Der Drachenfels am Rhein

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Titel: Der Drachenfels am Rhein
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aus: Die Gartenlaube, Heft 23, S. 388
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[388] Der Drachenfels am Rhein. Mit leichten, doch kräftigen Strichen ist die Rheinlandschaft festgehalten, die wir heute dem Skizzenbuch Otto Strützels entnehmen. Wer selbst einmal in schöner Sommerzeit mit dem Dampfer bei Königswinter vorbeigefahren ist, wo sich der Blick auf die hochgewölbten waldbedeckten Höhen des Siebengebirges und den ihm vorgelagerten Drachenfels erschließt, wer hier den Dampfer verließ und zur schönen Aussichtsterrasse unterhalb der alten Burgruine emporstieg, dem wird die Skizze in der Erinnerung Stunden wachrufen, in denen ihm die Poesie der rheinischen Landschaft und des Lebens am Rhein in reichster Entfaltung aufging. Die Romantik alter Heldensage verklärt den Ruhm dieser Gegend. In einer Felswand auf halber Höhe des Drachenfelsberges klafft der Eingang zu einer Höhle, in welcher dereinst der Drache gehaust haben soll, den jung Siegfried mit dem selbstgeschmiedeten Balmung erlegte und in dessen Blut er sich zum Gewinn der schützenden Hornhaut dann badete. Zur Erinnerung daran heißt der in der Nähe wachsende Wein Drachenblut und wer in diesem die Seele badet, bekommt sie auch für eine Weile gefeit vor Unbill und Ungemach. Seitdem die Zahnradbahn zu der Burg und dem Terrassengasthof hinaufführt, läßt sich freilich mancher Besucher ein behagliches Weilen auf diesem herrlichen Aussichtspunkt, von dem man bis Bonn und Köln zu sehen vermag, bedauerlicherweise entgehen. In dem modernen Schloßbau auf halber Höhe, der neuen Drachenburg, hat der romantische Ruhm der Gegend künstlerische Gestaltung gefunden. Auch das schöne Bild von Frank Kirchbach, welches die „Gartenlaube“ in Nr. 1 des Jahrgangs 1891 gebracht hat, „Der Streit zwischen Kriemhild und Brunhild vor dem Münster zu Worms“ findet sich hier im Original als Wandgemälde.

Der Drachenfels am Rhein mit Königswinter.
Nach einer Zeichnung von Otto Strützel.