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Schedelsche Weltchronik d 012.jpg
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XI verso:

Das ander alter

(als sie sagen) einen gaispock auff dem perg Coricus genant in cilicia außgelaßen het hat derselb pock daselbst einen wilden weinreben geessen vnd ist truncken worden vnd fieng an die andern thier mit hoernern zestossen. do noe dz gemerckt het erkennet er die krafft des wilden weinreben: vnd pflantzet denselben reben pald ein mit leoben. schweines. lambs vnd affen pluet Do nw derselb wild reben in einen guoten weingarten gepflantzt wardt bracht er ein volkomne frucht. vnd er hat die abgelossen. als aber noe den wein zu gebrauch vnd nyessung gebracht het do opffert er den vnd machet ein grosse wirtschafft vnd wardt truncken daruon vnd als ein lamb zum slaff geursacht vnd lag also vnzuechtiglich entbloesset. do chaz sein sun (der vater chanaan) des vaters scham also entbloesset sahe do verkuendet vnd zaiget er seinen bruedern den vater zebelachen. als Sem vnd Japhet dz hoereten warden sie auß kintlicher guetigkait gein dem vater bewegt vnd legtten einen mantel auff sein schultern vnd giengen hinterwertling hinzu vnd bedeckten die scham irs vaters. dann ire angesicht waren abgekert das sie die manlichen glider irs vaters nit sehen. do nw noe diss empfunden het hat er den andern suenen seligkeit gewuenscht aber den cham hat er von sein selbs erkantnus wegen nit geflucht. sunder seinen samen. Als nw noe nach der sintfluss. iijc. vnnd. l. iar (die er seligklich verzert) gelebt het. vnd. ixc. vnd. l. iar alt was worden do ist er gestorben. vnnd hat außerhalb Sem Cham Japhet vnd Jonicum seiner suene nach der sintfluss auch ander suen vnd toechter geporn vnd auß den suenen der suene. vnd auß der suene suenen bis zu vil geflecht gesehen.

Vil geslecht mancherlay wunderperlichgestalter menschen sind nach der zungen zerteilung durch got beschehen an manchen enden erschinnen. dann als der almechtig got wißet mit was gleichnus vnd manigformigkait er die schoen der werlt beschuff do wolt er auch wundergestalte menschen in die werlt einfueren. vnder den etlich also geformt sind wie hernach folgt. Item etliche haben enmitten in der styrn allain ein awg. Ettliche sind eins elnpogen lang die ueber acht iar nit leben. die wonen in dem gepirg indie nahend bey dem grossen meer an einer gesunden vnd alweg gruonenden gegent. vnd haben einen sundern streyt wider die kranich. Ire weiber gepern im. v. iar. Item ettliche andere haben fast groß fueeß vnd payn on puege vnd sind doch wunderperlicher schnelligkait. vnd bedecken sich zu sumerzeit mit dem schatten irer fueß amm rugken ligende. Item ettliche andere sind on nack habende ire awgen an der schultern Item ettlich haben huntzkoepff. Sunst sind mer vil vnd mancherlay geslecht wunderlichgestalter ding hernach gemeldet. So werden auch sunst vil gestaltnus der menschen von den gewoenlichen lawff der natur außschwaiffende. vnd allermaist weyt vom meer wonende in den historien gefunden. vnd vil menschen wundersam vnd vnglewplich geachtet. dann welcher wolt glawben dz morn wern so er die nit gesehen het. oder welchen menschen bringen sie nit ein verwunderung der zum ersten einen morn sihet. vil ding werden vnmueglich

 

geachtet vor vnnd ee sie gesehen. Item in scithia der gegent gein mitternacht an eim ort Gesglithron genant. sind lewt als an den nachfolgenden blat verzaichent ist mit eim awgen enmitten an der stirn. stettiglich mit dem greyffen streittende. Item in scithia in einem tal des bergs Tunani ist ein grosse gegent abarimon genant. darinn leben waldtmenschen mit hindersichgekerten fersen vnglewplicher schnelligkeit mit den wilden thiern schwaiffende. die leben in kainen andern lufft daruemb sind sie auch weder vnder die vmbligenden koenig noch vnder den grossen Alexandrum gezogen worden. Item in india vnd in der morn rifir sind fast grosse thier. in anzaigung gleich als hund. groessere dann die andern. auch so hoh pawmen das die mit geschoß nit ueberraicht moegen werden. diss tut die fruchperkeit des erdpodens guot massigkeit des lufts vnd ueberfluessigkeit der wasser. Daselbst sind auch so hohe ror dz auß yedem tail zwischen den knoepffen ein schiflein zu dreyen zeylen menschen neben einander sitzende zu zeitten gemacht werden mag. Auff dem perg milo sind menschen mit hindersichgekerten fersen an yeglichem fueß acht zehen habende. Item vnder einem geschlecht indier land gepern die weiber im leben ein mal. vnnd ire kinder veralten alßpald. Item ettliche haben an der nasloecher stat allain loecher. amm eueßersten ende indier land vom aufgang herwartz bey dem prunnen gangis ist ein volck on mund. an gantzem leib rawh mit myese der eßste beklaidt allain von luft vnd gesmack lebende on alle speys vnd getranck. dann auff das ine so sie weyten weg zihen an gesmack nit mangel begegne so tragen sie mancherlay gesmacks von wurtzeln. plumen vnd holtzoepffeln mit ine. vnnd so sie ein wenig eins sweren gesmacks empfinden so sterben sie. Item an den enden der indier lannd do nit schatten sind do sind die leib der menschen fuenff elnpogen vnd zwayer spann. vnd leben. c. xxx. iar vnd alten nit sunder sterben als in mittlem alter. Item an einem andern ende in india sind lewt die leben. ijc. iar. die haben in der iugent weiss har vnd im alter swartzs. Item in der Taprobanischen innsel fueern die lewt ein fast langs leben on ainichen seuechen des leibs. Item ein geslecht der menschen Sorite genant. die der fluss arabis von den indiern schaidt. kennen kain andere speys dann der fisch die sie mit den nageln zertailen. vnd an der sunnen derren vnd also prot darauß machen. Item in den aynoednen africe komen menschen gestaltnus den lewten entgegen vnd verschwinden in eim awgenplick wideruemb. als dann vil kriechischer geschichtbeschreiber von den hieuorgeschriben wunderperlichen vnd seltzamen gestaltnussen schreiben vnd meldung thun also das die sinnreich natur zu entdeckung irs gewalts solche vnd der gleiche gestaltnus vnd form vns wunderperlich beduenckende gemacht hat: vnder den ettliche hernach entworffen gesehen werden.

XII recto:

Blat XII

der werlt

Von mancherlay gestaltnus der menschen schreiben Plinius: Augustinus vnd ysidorus die hernachgemelten ding. In dem land india sind menschen myt hundskoepffen vnd reden pellende. neren sich mit fogelgefeng vnd klaiden sich mit thierhewtten. Item ettlich haben allain ein aug an der stirnn ob der nasen vnnd essen allain thierfleisch. Item in dem land libia werden ettlich on hawbt geporn vnd haben mund vnd augen. Ettlich sind bederlay geslechts. die recht prust ist in manlich vnd die lingk weibisch vnd vermischen sich vndereinander vnd gepern. Item gegen dem paradis bey dem fluss Ganges sind etlich menschen die essen nichts. dann sie haben so klainen mund das sie das getranck mit einem halm einfloessen vnd leben vom gesmack der oepffel vnd plumen. vnd sterben pald von boeßem gesmack. Daselbst sind auch lewt an nasen eins ebnen angesichts. Ettlich haben vnden so groß lebfftzen das sie das gantz angesicht damit bedecken. Item ettlich an zungen. die deuedten einander ir maynung mit wincken als die closterlewt. Item in dem land Sicilia haben ettlich so große oren das sie den gantzen leib damit bedecken. Item in dem land ethiopia wandern etlich nidergebogen als das vih. vnd ettlich leben vierhundert iar. Item ettlich haben hoerner. lang nasen vnd gayßfuess das findest du in sand Anthonius gantzer legend. Itez in ethiopia gein dem nidergang sind lewt mit einem prayten fuess. vnd so schnell das sie die wilden thier erfolgen. Item in dem land Scithia haben sie menschen gestalt vnd pferds fueess. Item alda sind auch lewt fuenff elnpogen langk vnd werden nicht kranck bis zum tod. Item in den geschichten des grossen Alexanders liset man das in india menschen seyen mit sechs henden. Item ettlich nacket vnd rawh in den flueßen wonende. ettlich die an henden vnd fueßen sechs finger haben. ettlich in den wassern wonende halb menschen vnd halbs pferds gestalt habende. Itez weiber mit perten bis auff die prust auff dem hawbt eben vnd an har. Item in ethiopia gegen dem nidergang haben ettlich vier awgen. So sind in Eripia schoen lewt mit kranchßhelsen vnnd snebeln. Doch ist als Augustinus schreibt nit zuglawben das ettliche menschen an dem ort der erden gegen vns da die sunn auff geet[1]. so sie wider nider geet die versen gegent vnsern fueßen keren. Doch ist ein grosser streyt in der schrifft wider den wone des gemaynen volcks. das geringßumb allenthalben menschen auff der erden seyen. vnd die fueß gegen einander kerende darauff steen. vnnd doch alle menschen ir schayttel gem himel keren. in verwunderung waruemb doch wir oder die die ir fersen gegen vnns wennden nit fallen. Aber das koembt auß der natur. dann gleicherweis als der stul des feuers nynndert ist denn in den feueern. der wasser nyndert denn in den wassern. vnnd des gaysts nynndert denn in dem gayst. also auch der stul der erden nynndert anderß wo denn in irselbs.


  1. WS: Vorlage: geer