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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Getreideschneider im Erzgebirge
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aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 522–523
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[522]
581) Der Getreideschneider im Erzgebirge.
S. Spieß, Aberglauben, Sitten und Gebräuche im Sächs. Obererzgebirge. Dresden 1862. 4. S. 14. fg.

Am Johannistage in der sechsten Stunde kommt der sogenannte Getreideschneider[1] auf die Felder und schneidet über die Ecke eines Stückes Getreide durch und hat dann, wenn der Bauer drischt, den halben Nutzen davon. Um diesem vorzubeugen, nimmt der Bauer Liebstöckelöl (Oel aus levisticum officinale) und macht, nachdem er den Finger in [523] das Oel getaucht, ebenfalls in der sechsten Abendstunde des Johannistages drei Kreuze an jede Ecke des Feldes auf die Erde. Ist aber der Getreideschneider bereits dagewesen, so hängt der Bauer, bevor er das Getreide einfährt, ein Büschel Reißigspitzen frischgrünende Tannenzweige) über dem Scheuerthor auf, drischt sobald als möglich und macht dabei mit dem Reißigbüschel den Anfang. Dann ist der Bann gelöst und der Getreideschneider zieht keinen Nutzen.


  1. Im Baierischen Voigtlande heißt er der Billmetschneider, der in Folge des Bundes mit dem Bösen die Frucht des Feldes, welches er umschreitet, in seine Scheuer zaubert (S. Morgenblatt 1860. Nr. 31, Panzer, Beitr. z. deutschen Myth. Bd. II. S. 535). In Thüringen und Franken wird er der Binsenschnitter genannt, er macht fußbreite Wege durch die Getreidefelder, indem er kleine Sicheln an den Füßen hat, und die Leute, bei denen er geschnitten hat, kommen nie zu Vorrath (S. Wuttke, der deutsche Volksaberglaube d. Gegenwart § 394 S. 250, Simrock, deutsche Myth. II. A. Berlin 1869. S. 421 fgg. Rochholz, Naturmythen. Lpzg. 1862. S. 30–32. 234. 29. 132.