Beschreibung des Oberamts Künzelsau/Kapitel B 48

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48. Westernhausen,
Gemeinde III. Kl., kath. Pfarrdorf mit 758 Einw., wor. 5 Ev., Fil. von Schönthal.

Westernhausen, umgeben von einem Wald von Obstbäumen, liegt auf dem linken Jagstufer und zieht sich den Ufern des Baches entlang, der unterhalb des Dorfes in die Jagst mündet, in die Höhe. Die beiden mit der Zeit ausgewaschenen Wände des Bachthälchens bilden einen Schutz nach Ost und West. Das Dorf hat eine lange Hauptstraße, die trefflich gebaut und gut unterhalten ist.

Der Ort ist reichlich versehen mit gutem Wasser, das verschiedene Quellen in und außer dem Dorf liefern, im Dorf der Brunnen bei der Kirche, Rolle, Rohrbrunnen, Lindenbrunnen, außerhalb des Dorfes der Äckerlesbrunnen, Bildbrunnen und Kapellenbrunnen. Im Ganzen sind 4 laufende, 6 Pumpbrunnen und 2 Schöpfbrunnen vorhanden.

Die Kirche hoch oben im Dorf auf einem Bergvorsprung, von dem man einen freundlichen Blick auf das Dorf, das Thal| und die jenseitigen Höhen mit dem hochgelegenen Heßlingshof genießt, ist 1742/44 vom Kloster Schönthal erbaut. Gemäß der Zeit ihrer Erbauung bietet sie nichts künstlerisch irgendwie Bemerkenswerthes. Sie ist im Zopfstil gehalten; während das Schiff durch die Emporen etwas düster, wirkt der Chor hell und freundlich. Doch ist die ganze Kirche feucht, weil sie zu tief im Boden steckt. Im Chor der Kirche erinnert eine Inschrift an den dort begrabenen Pfarrer Bretzigheimer, † 1702. Sie lautet: 4. 0ct. Domin. 19 p. Pent. anno aetatis 73 vener. et religios. P. Amadeus Bretzigheimer. Miltenburg. Monaster. Schonthal. sacri et exempti ordi. Cisterc. senior et Jubilaeus et Parochus in Westernhausen pie in Domino obiit. Ein sehr abgetretener Grabstein neben dem Marienaltar erinnert an P. Angelus Stahl von Ballenberg, Pfarrer in Westernhausen, † 1789. Ursprünglich war S. Martin Patron der Kirche. 1684 fügte die Gemeinde in einer Zeit großer Sterblichkeit den heil. Sebastian hinzu, dessen Tag sie als hohen Festtag zu feiern gelobte. An der Westseite des Schiffes außen befindet sich der nicht übel gearbeitete Grabstein dreier Pfarrer, die in einem Jahr gestorben, Johann Walter, Adam und Georg Khun mit ihren Bildnissen, darunter steht die Inschrift:


Sunt tres pastores, quos annus sustulit unus,
Joannes, Adam, tertius ipse Georg.
Walteri agnomen primo, Khunumque duobus.
Quos tegit hic tellus, suscipe Sancta Trias.

Nach dem Todtenbuch starb Adam Kuhn den 5. Februar, Joh. Walter den 25. Oktober, Georg Kuhn 20. Nov. Doch scheint dieser nicht gleichzeitige Eintrag nicht richtig, da Walter als der erste genannt ist und schon 1628 Pfarrer war.

Auf dem Thurme hängen 3 Glocken, von denen die größte die Inschrift hat: Anno Dom. 1679 benedicta est haec campana in honorem simul trinitatis ssimae, Jesus, Mariae et Josephi. S. Susannae. Stef. Bruncler et J. Arnolt me fecit. Die mittlere: Anno Dom. 1679 benedicta est haec campana in honorem ssimae Trinitatis S. Mariae S. Martini confessoris patroni hujus ecclesiae, S. Sebastiani. Auf der Seite die Monogramme Stef. Brunclers und Joh. Arnolts.

Die kleine: In honorem Dei et b. M. Virginis. St. Mateus Marcus Lucas Johannes. Auf Kosten der Gemeind ist diese Glocken von dem Meister Lösch v. Morsbach nach| Westernhausen gegossen, zur Zeit, wo Valentin Bölz Schultheiß war 1784.

Jenseits der Jagst stand die Antoniuskapelle, von der nur noch ein altes Bild mit der Jahreszahl 1602 erhalten ist. Dieselbe wurde 1868 beim Bau der Straße nach Aschhausen abgebrochen. Die bauliche Unterhaltung der Kirche ist Sache der Kirchengemeinde. Der Gottesacker liegt um die Kirche her und wurde 1839 erweitert. Das Pfarrhaus, wenige Schritte unterhalb der Kirche gelegen, freundlich und sonnig, ist 1609 erbaut. Das alte Pfarrhaus wurde 1608 von Abt Theobald von Schönthal an den Zimmermann Stephan Burkhard von Eßlingen (Heßlingen? Heßlingshof) für 140 fl. verkauft. Die Pfarrscheune ist 1687 neuerbaut. Die Baulast hat der Staat.

Das ansehnliche Schulhaus steht im mittleren Dorf. Es enthält das Rathszimmer, zwei Lehrzimmer und die Wohnung des Schullehrers, neben dem noch ein Lehrgehilfe unterrichtet. Es besteht auch eine Arbeitsschule. Das Schulhaus wurde 1843/44 erbaut und ist Eigenthum der Gemeinde, die es auch unterhält. An öffentlichen Gebäuden besitzt die Gemeinde noch eine kleine Kelter, erbaut 1665, mit einem Baum und 4 Pressen, sowie ein Schafhaus.

Die Kirchenpflege hat ein Vermögen von 12.000 M., das aus Jahrtagsstiftungen erwachsen ist.

Die Einwohner sind kräftig gebaut und gesund. Eigenthümlich ist die öftere Wiederkehr von Epidemien. Nicht nur die Pest im 30jährigen Krieg, die ganz Franken heimsuchte (1634, 35. 36), kostete viele Opfer, sondern auch die Jahre 1684, 1781, 1826 und 1865.

Die Gemeinde Westernhausen hat sich in den letzten Jahren wesentlich gehoben. Seit 1842 sind 150 Personen noch Amerika und Australien ausgewandert, was der Gemeinde zum Besten gereichte.

Zechen bei Taufen und Hochzeit, wie Leichentrünke sind üblich.

Die Vermögensverhältnisse sind annähernd dieselben wie in den benachbarten Thalgemeinden. Jeder findet sein Auskommen, Bettler sind keine vorhanden, wie auch kein Armenhaus. Der vermöglichste Einwohner besitzt ca. 42 Morgen, der Mittelmann 20, die ärmere Klasse 1–10 Morgen. Auf auswärtigen Markungen haben einige Bürger Güter, aber in geringer Ausdehnung, so auf der Markung Winzenhofen, Sindeldorf, Bieringen, Schönthal, Crispenhofen.

| Die gewöhnlichen Handwerke sind vertreten, besonders stark Schuhmacher und Maurer, welche auch nach auswärts arbeiten. Es bestehen 3 Schild- und 2 Speisewirthschaften. An der Jagst befindet sich eine Mühle mit 3 Mahlgängen und 1 Gerbgang.

Dem Verkehre dienen die Staatsstraße von Schönthal nach Dörzbach, welche jenseits der Jagst auf geringe Entfernung vom Ort vorüber zieht, die Körperschaftsstraße von Schönthal über Crispenhofen nach Ingelfingen und Künzelsau, von welcher sich die Straße nach Schleierhof-Forchtenberg abzweigt, sowie eine Körperschaftsstraße nach Aschhausen.

Über die Jagst führt eine steinerne Brücke mit 4 Jochen, welche nach der Inschrift 1619 erbaut wurde. Auf derselben steht ein hübscher Joh. v. Nepomuk von Bildhauer Zartmann in Neckarsulm (1868). Von der Jagstbrücke bezieht die Gemeinde Brückengeld, das um 120 M. verpachtet ist. Im Orte befinden sich nach 4 steinerne Brücken über den Ortsbach und über die Bergklinge. Die Unterhaltungslast für sämmtliche Brücken hat die Gemeinde.

Das Klima ist im allgemeinen mild, doch sind Frühlingsfröste und Nebel häufig. Gegen Winde wird der Ort durch die umgebenden Berge und Waldungen geschützt. Hagelschlag ist selten, 1829 kam am 25. Juni ein Hagelwetter von Osten, welches 11/2 Stunden währte, nachdem schon am 24. Juni Hanf, Gartengewächse und Bäume durch Hagel beschädigt waren. Von dem schweren Hagelschlag am 25. Juni wurde auch die Markung Büschelhof, Muthof, Schleierhof getroffen. (Pfarrchr.)

Die Landwirthschaft wird mit Eifer betrieben, ist aber mühsam, da der größere Theil der Markung auf den Höhen zu beiden Seiten der Jagst liegt. Der Boden ist größtentheils schwer und hitzig, nicht tiefgründig genug, während ein großer Theil der Wiesen sumpfig ist. Lehm und Letten mit Steinen vermischt herrschen vor. Um den Feldbau zu erleichtern, hat die Gemeinde in den letzten 18 Jahren 4000 M auf Feldwege verwendet.

Der Wiesenbau ist ausgedehnt, das Futter jedoch zur Hälfte sauer. Gemüse wird nur für den eigenen Bedarf gepflanzt. Der Weinbau ist von geringer Bedeutung.

An Wald besitzt die Gemeinde 106 Hektar 49 Ar vorherrschend Laubwald, welcher 45 Klafter und 1500 Wellen jährlich einträgt. Das Reisach wird als Bürgergabe (10–20 Wellen) vertheilt, das übrige Holz sammt Rinde wird zum| Besten der Gemeindekasse, die daraus 1200 M. bezieht, verkauft. Doch bekommt jeder Bürger zum Neubau eines Hauses 4600’, zu einer Scheune 2395’ Stammholz. Die Weide wird von Fremden befahren. Sie trägt der Gemeinde 1300 M., die Pferchnutzung 300 M. Die Rindviehzucht ist sehr gepflegt. Fremde Schäfer lassen auf der Markung ca. 220 Schafe, rauhe Bastarde, Sommer und Winter laufen. Die Schweinemästung wird eifrig betrieben.


Alterthümer. In einer Sandgrube in der Au fanden sich neben dem Auweg ca. 11,40 Meter tief Knochentheile eines Elephas primigenius (Mammuth), ein Zahn des nordischen wollhaarigen Rhinoceros tichorhinus. Über die Grabhügel s. allg. Theil. Auf der Flur „Berg“ fand man 13 Schlüssel von alterthümlicher Form unter einem runden Stein versteckt und Hacken, wie zur Ersteigung einer Burg. Von früheren Münzfunden ist nichts mehr vorhanden. Auf der Flur „Leber“ gruben vor 70 Jahren die Schulknaben eine Menge Gewehrkugeln aus, die wohl aus dem 30jährigen Kriege stammen. Im obern Aulein stand ein Weiler, zu dem die Antoniuskapelle gehörte, um welche her ein Gottesacker gewesen zu sein scheint, da beim Straßenbau dort eine Menge Gebeine gefunden wurden. Ein Rest dieses Weilers war die Scheune, welche auf der Scheuerles-Wiese stand. Der Weiler ist ziemlich sicher Ruthardsdorf s. unten. Die Markung berührt die hohe Straße, auch Römerstraße genannt. Dieselbe hat beiderseits wallartige Erhöhungen. An alten Steigen sind zu erwähnen die Metzgersteige, auf welcher die Kocherthaler Metzger verkehrten, nach Crispenhofen, die Bergsteige zur Flur „Berg“ und von da zum Ruhbaum, das Aspensteigle nach dem abgegangenen Ort Aspen bei Forchtenberg, die Knocksteige nach Schleierhof über den Knock, die Östersteige über den Österberg nach Aschhausen, die Kreuzsteige zur Flur Greut.

Im untern Dorf befindet sich ein Rest einer alten Burg, die Bürg genannt, mit der Mauer und einem Thor, das jetzt Kellerthor ist. Auf der Grenze zwischen der Flur Hag und Stein unmittelbar an einer steilen Felswand über der Jagst steht noch ein Gemäuer 6’ hoch und 40’ lang und 30’ breit. Es fanden sich noch steinerne Staffeln. Von der Burg nach der Ruine im Hag oder dem Schloß im Stein, wie das Volk die Ruine nennt, läßt die Sage einen unterirdischen Gang gehen. Die Burg ist ohne Zweifel der Burgstall von W., den die| Grafen von Flügelau 1301 an Schönthal verkauften, s. unten. Wo die Klause gestanden, läßt sich nicht bestimmt nachweisen. Der Sage nach standen oberhalb der Kirche rechts und links in der Klinge zwei Einsiedeleien. Ein Stück des Gemeindewalds am Weg nach Schleierhof heißt der Klausenrain und darunter liegt die Klausenwiese, ein kleines Flürlein rechts vom Weg nach Schleierhof die Haseläcker.

Die Volkssage erzählt, auf der hohen Straße seien die Kreuzfahrer vorübergezogen.


Westernhausen, (die nach Westen gelegenen Häuser im Gegensatz zum Österberg) gehörte ursprünglich zum Besitz der Herren v. Krautheim und kam dann an ihre Erben, die Grafen von Eberstein, und von diesen an die Grafen von Flügelau. Auch die Grafen von Wertheim und die Herren von Düren hatten Lehengüter daselbst. Als Dürensche Lehensleute erscheinen die Herren v. Aschhausen (1291) ebenso die Herren v. Bachenstein besitzberechtigt, als wertheimische die Herren von Adelsheim und Seldeneck im 15. Jahrh. Aschbach, Gesch. der Grafen von Wertheim 1, 376 f. und Regest. 1499. Im Anfang des 14. Jahrhunderts finden sich auch Herren von W., wohl ein Zweig der Herren von Aschhausen. Später haben die Herren von Eicholzheim (1599) und Hochhausen (1308) Güter in W. Von Klöstern hatte Gnadenthal (1252, 1295. 1427) Komburg (1318) und Schönthal (1295) Besitzungen in W. Nach und nach erwarb Schönthal das ganze Dorf mit allen Rechten mit Ausnahme der Cent, Schatzung, Geleit, Zoll, Reise und Folge, welche Mainz gehörten. Die Vogtei stand Schönthal zu, welches auch den großen Zehnten bezog. Von dem abgegangenen Ort Breitenthal erhielt Westernhausen mit Schleierhof nach langem Streit mit Crispenhofen 1751 170 Morgen 1 Viertel 4 Ruthen an Äcker, Wiesen, Wüstung und Waldung mit dem Steinbruch, aus welchem 1622 das Schloß zu Laibach und 1630 die Kirche zu Krautheim erbaut wurde. (Schönth. Jurisdict.Buch.)

Die Mühle gehörte (nach dem Jurisdictionalbuch) früher der Gemeinde, später dem Kloster. Der Müller mußte dem Kloster Hunde halten.

Von dem Klösterlein zu Westernhausen hat sich nur eine Nachricht erhalten. 1406 St. Lucientag gab Guta Raus (in der Urkundenabschrift zu Westernhausen heißt sie Guta Bani) magistra claustri ordinis tertiae regulae S. Francisci, Mone| Quellen zur bad. Landesgeschichte 4, S. 157 a mit Rath ihrer Freunde ein Viertel des Zehnten zu Sindeldorf groß und klein, und zu dem Sersloch, eine Hofraithe zu Winzenhofen, die Kunz Müllers war, das Gut, das Fügers war, einen Weingarten zu Crispenhofen, der Herr Hansen Müllers war, an die Pfarrei Winzenhofen, wogegen der dortige Pfarrer allwöchentlich in der Kirche zu Westernhausen eine Messe lesen mußte. Die Pfarrer von Westernhausen und Marlach sollen über die Ausführung wachen. Im Nichtbeachtungsfall sollen die Güter an die Schwestern in der Klause zu Westernhausen fallen. Sig. Götz von Aschhausen und Kunz von Ebersberg. Jetzt ist die Stiftung seit 1828 vertheilt, der Pfarrer von Sindeldorf, welcher den Zehnten zu Sindeldorf bekam, hat 36 Messen, der zu W., welcher den Zehnten auf 2 Äckern bekam, 4, der Pfarrer von Marlach für den Zehnten auf dem Sershof und 4 Äckern 12 Messen zu lesen.

Die Pfarrei war früher von großem Umfang, es gehörte zu ihr Sindeldorf und Diebach und vielleicht in früher Zeit auch Winzenhofen. Das Patronat gehörte den Herren von Hartheim. 1358 wurde die Kapelle zu Sindeldorf durch B. Albrecht von Würzburg unter Zustimmung der Herren v. Hartheim zur Pfarrkirche erhoben und von Westernhausen getrennt. 1566 26. September trat Wolf von Hartheim zu Hartheim und Domeneck dem Kloster Schönthal das Patronat mit allen Gefällen, Rechten, Zehnten u. s. w. ab und erhielt dafür den halben Theil des großen und kleinen Zehnten und Gülten zu Hirschlanden im Bauland. (Urkd. Absch. in der Pf. Reg. in Westernh.) Das Filial Diebach wurde seit 1594 wegen der weiten Entfernung vom Pfarrer zu Sindeldorf pastorirt, ohne förmliche Trennung vom Pfarrverband mit Westernhausen. Diese Maßregel wurde wohl mit veranlaßt durch Mißtrauen gegen den Pfarrer, der später offen zur lutherischen Kirche übertrat und sein Amt aufgab. Er hieß Paul Muthlen.

Über die seit der Gegenreformation eingepfarrten Filiale s. Gem. Muthof.

Von 1682 an ließ Schönthal die Pfarrei durch Klostergeistliche versehen, 1702 11. Juni gab der Bischof seine Sanktion dazu. Die Pfarrer waren bis 1819 Konventualen.

Eine Schule bestand jedenfalls seit 1600 (Kirchenbücher). Durch den Reichsdeputationshauptschluß vom 25. Februar 1803 §. 6. kam Westernhausen mit Schönthal an die Krone| Württemberg. Die Gerichtsbarkeit fiel mit dem Amt Krautheim den Altgrafen Salm-Reifferscheid zu, gieng aber durch die rheinische Bundesacte v. 12. Juli 1806 auch an Württemberg über.

Zur politischen Gemeinde gehörten bis 1835 auch Büschelhof, Muthof, Schleierhof, Eichelshof und Spitzenhof, wurden aber in diesem Jahr zu einer eigenen Schultheißerei Muthof vereinigt.


Pfarrer: Wolprand, plebanus (W. U. 3, 164) 1225. Heinrich 1295, Staatsarch. Otto 1302 (Reg.). Reinhart von Hartheim 1358 (Reg.). Konrad 1363 (Staatsarch.). Kraft Frey 1401 (Reg.). Friedrich N. vor 1463 wird Pfarrer zu Gerichstetten (bad.), Truschelin von Miltenberg, 20 Jahre lang Pfarrer und zugleich Amorbachischer Schultheiß zu Gerichstetten vor 1464–79 (Amorb. Kopialb.). Georg von Hartheim 1479 f. Peter Imtäl 1502. Wilh. Bauer, † 1555. Paul Muthlen 1590–1606 wird lutherisch. Joh. Carpentarius, Sohn des Georg Wagner v. W. 1606–20. Joh. Walter, wahrscheinl. 1620, sicher 1628, † 1634. Adam Khun, 1634. Georg Khun. Mich. Schildknecht von Gerolfingen bei Ingolstadt 1635–43, † 31. Jan. Pater Franziscus, Subprior 1648. P. Gottfr. Weber 1649. Mart. Konr. Beyer (Bavarus) 1650. Joh. Molitor 1651. M. Joh. Georg Haim von Reichelsheim 1666. P. Joh. Beyer 1679. P. Wilh. Hohenrein 1681, 1683, 1693–1701. P. Amad. Bretzigheimer 1682, 1702. Paul Götz 1687–93. P. Marian. Wörner 1711. Dom. Emerich 1718. Am. Decker 1720. Angelus Münch 1728 (später Abt in Schönthal). Heinrich Brenner 1728. Wilh. Schäffer 1738. Michael Upilio 1743. Dom. Ebelein 1749. Mor. Weber 1768. Eugen Bamberger 1779. Angel. Stahl von Ballenberg 1785–89. Alberich Katzenberger 1789–1819. Ferd. Dannhauser 1820–25. Xav. Schöninger 1825–32. Jus. Braisch 1840–47. Franz Xav. Haßler 1848–74. Al. Ernst 1878.

Nach dem Jahrtagsverzeichnis waren Pfarrer Johann Ostertag und Heinr. Rüdinger.


Regesten der Herren von Westernhausen.

1306 28. Mai Fr. Heinrich v. Westernhausen, major cellerarius in Schönthal, Zeuge in einer Urkunde Boppos von Eberstein, Wib. 2, 253.

1310 23, Juni Friedrich v. Westernh. Zeuge in einer Urkunde Konrads v. Rosseriet.

1317. Gisela v. W., Nonne in Gnadenthal. Wib. 2, 185.

1357. Sitz v. W. im hohenl. Gültbuch von 1357.


Regesten der Ortsgeschichte.

1225. Wolprand, Pf. zu Westernhausen, Zeuge bei der Schenkung Alberts von Allfeld über Eschach an Schönthal. W. U. III, 164.

1252 Juli 22. Konrad v. Krautheim und Kunigunde ux. schenken dem Kloster Gnadenthal Güter in Westernhausen. Wib. 2, 57.

| 1266 Juni 14. bestimmt Konrad v. Krautheim, daß Gnadenthal nach dem Tode seiner Gattin auch die Güter in W., welche er ihr vermacht, erhalten soll. Wib. 2, 76.

1295 Febr. 24. verkauft Kl. Gnadenthal an Schönthal den Hof Walters zu W. Schönhuth 148.

1295 vergleicht sich Gnadenthal mit Konrad super Wallo über den Hof † Walters in W. und andere Güter. Wib. 4, 25.

1295 Sept. 27. Heinr. v. Bartenstein und Adelheid v. Aschhausen ux verkaufen alle ihre Güter in W., die 51/2 Pfd. gülten um 100 Pfd. an Schönthal. Arch. in Stuttg., Schönh. 49.

1306 s. Dörzbach.

1299 Nov. 12. Herman v. Krautheim, Vikar in Würzburg, stiftet den Marienaltar in Westernh. und vermacht demselben 2 casulae. Reg. b. 4, 703.

1299. Rupert v. Düren und sein Sohn Rupert eignet dem Kl. Schönthal die Lehengüter, welche Albert v. Aschhausen an dasselbe verkauft hat. W. F. 1847, 26.

1301 Mai 1. Konrad Gr. v. Flügelau und Otto sein Bruder verkaufen mit Zustimmung ihrer Mutter Beatrix, ihrer Schwester Mechtild, ihrer Oheime Heinrich und Boppo von Eberstein an Schönthal alle ihre Besitzungen zu W. montem ibi, in quo castrum fuit, qui vulgariter Burgstall dicitur, in Attenberg, Breitenthal, Eichholz und Winzenhofen, wie sie ihr Großvater von Eberstein besessen, für 292 Pfd. Staatsarch., W. F. 9, 78 f.

1302. Rupert v. Düren überträgt die Lehen, welche Heinrich v. Aschhausen zu Merchingen hat, auf Otto, Pf. zu Westernhausen. Staatsarch.

1306 28. Mai. Boppo von Eberstein spricht den Hof an, welchen Tirolf von Dörzbach an Gnadenthal geschenkt, der Hof wurde von Ulrich und Konrad Scheuermann und Walter, Sohn des sog. Untiffe, gebaut. Gnadenthal gibt an Boppo den Hof zu Büchelberg, wahrscheinlich Büchelich. Wib. 2, 252.

1307 St. Agnestag. Ulrich Schenk von Limpurg, Pfarrer zu Rengershausen, bekennt, daß er und seine Pfarrei keinen Anspruch an den Hof zu W. habe. Wib. 2, 283.

1310. Kraft Kiselme, Pfarrer zu Hohebach, gibt einen Hof zu Westernhausen an das Kl. Gnadenthal. Öhr. Arch.

1317. Konrad v. Bocksberg gibt das Patronat zu W. an Reinhard von Hartheim. Mon. b. 39, 325.

1318 Febr. 23. Komburg verkauft das Bachensteinsgut in W. an Schönthal für 11 Pfd. Staatsarch., W. F. 1850, 96.

1318 April 10. Boppo von Eberstein schenkt dem Kl. 1 Malter Fruchtgült in W. Staatsarch.

1322. s. Oberginsbach.

1332 Montag nach Ambr., 6. April, verkauft Walter v. Hertenstein und seine Gattin Anna 4 Jahresnutzungen des großen Zehnten zu W. also auf 4 Jahre an Schönthal. Sein Schwager Hans verspricht, das Kloster nicht zu hindern. Bürgen Joh. Ruhlin und Gerhart Neckermann. Staatsarch.

1340 Sept. 23. Elisabeth, Wittwe Gottfrieds von Hohenlohe| gibt dem Kloster Seligenthal einen Hof zu W. Reg. boic. 7, 289. Wib. 4, 45.

1355 15. März. Konrad von Bremen und seine Gattin Metza verkaufen die Stad-, Ried- und Stegwiese zu W. an Schönthal für 30 Pfd. Staatsarch.

1358 Juli 4. trennt B. Albert v. Würzburg die Kapelle zu Sundildorf von der Pfarrkirche zu W., wo Reinhart v. Hartheim Pf. war. Das Patronat gehörte Hein. und Konrad v. Hartheim und den Kindern des Andr. v. Hartheim. Mon. boic. 42, 591.

1363 Juni 15. Konrad Pf. zu Westernhausen verschreibt sich dem Kl., welches ihm das Gut Konr. Buselbergers zu W. zu Lehen gegeben. Staatsarch.

1368. Erkinger v. Hochhausen verzichtet auf seine Ansprüche an ein Gut zu W., das zu St. Peters Altar in Gnadenthal gehörte. W. F. 9, 56.

1371. Heinz Siegeling und seine Frau sagen der Äbtissin zu Gnadenthal das Erblehen zu W. auf, da er wegen Nichtbezahlung seiner Gült gefangen nach Waldenburg geführt wurde. Staatsarch.

1399 Dez. 6. Joh. v. Eichholzheim und seine Gattin Agnes v. Gebesedel schenken dem Kl. 2 Malter Spelt vom Zehnten zu W. Diese Gült spricht Hans v. Adelsheim an, aber Graf Joh. v. Wertheim spricht sie 1435 Dez. 2. dem Kl. zu. Staatsarch., W. F. 7, 597 ff. 5, 34, Schönh. 102.

1401 1. Mai. Kraft Frey, Pf. zu Westernh., verkauft dem Kl. Schönthal seine eigene Wiese Ottenwiese zwischen Buselberg u. Aspen.

1406. Guta Bani? oder Raus? stiftet die wöchentl. Messe, s. oben (ob von Veinau?).

1417, Samst. vor Bart., Anna v. Neuenstein, Witwe Machtolfs von Mönshein, Bürgerin zu Hall, bezeugt, daß Anna Kolerin und ihr Sohn Heinz Koler zu W. sich von der Leibeigenschaft um 4 fl. losgekauft haben. Staatsarch.

1427 Febr. 22. Kl. Guadenthal verkauft alle seine Güter, das Nonnenlehen, Nonnengarten und Nonnenwiese zu W. an Schönthal. Staatsarch., Schönhuth S. 170.

1465 s. Breitenthal.

1469 Dienstag nach Ägid. verkauft Sigm. von Neuenstein den halben Zehnten zu W., Wertheimisches Lehen, an Philipp v. Seldeneck für 240 fl.

1476 10. Juni. Hans und Georg von Aschhausen verkaufen die Pfälinwiese zu W., 2 Morgen, welche an die Wiese stoßen, die zum Schloß Bieringen gehört, und die Khun v. Düre inne hat, für 32 fl. an Abt Bernh. von Schönthal. Staatsarch.

1479 wird Georg v. Hartheim Pf. zu W. Staatsarch.

1489 erhält Kilian v. Berlichingen die Erlaubnis, eine Scheune auf der rauhen Helde zwischen Bieringen und Winzenhofen zu bauen. Staatsarch.

1489. Graf Mich. v. Wertheim eignet den halben Zehnten zu W. an Philipp v. Seldeneck, welcher ihn für 625 fl. an Schönthal verkauft. Staatsarch.

1502 wird ein Streit zwischen Abt Georg v. Sch. und Pf. Peter Imtäl wegen streitiger Zehnten und Novalien entschieden. Staatsarch.

| 1566. 26. Sept. s. oben Schönthal.

1571 Jan. 5. Abt von Schönthal und Gem. Westernh. vertragen sich wegen des Weinzehntens, den W. künftig unter der Kelter gibt. Schönthal baut die Kelter, W. gibt den Windwein ein Achtel vom Fuder. Zur Anschaffung von Kufen und Geschirr gibt das Kl. den Westr. 5 Stämme Eichenholz (Schönth. Jurisdictb.).

1608 6. Okt, Hohenlohe tritt seine Lehen und zinsbaren Güter zu W. an Schönthal ab. Regestb. des Amtes Ingelf.

1622 31. März liegen Soldaten in W. (Kirchenbücher), 1629 30. April solche vom Regiment Kronberg, ib.

1630 10. August wird ein Jüngling von einem Soldaten getödtet, 19. August ein Mann von einem Dieb bei Nacht durchbohrt, ib.

1634 sterben an der Pest 113 Personen, darunter 3 Pfarrer, ib.

1655 1. Jan. 1 Bettelfrau von einem Soldaten erstochen, ib.

1635 starben 56 Menschen, ib.

1636 3. Jan. Hans Reinhard v. Berlichingen verkauft eine Wiese zwischen W. und Winzenhofen an Schönthal für 264 fl. St.A.

1637 sterben 52 Personen.

1643 30. Sept. Soldaten vom Reg. Fugger, 8. Okt. Reiter vom Reg. Johann de Werths in W., ebenso 1644 30. Nov.

1647 brannte Westernhausen bis auf 18 Häuser nieder, da es die Franzosen muthwillig angesteckt. Das Volk wird von den Soldaten furchtbar geplagt (Schönth. Chr. in Donauesch.).

1648. Johann Carpentarius, Pfarrer zu Marlach und Winzenhofen, schenkt seine Mühle zu W. an Joh. Christoph. den Sohn Wolfg. Herdegens. Gastgebers zu Öhringen. Staatsarch.

1666 26. Juli wird Melchior Schildknecht von einem Lothringer Reiter erschossen, den Mörder tödtet das Volk. K.B.

1684 wird bei einem großen Sterben St. Sebastian zum Patron gewählt; das Sterben ist am heftigsten im Juni bis August. K.B.

1695. Pfalz-neuburgische Soldaten liegen in W.

1712 15. Jan. große Überschwemmung des Jagstthals. K.B.

1743 20. Nov. wird der Grundstein zur Kirche gelegt. K.B.

1744 herrscht in W. eine Viehseuche, die Gemeinde gelobt St. Wendelin ein Fest. Die Hofbauern führen wegen der Seuche die Steine nur vor das Dorf.

1748 21. Okt. wird die Kirche geweiht.

1781 schwere Seuche, nur Pfarrhaus und Schulhaus bleiben verschont.

1826 Gallenfieber in W., 40 Kranke.

1827 14.–21. Febr. 6–8 Fuß Schnee, 24 Grad Kälte.

1829 24. u. 25. Juni Hagel.

1844 25.–28. Febr. Hochwasser.

1865 Schleimfieber in W., 53 Todte.


Nach Pfaff wäre bei Westernhausen die Villa Ruthardsdorf, die man sonst bei Ober-Kessach mit der Flur Riedersnill und Riedernholz suchen möchte, gelegen. Eine Schönthaler Chronik nennt Ruthardsdorf, auch Rüttersd. und Rittersdorf genannt, villa quondam, nunc conjuncta marchiae Westernh. Das wäre also der abgegangene Weiler mit der Antoniuskapelle.

| 1290 9. April. Jutta, Witwe Sigfrieds v. Rosseriet, verkauft das würzb. Lehen und Afterlehen Ruperts von Düren, Zehnten in Urbach (Auerbach im Odenwald) an das Kl. Billigheim und trägt dafür Mangold v. Würzburg ihr Allod in Rutarsdorf als Lehen auf. Mon. boic. 38, 29.

1300 16. Sept. verkauft Diether v. Rosseriet Güter zu Ruthardsdorf an Schönthal, Zeugen sein Brudersohn Konrad, Diener Werner. W. F. 5, 22.

1310 Juni 24. verzichtet Konrad v. Rosseriet mit Guta ux. auf seine Ansprüche an Ruthersdorf, auf das Gericht, das Holz Kaltrein, die Helden (Heldenwald bei der Sachsenstraße). Nur 2 Wiesen, die Langwiese und die zwischen dem Weiler und der Jagst, die er mit seinem Bruder Ebolin gemeinschaftlich besessen, werden ihm zugesprochen. W. F. 5, 22, Schönhuth 59.

1319 April 11. Albrecht v. Hohenlohe verzichtet auf das Gut zu Rutharsdorf für einen Jahrtag. Staatsarch.

1351 März 23. kauft Schönthal von Maja v. Hornberg, Witwe Berenger von Berlichingen, Johann, ihrem Sohn und Marg. von Hartheim, dessen Gattin, ein Gut zu Rittersdorf Schönh. 82.

1405 März 25. verkauft Johann Eisenhut und Alheit Pfälin ux. 13/4 M. Wiesen zu Rüdersdorf an Schönthal. Schönh. 105.

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