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Schedelsche Weltchronik d 135.jpg
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Das sechst alter

Ambrosius der bischoff zu Mayland was ein roemer von ratherlicher wirdigkeit gar ein hailig mann vnd vnder allen lerern seiner zeit der fuernemst vnd oeberst. nach absterben Auxencij wardt er auß eim haidnischen richter pald zu Mayland auß goetlichem willen auß allermenigclichem zu bischoff erwelet. alßpald getawft vnd geweihet. dann es wardt eins kinds stymm gehoeret sprechende. Diser Ambrosius ist wirdig ein bischoff zesein. vnd wardt also der. ix. bischoff zu Mayland. vnd als er nw ettliche buecher des cristenlichen glawbens halb dem kaiser Graciano vberantwurtet het vnd mit gepuerlicher ere erbietung empfangen wardt: do hat sich gantz Welschland pald zum rechten glawben wider gekeret. vnd alles Gallia herdißhalb des gepirgs gelegen den rechten glawben angenommen. Diser Ambrosius was solcher guetmuetigkeit. heiliger sitten. scharppfer sinreichigkeit vnd goetlicher kunst weyse das er nit allain in seim leben sunder nach seim tod welschland vnd alle umbkrais zu seiner erwirdigen angedechtnus gefueert hat. Als diser Ambrosius noch unsprechend kind in der wiegen schliffe do bedecket ime ein scharm der pynen sein antlitz gleich ob sie in einen pynstock vnd darauß flugen. zu bedeuedtnus das aus seinem mund hoenigsueße lere fließen wurdt als sich das darnach gar warlich erschaint hat an der großen sueßigkeit seiner lere vnd schrift der er dann merckliche zal zu befestigung des glawbens vnd der kirchen gemacht hat. dann er hat vnder den lateinischen schreibern wie ein pluom geschinen. Diser heilig bischoff starb am vierdten tag des monats Aprilis.

Martinus der Turonensisch bischoff an heiligkeit vnd guetigkeit hohscheinper von der statt Sanbadie auß Pannonia geporn vnd in welschen land zu Papia erzogen hat mit seinem vater ein rittmaister vnder kaiser Constantio vnnd darnach vnder Juliano ritterschaft gepflegen wiewol vngern. Einßmals zu winter zeit begegnet im ein armer mensch mit dem taylet er sein klaid. darinn sahe er in der nacht darnach Christum geklaidet. da verließ er die ritterschaft vnd zohe zu Hilario dem picauiensischen bischoff. desselben zucht vnderwarff er sich vnnd pawet daselbst darnach ein closter von dem wardt er zu bischoff auffgenomen. sein leben was darnach mit solchen wunderwercken also beruembt das nach den apposteln ime keiner gegleichet wirdt. dann er verdienet zesein ein auffwecker dreyer todten. zu letst wandert er zu got im. lxxxi. iar seins alters. vnd im ersten iar des babsts Anastasu am. xi. tag. nouembris. Bey des begencknus was der heilig Ambrosius wunderperlich. vnd als er sein heiligkeit vnd tugent erlernet het do lobet vnd preyset er ine mit viel schoenen erlichen wortten

Thedosius der kaiser machet zu diesen zeiten mit Athamarico der Gothier koenig ein puendtnus. do kom Athanaricus gein Constantinopel zu Theodosio den empfing er mit großer froelichkeit. als nw Athanaricus die gepew der statt vnd die menig des volcks zu dem hohzeitlichen tag also gezieret sahe vnd darnach in dem kaiserlichen hoff so vil vnd mancherlay dienst vnd ampt besichtiget. do sprach er. o zweifel ein irdischer got ist der kaiser. welcher wider ine ein hand auffzeheben gesendt wirdt der sol seins pluots schuldig sein Aber schier darnach kome ine ein seuechen an das er starb. den ließ der kaiser gar erlich zu der erden bestatten. vnd was selbst bey seiner begencknus. als nw der koenig der Gothier also gestorben was vnd dieselben Gothier die tugent vnd guetigkeit des kaisers Theodosij mercketen vnd ansahen do ergaben sie sich alle aintrechtigclich demselben roemischen kayser vnd an das roemische reich.

Claudianus ein poet auß Hispania was diser zeit zu Florentz in werde gehalten vnd machet zway buecher treffenlicher lere vnd spruech. auch ein buech gepundens gedichts von lob vnd preiß des obgenannten kaisers Theodosij.

Prudencius auch einpoet vnd cristenlich man werltlicher schrift hoherfarn vnnd wissend hat diser zeit geleuechtet. der dann etliche lobwirdige dinge in goetlichen sachen gemacht hat. als ein buoch von den martrern. Item von dem ursprung der suend. Item von der trifeltigkeit. Item auch ein buoch wider einen Simacus genant der die abgoetter beschirmet etc.

Zu disen zeiten was Appollinaris ein bischof der statt Laodicee in Syria. ein man in der disputirung ernsthaftig. vnnd also scharpff das er getrost sprechen das von dem herren in der dispensatz der leib vnd nit die sel angenomen wer. Aber als er auß vrsachen geraitzt wardt saget er das er auch ein sel gehabt het. aber nit als sie vernueftig wer sunder als sie den leib lebendig machet. aber zu erfuellung vnd erstattung des vernueftigen teils sey das wortt gottes gewesen. Dieselb maynung wardt dauor von damaso vnd von petro dem alexandrinischen bischof vernichtigt vnd ausgeloescht. vnd von dannenheer haben die Appollinarischen ketzer iren ursprung vnd namen gehabt vnd empfangen

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der werlt

Jeronimus der heiligst vnd hochberuembst lerer. der roemischen kirche cardinal vnnd briester was geporn auß der statt Stridonis. die von den Gothier verwueestet wardt. vnd ettwen an Dalmacia vnnd Pannonia gestoßen hat. Diser in aller werlt an lere vnnd kunst clar man hat bey Bethleeem der statt des lands Palestine wonent dieselben gegent erleuechtet. Wie er aber der kirchen gottes mit seinem leben vnd schrifften gefuedert hab das kan man nit genuog sagen dieweil sein allerhailigst leben aller menigclichem fuerscheinet. vnd sein schrifft vnd lere in großem weerde vnd eren sind. dann er was ein fast wolgesprech man vnd weßt vnnd kund vil schrift vnd gezuengs. do er gein Rom kome wardt er zu eim Cardinal vnd briester geweihet. Gregorius nazanzenus was sein maister zu vnderweysung in der heiligen schrift. darnach name er an sich die klaidung bewerter closterlewt oder aynsidler in der wueestnus in Syria. nach vier iaren kome er wider gein Bethleem. daselbst hat er mit tichtung vnd schreybung vil buecher der cristenlichen kirchen einen vnbeweglichen thurn wider dz vergifft geschoß der vnglawbigen auffgerichtet. Es ist vnmueglich alle ding von disem heiligen mann zebegreiffen. Eins mals vmb vesperzeit als sant Joronimus mit seinen bruedern in der lection saß do kom ein großer leob hinckende in das closter gegangen. die brueder erschracken so gieng sant Jeronimus im als eim gast entgegen. der zaiget ime seinen verwundten fueeß den hailet im sant iheronimus do wonet der leob vnder inen als ein haymisch thier. vnnd Jheronimus verschied zu Bethlemm. xcviij. iar alt.

'Paula ein roemische fraw wunderperlicher heiligkeit vnd sant Jheronimi in cristo tochter vnd iungerin ist in disem iar wie sant Martinius im. Ivi. iar irs alters am xxvij. tag Januarij zu Bethleem verschieden. ir wirdigkeit vnd abgeschieden wandel verlassung irs vaterlands vnd wandrung gein Jherusalem hat der heilig Jheronim’ in eim buechlein mit großem lob erhebt vnd darinn ir pilgramschaft an heilige stett. ir demuet vnnd massigkeit. ir guettatigkeit gein den armen. ir vnglewpliche gedult. wirtschafft glawben. bestendigkeit wider die ketzer. vnd iren seligen außgang. auch di versamlung der heiligen in irer begengknus beschriben. Sie sagten dise Paula sey der gepurt vnnd des geschlechts Agamenonis des konigs der Troyen zerstoeret hab. die einen hohberuembten man auß dem roemischen iulianischen geschlecht geporn gegeben worden sey.

Pelagius ein closterman vnd fast boeser ketzer zohe von Rom in Engelland. vnnd vergiftet die selben inseln alle mit grawsamer irrung. dann er verkuendet das der mensch an die gnad gottes behalten werden moecht. vnd das ein iglicher mensch auß seinem verdienst vnd aigner tugent zu der gerechtigkeit geregirt wuedt. Er saget auch das die kindlein on erbsuend geporn wuerden. daruemb mueesten sie zu entledigung von der suendt nit getawft werden. Aber der heilig Augustinus mitsampt andern briestern setzet sich manlich wider disen ketzer. vnd machet darumb ein buoch von dem tawff der kider. So schryb sant Iheronimus auch ein buechlein wider denselben ketzer.

Alexius ein roemer vnd ein wirdiger vnnd heiliger beichtiger ist am. xvi. tag des monats Julii zu rom in dem haws seins vaters Eufemiani genant der ein rattherr was vnbekannt vnder einer steyg nach vil erliddner gedult gestorben vnd auf zu got gefaren. Bey des wundergeschiht voller begengknus oder begrebnus waren die kaiser Archadius vnd Honori’. dann er het umb gottes willen ein außdermaßen schoene gesposen verlassen

Iohannes crisostomus bischof zu Constantinopel ist diser zeit in cristo verschiden. der doch den cristenlichen wesen mit wortten ebenpild vnd lere fast fuerderlich vnd ersprißlich gewest ist der dann auch vmb beschirmung der warheit vnd gerechtigkeit von Eudoxia vnd Archadio vil beschwerde eridden hat.

Cassianus auch ein clostermann ein Constantinopolitaner oder Scitha vnd ein diacon des vorgenanten Johannis crisostomi ward von im gein Massiliam gesendet. Daselbst hat er zway closter gemacht. vnnd alda vil mans vnd weibs person zu cloesterlichem wesen versamelt vnd vil vnd mancherlay buecher vnd schriften zu gaistlichem stand dienstlich gemacht vnnd hinder ime gelassen.