Des Tigers Beute

Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Des Tigers Beute
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aus: Die Gartenlaube, Heft 42, S. 692
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[681] 
Die Gartenlaube (1883) b 681.jpg

Des Tigers Beute.
Originalzeichnung von F. Specht.

[692] Des Tigers Beute. (Mit Illustration auf Seite 681.) Der Sieger in dem gewaltigen Ringen, dessen Ausgang uns heute die meisterhafte Originalzeichnung von Friedrich Specht vorführt, ist unseren Lesern zur Genüge bekannt. Vielen aber dürfte es neu sein, daß dieses berüchtigte Raubthier Ostindiens, welches, im Gegensatze zu anderen wilden Thieren, vor der menschlichen Cultur nicht zurückweicht, sondern mitten aus belebten Dörfern sich seine Beute holt, in dem indischen Büffel einen ihm meist gewachsenen Gegner findet. Der Wildbüffel ist in der That mit so großer Kraft und solchem Muth ausgestattet, daß er im Kampfe mit dem Tiger fast regelmäßig Sieger bleibt. Man erzählt sogar, daß Büffel einmal einen Hirten, der von einem Tiger gepackt worden war, von dem Angreifer befreit und den Tiger getödtet hätten, oder, daß die Büffel einer Heerde, als sie das Blut eines angeschossenen Tigers rochen, sofort dessen Spur aufnahmen und diese mit rasender Wuth verfolgten. Darum stellt auch die indische Dichtung den Büffel als dem Tiger ebenbürtig dar. In dem von unserem Künstler mit seltener Lebenstreue dargestellten Falle verhalf dem Tiger augenscheinlich die Hinterlist zum Sieg, indem er das zur Tränke gehende Thier unverhofft überfiel.