Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Weidner, Paul
Band: 53 (1886), ab Seite: 274. (Quelle)
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Weidner, Joseph (Maler, geb. in Wien um 1805). Er bezog die k. k. Wiener Akademie der bildenden Künste, auf welcher er sich dem Porträt und Genrebilde mit solchem Erfolge widmete, daß er um die Mitte der Dreißiger-Jahre [275] schon den Ruf eines geschickten Künstlers besaß. 1826 begegnen wir ihm zum ersten Male auf der Jahresausstellung in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien mit zwei Bildnissen, deren eines das des Hofschauspielers Korntheuer war; dann folgten 1828 die des Generals Ignaz Grafen Gyulay und der beiden Bühnenkünstlerinen Betti und Wilhelmine Koberwein. Von dieser Zeit ab bis August 1868 erschienen in den genannten Jahres-, wie später in den Monatsausstellungen des neu gegründeten österreichischen Kunstvereines zeitweise und abwechselnd Bildnisse und Genrestücke seines Pinsels. Von den Bildnissen machte auf der Jahresausstellung 1846 das Familiengemälde, den Grafen L. Podstatzky-Liechtenstein mit Gemalin und Kindern darstellend, durch künstlerische Ausführung und treffende Aehnlichkeit der gemalten Personen Aufsehen. Von seinen Genrebildern seien erwähnt auf den Jahresausstellungen bei St. Anna 1832: „Der Abend“; – „Der Morgen“; 1834: „Milchmädchen aus Penzing“; – „Tiroler Gemsenjäger“; – „Knabe, Vögel verkaufend“; – „Tiroler Gemsenjäger im Moment des Schiessens“; – „Tiroler Gemsenjäger beim Morgenimbiss“; – 1837: „Der Almosensammler in der St. Stephanskirche“; in der August-Ausstellung 1868 des österreichischen Kunstvereines: „Gemsenjäger aus dem Canton Bern“. Im Mai 1841 veranstaltete der Künstler im Salon des gymnastischen Circus der Madame de Bach im Wiener Prater eine Ausstellung von Porträts und Genrebildern, sämmtlich Werken seiner Hand; von letzteren sind zu nennen: „Des Künstlers Atelier“; – „Ein Seesturm“, Copie nach Rebell; – „Ein Glas mit Rosen“; – „Die schlafende Mutter mit ihrem Säugling“; – „Wiener Obstmädchen“; – „Ein Nachtbild“, ein lebensgroßes Mädchen mit dem Licht in der Hand vorstellend. Vom Jahre 1868 ab begegnen wir den Arbeiten des damals 63jährigen Künstlers nicht mehr. Derselbe lebt wohl kaum noch. Sein Todesjahr ist uns nicht bekannt.

Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler-LexikonMünchen 1839, C. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XXI, S. 222. – Ausstellungs-Kataloge der Jahresausstellungen bei St. Anna 1826, 1828, 1830, 1832, 1834, 1837, 1844, 1846, 1847; der Monatsausstellungen des österreichischen Kunstvereines Mai 1857, Jänner und Februar 1858, April 1860, Mai 1863, August 1868.