BLKÖ:Spatzier, Johann

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 36 (1878), ab Seite: 70. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Johann Spatzier in Wikidata
GND-Eintrag: 121685845, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Spatzier, Johann|36|70|}}

Spatzier, Johann (Naturforscher, geb. zu Jägerndorf in Oesterreichisch-Schlesien 16. Mai 1806). Von seinem Vater zum Pharmazeuten bestimmt, trat er nach beendeten Vorbereitungsstudien in seiner Vaterstadt in die Apotheke „zum Engel“ ein, diente daselbst zwei Jahre und begab sich alsdann nach Wien, wo er in den Jahren 1825 und 1826 den pharmaceutischen Curs an der Wiener Hochschule durchmachte. Dann kehrte er nach Jägerndorf zurück, versah seit 1826 daselbst die Apotheke „zum schwarzem Adler“ durch neun Jahre als Provisor, worauf er Anfangs Jänner 1835 die [71] Apotheke „zum weißen Engel“ als Eigenthum übernahm. Neben seinem pharmaceutischen Berufe widmete er seine Muße dem Studium der vaterländischen Naturkunde. S. wurde eines der eifrigsten Mitglieder der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Brünn, an deren Berathungen und „Mittheilungen“ er sich als Mitarbeiter betheiligte. Insbesondere beschäftigte ihn die Flora in Oesterreichisch-Schlesien, wobei er namentlich den Apotheker Heinrich Grabowsky in Oppeln in seinen Arbeiten über Schlesiens Pflanzenwelt unterstützte und förderte. Aber auch die Fauna Schlesiens und vornehmlich den ornithologischen Theil derselben zog S. in den Bereich seiner Sammlungen und Beobachtungen. Bei Herausgabe der sechs Bände der Verhandlungen des naturforschenden Vereines in Brünn entfaltete S. mit Anderen eine hervorragende Thätigkeit. Im Druck erschienen von ihm in den vorgenannten Mittheilungen der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues: „Ueber den künstlichen Futterbau des Vaterlandes“, für welche Abhandlung ihm die Gesellschaft im Jahre 1829 die goldene Medaille übersandte; – dann „Die nützlichen Futterpflanzen“, welche auch gemeinschaftlich mit einer Abhandlung von F. Lux, betitelt: „Versuch einer Aufstellung der Regeln zur Ausmittelung des Viehstandes und des Futterbedarfes u. s. w.“ (Brünn 1831), im Druck herauskam; – „Verzeichniß über vaterländische (schlesische) Vögel nebst einigen naturhistorischen Bemerkungen“ (1831, S. 361 u. f.; S. 385 u. f.; S. 396 u. f.; S. 410 u, f.; 1832. S. 12 u. f.; S. 35 u. f.), – und in der Zeitschrift Lotos der gleichnamigen Prager naturforschenden Gesellschaft: „Kleine Mittheilungen aus der schlesischen Fauna“ (1859, S. 36); – „Agaricus praecox als Volksheilmittel“ (1860, S. 213). Ueberdieß hat S. Sammlungen über schlesische Alterthümer, Petrefacten, Mineralien, Amphibien, Vögel, Insecten und Pflanzen zum Behufe seiner eigenen Studien angelegt und dieselben sorgfältig aufgestellt und geordnet.

Nowack (Gabriel), Schlesisches Schriftsteller-Lexikon (Breslau 1843, W. G. Korn, 8°.) Heft VI, S. 142. – d’Elvert (Christian Ritter), Zur Culturgeschichte Mährens und Oesterreich-Schlesiens (Brünn 1868, gr. 8°.) S. 187, 195, 276, 298, 299, 322.