher comet hyn vnd her flammen vmb sich strewende. Item im sibenden iar desselben kaisers wardt die sunn verfinstert vnd der mond pluotfar gesehen. vnd beschahe ein großer erdpidem. So fyel ein prinnende fackel oder seuln gleich wie ein thurn mit großem hal von himel. So wardt ein prunn in dem lothringischen land in pluot gekert kuenftigen iamer hungers vnd sterbens fuerkuendende. dann darauff kom schier in aller werlt ein solche tewrung vnd pestilentz das in welschen landen mer lewt mit tod vergiengen dann lebendig bliben.


  1. 6203. Jahr der Welt, 1004 n. Chr.
  2. 6213. Jahr der Welt, 1014 n. Chr.
  3. 6223. Jahr der Welt, 1024 n. Chr.
  4. Bamberg
  5. Hildesheim
  6. Meissen
  7. Merseburg
  8. Wenden, damals Sammelbegriff für die slawischen Stämme östlich der Elbe
  9. Böhmen
  10. a b Italien
  11. fränkischen, nicht französischen