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Die Heizung einer ganzen Stadt von einer Centralstelle aus

Textdaten
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Titel: Die Heizung einer ganzen Stadt von einer Centralstelle aus
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 28, S. 472
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[472] Die Heizung einer ganzen Stadt von einer einzigen Centralstelle aus ist im letzten Winter zum ersten Male mit gutem Erfolge zu Lockport im Staate New-York unternommen worden und wird auch während des Sommers fortgesetzt, um den Haushaltungen kochendes Wasser, den Gewerbetreibenden Dampf und Bewegungskraft zuzuführen. Einem kürzlich erschienenen Berichte von Mr. G. Maur entnehmen wir folgende Einzelheiten. Die Centralstelle enthält drei Dampfkessel, zwei von 16:5 Fuß und einen von 8:8 Fuß Länge und Durchmesser. Der überhitzte Dampf, den man in diesen Kesseln erzeugt, wird durch ein in seiner Gesammtheit drei englische Meilen langes Hauptröhrensystem in zweihundert Häuser geleitet, und diese unterirdischen Hauptröhren sind ebenso, wie die in die Häuser eintretenden Zweigröhren, durch Umgebung mit Substanzen, welche die Wärme schlecht leiten, derartig geschützt, daß sie nur wenig Wärme auf ihrem Wege verlieren. Die Ersparniß besteht darin, daß weniger Feuerstellen nöthig sind und daß die Wärme beinahe vollkommen ausgenützt wird, während in den Oefen der größte Theil derselben zum Schornstein hinausgeht. Dazu kommt die höchste Sauberkeit. Man öffnet einen Hahn, und sofort strömt der mehr als hundert Grad heiße Dampf durch den Zimmerofen, der aus einem einfachen oder doppelten Kranze senkrecht gestellter zollstarker Metallröhren von circa dreißig Zoll Länge besteht. Oben vereinigen sich dieselben zu einem Ringe, unten zu einem Behälter, aus welchem man jederzeit verdichtetes, beinahe kochendes Wasser für Haushaltungszwecke entnehmen kann.

In sehr kurzer Zeit sind die Zimmer durchheizt, und die Geschäfte der Küche erledigen sich überraschend schnell. Gewerbe, die, wie z. B. die Färberei, die Erhitzung größerer Wassermengen zur Siedetemperatur brauchen, erreichen dies mittelst Dampfdurchleitung aus siebförmigen Oeffnungen in zwei bis fünf Minuten, wozu sie sonst stundenlanger Feuerung bedurften. Selbst zwei Dampfmaschinen von zehn und vierzehn Pferdekraft entnehmen ihren Kraftbedarf aus der reichlich eine halbe englische Meile entfernten Anstalt. Da das Unternehmen vorläufig einen gemeinschaftlich unternommenen Versuch darstellt, so verlautet über den Kostenpunkt nichts Bestimmtes, doch dürfte derselbe sich, abgesehen von der größeren Bequemlichkeit und Reinlichkeit, kaum höher als derjenige der Privatheizung stellen.