Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zsasskowsky, Franz
Band: 60 (1891), ab Seite: 271. (Quelle)
[[{{{9}}}|{{{9}}} bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Anton Zschock in Wikidata
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zschock, Anton|60|271|}}

Zschock, Anton (Bürger und Humanist, geb. zu Hartberg in Steiermark 16. März 1775, gest. daselbst 24. October 1856). Ein schlichter Bürger der Stadt Hartberg, der das Gewerbe eines Wachsziehers und Wirthes betrieb, sich aber das Vertrauen seiner Gemeinde in solcher Weise zu gewinnen wußte, daß er in schwerer Zeit als der würdigste befunden wurde, die Stelle des Stadtrichters zu bekleiden. Fünfzehn Jahre versah er dieses Amt in musterhafter Weise und überließ es wohlgeordnet im December 1826 seinem Nachfolger. In seine Amtsperiode fällt Mehreres, was bleibender Erinnerung werth. So wurde unter seiner Leitung in Hartberg das Krankenhaus gegründet, verdankt diese Stadt ihm die Pflanzung und Erhaltung der noch bestehenden Kastanienalleen vom Capucinerkloster nach Maria Lebing und hinter dem Schloßgebäude; als Stadtrichter wirkte er ungemein fördernd auf den Feldbau seiner Gemeinde, sorgte für Veredlung des Weinstocks und des Obstes, so daß Hartberg bekannt war wegen Erzeugung des edelsten Obstes und vorzüglicher Traubensorten und Zschock’s am Stadtberge gelegene Wirthschaft in dieser Hinsicht als Musterwirthschaft galt. Als 1819 Erzherzog Johann die steiermärkische Landwirthschaftsgesellschaft ins Leben rief, befand sich Zschock unter den ersten, welche die Stützen derselben bildeten, und als 1841 zu Hartberg die Sparcasse gegründet wurde, gehörte er zu den eifrigsten Förderern dieser Anstalt. Auch sonst für alles Gute und Schöne in einer bei den unteren Ständen nicht gerade gewöhnlichen Weise empfänglich, war er seit 1849 Mitglied des Vereines für Beförderung der bildenden Künste; besaß selbst eine ansehnliche Bibliothek und darin viele kostspielige Werke, wirkte als erster Kirchenpropst und Armenvater der großen Haupt- und Stadtpfarre, ferner als Schulortsaufseher und war ein stiller, aber großer Wohlthäter der Armen. Dieses humanitäre [272] und ersprießliche Wirken gewann ihm die Achtung seiner Gemeinde in seltenem Grade, und seine Bestrebungen im Weinbau und in der Obstzucht trugen ihm wiederholt Preis- und Gesellschaftsmedaillen, und von der Pariser Ausstellung 1855 für trefflichen Wein von Hartberg, dem nördlichsten Punkte des steirischen Weinbaues, die Preismedaille ein.

Der Aufmerksame (Gratzer Blatt, 4°.) 1856, S. 1031: „Anton Zschock“.