Das Ruhrkohlenbecken

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Ruhrkohlenbecken
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 30, S. 515
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[515] Das Ruhrkohlenbecken. Zwischen Ruhr, Lippe und Rhein, durchflossen von der bei Holzwickede entspringenden Emscher, liegt das in letzter Zeit vielgenannte Becken, wo der Bergmann tief unter der Erde das schwarze Gold dem dunklen Schachte entringt und gewaltige Maschinenkräfte die gehobenen Schätze an die Oberfläche befördern, damit sie nährend und belebend, Licht und Wärme spendend, in die weite Welt hinausgehen.

Der Steinkohlenbergbau im Becken der Ruhr wird nach Dr. Gurlt zuerst 1317 in einer Stiftungsurkunde für ein Hospital von Bettelmönchen im Stifte Essen erwähnt. Die älteste noch jetzt betriebene „Zeche“ ist wohl Grube „Vereinigte Hagenbeck“, die ursprünglich „Goiß“ und später „Kohlberg Steut“ hieß. Sie hatte eine freiwillig vereinbarte Bergordnung vom Jahre 1575, welche auf einen schon lange vorher geführten Betrieb hindeutet. Die Zeche „Bröckling“ wurde 1682 „beliehen“; „Schödlerpad“ wird 1678 erwähnt und „Sälzer“ und „Neuack“ schon um 1623. Die Gruben waren sämmtlich Stollenzechen, die durch einen Stollen, eine „Aack“ oder „Aackaldruft“ (aquaeductus) gelöst wurden. Zeche „Wolfsbank“ wurde 1763 beliehen. Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts war der Betrieb sämmtlicher Ruhrkohlenbergwerke nur unbedeutend, weil es an genügendem Absatz fehlte, der erst durch die sich mehr und mehr entwickelnde Eisenindustrie und später durch die Gasbereitung und die allgemeine Einführung der Dampfmaschinen geschaffen wurde.

Heutzutage ist der Verbrauch von westfälischer Steinkohle ein geradezu riesiger. 98 000 Bergleute förderten im Jahre 1887 über 30 Millionen Tonnen, die Tonne zu 1000 Kilogramm, im Haldenwerthe von 139 Millionen Mark. Etwa 40 000 Eisenbahnwagen waren unausgesetzt im Rollen, um diese ungeheuren Massen nach den verschiedensten Himmelsrichtungen zu befördern; Paris, Rotterdam und Amsterdam, Antwerpen und andere Städte zählen zu den regelmäßigen Abnehmern.

Ungefähr 2000 Geviertkilometer umfaßt das Ruhrkohlengebiet und es soll nach den Berechnungen des Bergraths Dr. Schulz in Bochum weit über 50 000 Millionen Tonnen bergen – eine genügende Menge, um nach dem Maßstabe der heutigen Förderung wenigstens noch anderthalb tausend Jahre vorhalten zu können.