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Titel: Der 14. August 1883
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aus: Die Gartenlaube, Heft 38, S. 648
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[648] Der 14. August 1883. Dieser Tag gehört zu den sogenannten denkwürdigen Tagen, wenn man zu diesen auch die Unglückstage rechnen will: er war der brandreichste Tag des Jahres 1883 im Königreich Preußen. Das haben wir an jenem Tage nicht erfahren, erst in diesem Jahre meldet uns davon die amtliche vor kurzem erschienene „Preußische Statistik“ (Heft LXX), in welcher diesem Tage ein besonderes Kapitel gewidmet ist. Nicht weniger als 126 Brände wurden am 14. August gemeldet, und es brannte an diesem Tage in Preußen 350 Stunden lang. Diese Anhäufung der Brandschäden wurde durch Gewitter verursacht, welche ein Gebiet von 4 205 000 Hektar bedrohten. Die statistischen Erhebungen ergaben mehrere interessante Einzelheiten. So erfahren wir, daß, obgleich der Himmel in Feuer zu stehen schien, nur ein schädlicher Blitzstrahl auf 8 Quadratmeilen traf. Dagegen ist durch sorgfältige Berechnung die Gefährlichkeit der durch den Blitzschlag hervorgerufenen Brände nachgewiesen. Der mittlere Tagesschaden an Bränden betrug im Jahre 1883 155 600 Mark, am 14. August brannten aber Mobilien und Immobilien im Werth von 659 932 Mark nieder. Vergleicht man nun den Blitzschaden vom 14. August mit dem Schaden, der infolge von Bränden, die durch irgend eine andere Ursache hervorgerufen wurden, entstanden ist, so zeigt es sich noch deutlicher, daß die durch den zündenden Blitz hervorgerufenen Brände weit verderblicher sind als die übrigen; die ersteren rafften in einer Stunde durchschnittlich 1864 und die letzteren nur 768 Mark Werthe hin. Der 14. August 1883 liefert somit einen lehrreichen Beweis, wie wichtig die Bestrebungen sind, durch richtige Anlagen von Blitzableitern Leben und Eigenthum der Menschen zu schützen.
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