Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Brasilianische Benefizvorstellungen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[52] Brasilianische Benefizvorstellungen. In Deutschland geben gefeierte Künstler und Künstlerinnen öfters Benefizvorstellnngen zu wohlthätigen Zwecken, z. B. zum Besten der Choristen und Choristinnen; sie erhalten dafür Applause und Kränze und die Anerkennung der Presse. Jenseit des Oceans wird dies Alles viel wirksamer inscenirt: die Erfüllung des schönen Zwecks wird dem Publikum selbst vor Augen geführt und der Jubel der dankbaren Menge kennt keine Grenzen. Freilich handelt es sich da nicht um die „weißen Sklaven“, wie sie Hackländer in seinem bekannten Roman geschildert hat, denen ein Brocken vom Tische der reichen Gastgeber und Gastspieler zufällt, sondern um naturwüchsige schwarze Sklaven, welche zwar nicht vor dem Publiknm weißgewaschen, deren Ketten aber von graziösen Künstlerinnen gelöst werden. So haben in Rio Janeiro zwei Sängerinnen den Ertrag ihrer Benefizvorstellungen zum Loskauf von Sklaven verwendet: eine Russin, Nerina Lulisloff, und eine Opcrettensängerin Preciosi. Die erste gab die „Aida“ zu ihrem Benefize und kaufte mit dem Ertrag der Vorstellung fünf Negersklaven los. Diese erschienen am Schluß auf der Bühne, und die Sängerin übergab ihnen die Karten, welche ihre Freiheit verbürgten. Natürlich war der Enthusiasmus der Zuschauer ganz maßlos. Fräulein Preciosi verwandte den Ertrag der „Fatinitza“ zu dem gleichen Zweck; doch reichte derselbe nur für zwei Negersklaven aus, die als freie Männer das Podium verließen. Um diesen glänzenden Effekt werden edelmüthige deutsche Künstlerinnen jedenfalls ihre Kolleginnen im Lande der Feuerkäfer und Riesenschmetterlinge beneiden.