Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 71. (Quelle)
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Schlechter, Mathias (Tonsetzer, geb. zu Wien 17. September 1803). Bereits als Knabe erwarb er sich bei seinem ausgesprochenen Musiktalente eine nicht gewöhnliche Fertigkeit im Singen, Clavier- und Violinspiele. Indessen besuchte er die Schulen und sollte dem Wunsche seiner Eltern gemäß sich dem ärztlichen Berufe widmen. Aber die Liebe zur Kunst überwog. Er ließ das bereits begonnene medicinische Studium fahren und widmete sich fortan ganz seiner Lieblingskunst, der Musik. Bei Ferdinand Kauer [Bd. XI, S. 41] nahm er nun Unterricht in der Harmonielehre und dann bei Seyfried im Contrapuncte. So wurde er ein tüchtiger Pianist, ein gewandter Partituren- und a vista-Leser, wie nicht minder geschickter Orgelspieler und Gesangmeister. Als solcher und als Clavierlehrer seiner Zeit sehr gesucht, lebte er und lebt wohl noch in Wien. Aber auch als Compositeur war er geschätzt. Seine Compositionen bestehen in Präludien und Cadenzen, Clavier-Variationen, Ouverturen für ganzes Orchester, verschiedenen Instrumentalsätzen; in Liedern, Polonaisen, Concertino’s für das Horn, für den Contrabaß, [72] das Violoncell u. dgl. m.; auch in Kirchenstücken, darunter eine Messe, Graduale, Vaterunser, Liberia u. s. w., und dann noch in vielen Originalsachen und Arrangements für Militärmusik. Von allen diesen ist nur ein beträchtlich kleiner Theil – etwa 40 Nummern – im Stiche erschienen. Ein musikalisches Unterrichtsbuch, betitelt: „Der praktische Lehrer am Clavier“, war seiner Zeit sehr beliebt und erlebte mehrere Auflagen.

Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 295. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Jul. Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 470. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, gr. 8°.) S. 753.