BLKÖ:Vetés, Joseph Freiherr von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vetešník, Franz
Band: 50 (1884), ab Seite: 228. (Quelle)
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3. Dagegen brachte Joseph Freiherr von Vetés den Namen seiner Familie durch seinen Heldentod zu hohen Ehren. Er diente im siebenbürgischen Infanterie-Regimente Erzherzog Karl Joseph Nr. 2, heute Kaiser Alexander II. von Rußland, und war im Jahre 1757 Oberstlieutenant. Für sein ausgezeichnetes Verhalten in der Schlacht bei Kolin wurde er mit der Siegesnachricht nach Wien geschickt und noch im nämlichen Jahre zum Obersten befördert. Am 22. November 1757 fand bei Breslau zwischen dem österreichischen Heere unter dem Befehle des Prinzen Karl von Lothringen und des Feldmarschalls Daun und dem preußischen Heere unter dem Prinzen von Bevern eine mörderische Schlacht statt. Um neun Uhr des Morgens beginnend, dauerte sie bis in die Nacht. Seit der Schlacht von Planian war es die vollkommenste Niederlage, welche die Preußen erlitten. Die Oesterreicher eroberten 80 Kanonen; aber sie beklagten unter ihren Todten auch den Obersten Vetés, der bei der Recognoscirung gegen Meuselwitz fiel. Bei der Nachricht von dem Heldentode des Obersten rief Feldmarschall Daun wehmuthsvoll aus: „Wir haben einen Mann verloren, der zum Befehlshaber von Armeen geboren war; und ich schäme mich nicht, zu sagen, daß er mir am Tage der Schlacht bei Planian seinen Rath ertheilt hat und ein glückliches Werkzeug meines Sieges gewesen ist“. – Schließlich sei noch eines Umstandes gedacht, der sich an die Familie Vetés knüpft und in der alten magyarischen Sitte, vor dem Kampfe im Lande das Schwert umherzutragen, seine Grundlage hat. Nämlich sowohl vor der Schlacht von Sajó, als auch vor der unglücklichen bei Mohács war es ein Mitglied der Familie Vetés, welches in den Theißcomitaten das blutige Schwert umhertrug.