BLKÖ:Stwrtnik, Leopold Freiherr

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 40 (1880), ab Seite: 255. (Quelle)
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Stwrtnik, Leopold Freiherr (k. k. Oberst-Lieutenant, geb. am 1. October 1828). Sohn des 1869 verstorbenen Maria Theresien-Ritters Feldmarschall-Lieutenants Freih. August (II.) [S. 250] und Enkel des 1841 verblichenen Maria Theresien-Ritters August (I.) Freiherrn von S. [S. 248]. [256] Freiherr Leopold wurde 1847 Lieutenant im damaligen 6. Cürassier-Regimente (jetzt 6. Dragoner-Regiments) Graf Wallmoden, 1849 Rittmeister bei Savoyen und 1857 Major bei Kaiser Franz Joseph-Dragoner Nr. 11; 1862 zum Dragoner- (damals Cürassier-Regimente) Kaiser Nicolaus übersetzt, trat er 1864 mit Oberst-Lieutenants-Charakter in den Ruhestand über. Im Feldzuge 1848 und 1849 in Ungarn nahm er Theil an dem daselbst erkämpften notorischen Ruhm der ausgezeichneten Reiterbrigade Ottinger, in welcher, wie bekannt, das Cürassier-Regiment Wallmoden während des ganzen Krieges eingetheilt war. Am 20. April 1849, bei Gelegenheit einer Fouragerequisition, fand bei dem Dorfe Keresztur nächst Pesth ein lebhafter Zusammenstoß mit einer feindlichen Huszarendivision statt. Lieutenant Stwrtnik verlor hiebei das Pferd unter dem Leibe und vertheidigte sich zu Fuß gegen die ihn umringenden Huszaren mit außerordentlicher Tapferkeit; bereits hatten dem am Boden liegenden Officier, welcher durch den Blutverlust aus dreizehn, größtentheils Kopfwunden, immer schwächer werdend, noch den Ruf erhob: „Für meinen Kaiser sterbe ich gerne“, die Huszaren den Säbel entrissen und waren eben im Begriffe, den Tapfern mit hinwegzuschleppen, als eine erneuerte Attake der Cürassiere ihn aus den Händen des Feindes rettete. Während des italienischen Feldzuges 1859 befand sich Stwrtnik als Major im damaligen dritten Dragoner-Regimente Kaiser Franz Joseph; dieses Regiment war in der unglücklichen Brigade Lauingen eingetheilt, mit welcher er den verhängnißvollen Rückzug von Medole nach Goito am 24. Juni mitmachte.

Thürheim (Andreas Graf), Die Reiter- Regimenter der k. k. österreichischen Armee. Die Cürassiere und Dragoner (Wien 1862, Geitler, 8°.) Bd. I, S. 169, 289, 292.