Der feurige Hund in der Schule zu Leisnig

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der feurige Hund in der Schule zu Leisnig
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 306–307
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
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[306]
343) Der feurige Hund in der Schule zu Leisnig.
Kamprad S. 241.

Zu der Zeit, als Paul Matthias Schwarz Rector der [307] Stadtschule zu Leisnig war (1651–91), ist einmal ein Schulknabe, des Kirchvaters Chr. Riecker’s Sohn, zu Mittag um 12 Uhr in die große Schulstube gekommen, da hat er einen großen schwarzen Hund mit feurigen Augen angetroffen, der die Bänke umwirft. Heftig erschrocken läuft er hierauf zum Herrn Rector und zeigt es ihm mit Zittern und Beben an. Dieser geht auch gleich mit herunter und trifft den Hund vor der Säule, daran die Sanduhr hängt, an, derselbe verschwindet aber, sobald der Herr Rector zu reden anfängt. Darauf hat der Herr Superintendent Dr. Jacobi, der noch denselben Nachmittag in die Schule gekommen ist, der Sache wegen eine ernstliche Vermahnung an die ganze Schuljugend gehalten und solche Vermahnung noch den Sonntag darauf in der Amtspredigt wiederholt. Allein unter den Schülern ist doch des feurigen Hunds wegen eine solche Furcht entstanden, daß keiner allein mehr in die Schule gehen wollte, sondern sie warteten alle draußen vor der Thüre, bis der Herr Cantor kam und Singestunde hielt.