BLKÖ:Schumacher, August

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 32 (1876), ab Seite: 212. (Quelle)
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Nebenher ist auch eines Namensvetters unseres Schumacher zu gedenken, des Dichters August Schumacher (geb. zu Corbach 4. November 1790, gest. zu Moskau 18. Jänner 1864), der zu Oesterreich in mannigfacher Beziehung steht, abgesehen davon, daß er den „Wiener Prater“ in einer Scene, wie jene in Goethe’s Faust „Vor dem Thore“ besungen hat. Sie steht im Taschenbuche „Cornelia“ 1826, S. 267 u. f., mitgetheilt. Schumacher, der anfänglich die theologische Laufbahn erwählt und 1811 Pfarrer in Wetterburg war, begleitete als Consistorial-Assessor [213] 1817 den Prinzen Karl von Waldeck auf die Universität Heidelberg, bei welcher Gelegenheit er selbst die Rechte studirte. Im Jahre 1819 besuchte er mit dem Prinzen Wien, wo er längere Zeit sich aufhielt. Diesen Wiener Aufenthalt, den er später wiederholt zu haben scheint, benützte er zu lyrischen Ergüssen und Studien über Land und Leute, die in zwei Sammlungen erschienen, betitelt: „Herz, Schmerz und Scherz in Liedern“ (Wien 1821); – „Bilder aus den Alpen der Steiermark“ (ebd. 1822); das letztere Buch wurde wegen des darin enthaltenen Gedichtes „Prinz Johann“ von der Wiener Polizei mit Beschlag belegt und erst wieder freigegeben, nachdem das genannte Lied daraus entfernt worden war. Im Jahre 1848 tauchte es wieder auf und wurde vielfach verbreitet. Auch der Wiener Bühne ist sein Name nicht fremd geblieben. Das Theater an der Wien brachte von ihm folgende Stücke zur Aufführung: „Sigune“, nordisches Märchen in 3 Aufzügen, am 20. November 1823; – „Die Unzertrennlichen“, Drama nach dem Französischen, am 11. September 1824, und „Der Felsenthurm auf Rabenhorst“, Melodrama. Mit Soldaten, Schlachten, Geistern, Pferden, Spectakel, Einsturz eines Thurmes, im October 1826. Später verließ S. die theologische Laufbahn, wurde Kammerrath bei der Domänen- und Forstkammer, zuletzt Archivar, verließ 1854 den Staatsdienst und lebte in Pyrmont, ab und zu größere Reisen machend, auf deren einer er zu Moskau im Jahre 1864, im Alter von 74 Jahren, einem Rückenmarksleiden erlag. Auch ihm erging es wie seinem Wiener Namensvetter Andreas Schumacher, die Literaturgeschichten kennen seinen Namen nicht. [Abendzeitung. Von Theodor Hell, 1824, Nr. 32 u. 289; 1827, Nr. 3.]