Hauptmenü öffnen
109 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CX
Nächstes Blatt>>> 111
Schedelsche Weltchronik d 110.jpg
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.


CIX verso:Bearbeiten

Das sechst alter

Thimotheus ein iunger Pauli des apostels ein bischof zu Epheso einer glawbigen wittwen vnd doch eins haidnischen vaters sun wardt von demselben Paulo geordnet. vnd nach vil angsten mit marter gekroenet. doch sagen ettlich er hab vnder Nerone gelidden. dem in seiner marter zwen engel erschinen. sprechende. Hebe auff dein hawbt inn himel vnd syhe. do sahe er den himel offen vnd Jhesum ein coestliche kron haltende vnd sprechende. dise kron wirst du von meiner hand emfahen. dz sahe einer Appollinaris genant vnd ließ sie tawffen do hieß der richter sie bede enthawbten. Titus auch ein iunger Pauli ein bischoff der Cretensier hat nach getrewer außuebung des predigens ein seligs ende erlangt vnd von Paulo auß der statt Nicopoli einen sendbrief oder epistel empfangen. Crescentius was auch ein iunger des appostels pauli vnd wanddert durch Galliam vil menschen mit predigen zu den cristenlichen glawben bekerende.

Dionisius ariopagita ein hohberuembter naturlicher maister ist in der verfolgung Domiciani des kaisers mit Leuetherio dem briester vnd Kustico dem Diacon zu Paryß gemartert worden. dann als er von babst Clemens auß gepote sant Peters vnnd der Gallier zepredigen gesendet wardt. vnd das beuolhen werck des herren inpruenstigclich gehandelt het do wardt er mitsambt seinen gesellen yetzo newntzig iarig von Festennio dem richter der statt halßgeschlagen. verspuertzt. belacht. auff einen eyßen rost an das feuer gelegt. nackendt außgespant. vnd sunst in mancherlay weis gepeinigt vnd zu letst knyende enthawbtet. darnach truog er sein hawbt zwischen den armen auß leytung des engels an dz ende da er daranch rastet. Diser ist der Dionisius der zu athenis in dem leydden des herren Jhesu sprach. aintweders got der natur leyddet. oder das gantz gepew der werlt wirdt zerbrochen werden. die auch darnach der appostel Paulus getauften fleißissigckich vnderwisen vnd zu eim bischof zu athenis geordnet allda er dann einen großen teil der gegent zum cristen glawben gebracht vnd darnach in Gallia amm newnden tag octobris die marterkron empfangen. vnd als ein hohgelerter man vil treffenlicher erleuechter schrift hinder ime gelaßen hat. vnd er ist (als er in einen seiner buocher selbs bezeuegt) mit den andern appostelln bey der entschlaffung Marie der gottes gepererin auch gegenwurtig gewesen. Als er nachfolgend hoeret das Petrus vnd Paulus die apoostel von Nerone zu Rom enthalten wurden do kom er daselbsthin sie zebesihtigen. darauff wardt er (als vor stet) von dem babst Clemens geordnet.

Victorinus an hailigkeit vnd wunderwercken achtper vnd ein wirdiger bischoff der statt Emiterue. wardt als ein cristen man auß der statt zu dem kaiser Nerna gefuert vnd auß desselben befelhnus mit dem hawbt vndersichwartz gehenckt an eim end do stinckende vnd schwiflige wasser außflossen. vnd als er nw solche marter drey tag vmb den namen Jhesu bestendigclich gelidden het do sendet er gekroent amm fuenften tag des monats septembris seinen gaist auff zu Cristo Eutices vnd Marcus sind auch bey dem kayser Nerua gemartert worden. dann als Aurelianus der gespons Domicille vernomen het das dieselb Domicilla dise hailigen von irs glawbens vnd tugent wegen mer libet. vnd Nereus dise hailigen als knecht auff sein pawgueter auß. das sie das ertrich graben solten. aber nach dem sie allermenigclichen angename waren vnd wunderzaichen tetten warden sie zu letst auch getoedt am. xvi. tag des mayen.

Iohannes der appostel vnd ewangelist Jacobi des merern bruder der allergeliebst des herren Jhesu wardt in seinen mindern alter zu der iungerschaft berueft. Sie sagen diser Johannes der aller hailigst man soll bis an die zeit Traiani des keisers gelebt haben. Er hat (als er die Asianischen kirchen auffgerichtet het) der aller letst sein ewangelium geschriben. vnd die ding die von matheo marco vnd luca beschriben waren bestetigt. vnd (als sie sagen) die lere der ebionitischen ketzer vernichtigt die so wiewol vnwarlich sagten. dz Christus vor Maria nit gewesen wer. dann iohannes meldet sein goetliche natur so er spricht. Imm anfang was das wort etc. Er hat auch vil andre ding geschriben. nemlith das buoch der haimlichen offenbarung. als er von Domiciano in die inseln pathmon verschickt wardt. nach desselben todt vnd nach abstellung vnd vernichtung aller seiner als eins wueterichs handel vnd tate keret iohannes wider gein ephesim. daselbst hat er bis auf die zeit traiani des kaisers mit raten vnd schrifften die kirchen auffenthalten. vnd mit alter beladen imm. lxviij. iar nach dem leyden cristi imm herren geruoet. dann als er. xc. iar alt wz do gieng er eins suntags fruee in die kirchen vnd prediget dem volck vnd styge in ein vieregkete gruoben die er in der kirchen het heißen machen. do erschine ein ein groß liecht dz man ine nit sehen mocht nach hinweichung des lichts wardt die gruob vol himelprots vnd sein leichnam nit gefunden.


CX recto:Bearbeiten

Blat CX
der werlt

Die drit verfolgung der cristen menschen ist geschehen do sich das gemayn cristenlich wesen wunderperlicher weiß meret. dann wiewol Trayanus ein kaiser sundrer gerechtigkeit vnd guetigkeit was yedoch wardt er im zehenden iar seins keyserthumbs auß zutragung ettlicher boßhaftigen geraitzt zu ob villeicht dem roemischen reich einicherlay abbruch dauon entsteen moecht. dem nach verhienge er die dritten verfolgung wider die christen darinn der ertoedt warden. also das Plinius secundus der die prouintz regiret auß barmhertzigkeit von der menig wegen in dem doch nichtz der roemischen gesetz verletzlichs. noch auch sunst einicherlay mißstattlichs gefunden wuerd. dann allain das sie einem cristo als got lob suengen. aber eebruoch vnd solche laster wuerden bey inen vnzymlich gehalten. dauon wardt Traianus bewegt vnd schribe hinwiderumb das man die cristen nit ersuchen. sunder so sie vberantwurt vnd fuerbracht wuerden.

Ignacius ein bischoff zu Antiochia der drit bischoff daselbst nach sant Peter vnd ein iunger sant Johansen des ewangelisten ist in diser verfolgung nach dem er vil iar die kirchen geregirt het von Traiano zu Antiocha gefangen vnd den wilden thiern fuerzewerffen verurteilt worden. vnnd dieweil er von den knechten gein Rom gefuert wardt do bestettigt er alle cristenmenschen vnd erwegen im glawben. entweders mit gebet oder mit briffen also sprechend. Auff das ich Jhesum christum finden muog so sollen mich feuer. creuetz. wilde thier. zerprechung der gepayn. zerdenung des gantzen leibs vnd peinigung des teuefels finden so ich nuor Christum neueße. vnd als er der leoben gischray hoeret er die engel authiphonas singen. darumb ornet auch er das die in der kirchen gesungen solten werden. Er hat auch Mariam in vil sandbriefen die er ir schribe ein Cristragerin gegruesset vnd starb im. xi. iar Traiani.

Eustachius Placidus zugenambt des keisers Traiani rittermaister ist in diser grawsamen verfolgung mitsambt seinem weib Theospita vnd Agapito vnd Theospito iren suenen amm. xx. tag septembris vmb cristi willen gemartert worden. von der bekerung man wunderliche ding liset. dann Eustachius sahe einen schoenen hirschen auff dem geiayd vnd zwischen seinen hoernern das pild eins cricifix das redet ime zu vnd er wardt darumb getauft Hermes ein roemischer burger vnd durchleuechtiger ambtman der statt rom ward von Alexandro dem babst mit weib vnd kindern vnd der schwester Theodoza vnd auch mit tausent. ijc. l. knechten vnd iren weibern getawft. vnd in diser verfolgung ergriffen gekerkert vnd darnach am. xxviij. tag des monats augusti mit dem schwert gemartert vnd gericht.

Iosephus der iud genant Fluius ein briester vnd Mathatie des briesters sun ein hohberuembter geschihtbeschreiber vnd vil ding erfarner man. auch ein hertzog der iudischen kriegs dieweil Nero vnd andere regirten. wardt von Vespasiano vnd Tito in erobrung der iudischen lands gefangen vnd in ein erbere dinstperkeit gefuert. dann er was ein guoter vnd fuertreffenlicher man. der sich von Cristo gar wol verstunde. Diser Josephus verkuendet vorhin das nero in kuertz sterben vnd Vepasianus von aller diestperkeit. darnach wardt er gein Rom gefuert vnnd daselbst mit dem burgerrechten vnd auch mit dem namen des Flauianischen geslechts gegabet. vnd lebet alda bey den selben kayser. xv. iar gluecklich. darinn hat er siben buecher von der iudischen gefencknus geschriben. vnd damit verdient das man ime (als sant Jheronimus sagt) zu Rom ein seueln auffgerichtet. darnach auch. xx. andere buech er von dem alter der Juden von anbegynn der werlt bis auff den Judischen krieg. auch vil andere buecher. die alle von Russino dem Aquilegier zu lateinischer zungen darnach gebracht worden sind. Diser Josephus ist geporn gewest da Christus gecreuetzigt wardt vnd hat gelebet bis auff die zeit des kaysers Trayani vnd ist gar erlich gestorben.

Stacius der neopolitaner auß dem stattlein Epiroto pirtig hat zu Rom gereichßnet vnd daselbst. xij. buecher von dem Thebayschen krieg. vnnd sunst andere mer. buecher geschriben vnd gemacht. vnd nochzemal iung Claudiam die tochter Apolinaris zu der ee genomen.

Marcialis was auß Hispania pirtig. vnd zu Rom von groeße wegen seiner sinnreichigkeit vnd ettlicher treffenlicher kurtzer schrifft in grosser achtung gehalten. Er zohe vnder Traiano also alter anhayms vnnd starb.

Stella nit ein vnedler poet vnd tichter hat auch zu disen zeiten gereichßnet vnd ein weib gehabt Violentilla genannt auch in der poetrey gelert.

Iuuenalis der poet von Aquinas pirtig ist zu rom scheinlich gewest. vnnd als die zeit figuerlich angemercket het do ward er pald. wiwol. lxxx. iariger durch die ere der ritterschafft von der statt hingenommen vnd in Egypten mit einer schar gesendet. doch ime nit zu eren sunder zu einer peen Aber in kurtzer zeit vergienge er auß angst vnd verdroßenheit. doch lebet er bis an die zeit des kaisers Nerue