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Titel: Des Jägers Freude
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 45, S. 772
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[757]
Die Gartenlaube (1888) b 757.jpg

Des Jägers Freude. Nach dem Oelgemälde von J. Deiker.
Photographie im Verlag von Franz Hanfstängl in München.

[772] Des Jägers Freude. (mit Illustration S. 757.) An einem sonnigen, windstillen, nicht zu kalten Wintertage sind wir auf dem Felde zur Hasensuche. Zur Linken geht mit würdigem Schritt Nimrod, der „ferme“ Gebrauchshund. Kaum giebt es ein unweidmännischeres Jagen, als die Suche auf Hasen ohne einen solchen Begleiter.

Jetzt sind wir auf einem Sturzacker, da sitzt der Hase gern. Richtig! Dort auf 100 Schritt, viel zu weit zum Schuß, geht schon einer los – „der Bursch muß anderes Wetter im Kopfe haben, sonst hielte er wohl besser“ – denkt der Jäger. Nimrod bleibt stehen, hebt den Kopf höher und sieht ruhig Meister Lampe nach. Dieser stellt sich auf die Hinterläufe, besieht sich Jäger und Hund aus sicherer Entfernung, rekognoscirt dann das Feld vor sich und hoppelt „mit der Blume schnirzelnd“ (das Schwänzchen auf und ab bewegend) gemüthlich weiter. Es ist ein Rammler; schade, daß es zu weit war. Jetzt steht einer auf 20 Schritt auf – es knallt – und mit dreimaligem Purzelbaum tritt er seine Reise ins Jenseits an. Noch bevor Nimrod bei ihm ist, wird wieder einer hoch – aber ziemlich weit. Die Schroten sausen ihm um den Kopf, die Wolle stiebt − aber Lampe ist scheinbar gesund und flüchtig geht er ab. Nimrod, apporte! Der brave Hund versteht seinen Herrn – über den verendeten Hasen hinweg geht’s dem kranken nach. Immer näher kommt er demselben – nur noch wenige Schritte trennen beide – da sieht Lampe, daß er verfolgt wird, und jetzt strengt jeder seine Kräfte an. Den einen treibt die Todesangst, den andern die Jagdleidenschaft – und beides sind sehr scharfe Sporen. In wildem Wettlauf geht’s dem nahen Buschwald zu. Schon ist Nimrod seinem Opfer fast zum Greifen nahe – ein Sprung – aber Lampe duckt sich – und der Hund schießt weit über ihn hinweg. Wieder hat der Hase einen Vorsprung gewonnen und beide verschwinden in den dichten Büschen. Das sind lange, erwartungsvolle Minuten – banges Hoffen, eine der vielen süßen Foltern, die das Jagen würzen. Endlich – endlich trabt er aus den Büschen − den Hasen im Rachen − „Nimrod, bist ein braver Kerl – des Jägers Freude!“
K. Brdt.