BLKÖ:Schlik, Joseph Heinrich

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 112. (Quelle)
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31. Joseph Heinrich (geb. 14. October 1754, gest. 13. December 1807), von der Schlackenwerther Linie; ein Sohn des Leopold Heinrich Grafen Schlik [S. 113, Nr. 34] aus dessen Ehe mit Maria Antonia Gräfin von Frankenberg. Graf Joseph Heinrich widmete sich der diplomatischen Carrière und war 1786 Gesandter und bevollmächtigter Minister am kön. dänischen [113] Hofe zu Kopenhagen, 1788 aber am churmainzischen Hofe, wurde 1803 Oberstlandkämmerer und im folgenden Jahre Principal-Commissär auf dem böhmischen Landtage; auch besaß er die geheime Rathswürde. Zu den ererbten Stammgütern brachte er durch Kauf die von seinen Ahnen schon früher besessenen Herrschaften Welisch und Wokschitz an sich. Graf Joseph Heinrich benützte das Münzprivilegium seiner Familie nicht mehr und ließ es auf diese Weise verjähren. Sein Sohn Franz Heinrich, der nachmalige General der Cavallerie, bemühte sich vergeblich um die Restitution desselben. Graf Joseph Heinrich war mit M. Philippine Ludmilla Gräfin Nostitz-Rieneck vermält. Die auf diese Vermälung geprägte Medaille, welche in der „Beschreibung der böhmischen Privatmünzen und Medaillen“, auf Tafel LIX, Nr. 129, abgebildet ist, ließ des Grafen Sohn, der General, durch den Prager Medailleur Joseph Lerch von Lerchenau im Jahre 1846 anfertigen. Welches gesegnete Andenken der Graf nach seinem verhältnißmäßig frühen Ableben – denn er starb im Alter von 53 Jahren – hinterließ, erhellet aus der lateinischen Grabschrift zu Kopidlno, welche in der Uebersetzung lautet: „Der Freundlichkeit, der Wohlthätigkeit und der alten Treue war er in seiner Zeit ein glänzendes Muster, des Adels und der Großen Böhmens Zierde“. Seine Gattin M. Philippine Ludmilla geborne Gräfin Nostitz-Rieneck, die ihn um volle 37 Jahre überlebte, schuf sich durch die schönen Anlagen zu Jičjnowes und durch mannigfaltige Besserungen an den Kirchen und Schulen der Schlik’schen Domänen ein gesegnetes Andenken. Aus dieser Ehe ging der berühmte Reitergeneral Franz Heinrich Graf Schlik, dessen ausführliche Lebensskizze S. 116 steht, hervor. –