BLKÖ:Schinnagl, Maximilian Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 30. (Quelle)
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Schinnagl, Maximilian Joseph (Landschaftsmaler, geb. zu Burghausen in Bayern im Jahre 1694, n. A. 1695, auch 1697, gest. zu Wien 22. März 1762). Sein Stiefvater Joseph Kammerlohr – nicht Kamelor, wie ihn Nagler nennt – war Maler in Burghausen, und bei diesem empfing S. den ersten Unterricht in der Kunst. Dann machte er unterschiedliche Reisen und kam zuletzt nach Wien, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm und daselbst, ein hoher Sechziger, starb. Schinnagl besaß als Landschaftsmaler seiner Zeit guten Ruf, die Gallerien von Wien und Schleißheim besitzen mehrere Gemälde seiner Hand. So die Belvedere-Gallerie vier Stück, nämlich vier „Waldlandschaften“ mit ländlichen Figuren, durch das ausgehauene Gehölz sieht man in der Ferne Gebäude und Berge (Leinwand 2′ 3″ breit und 1′ 8″ hoch); bei zweien erblickt man Wasser im Vordergrunde, an welchem mehrere Bauern fischen; auf einem Bilde sieht man zwei berittene Reisende mit einem Wegweiser, auf dem andern eine Bäuerin, die einen Knaben auf einem Karren führt (Leinwand 1′ 11″ breit und 1′ 5″ hoch); andere Werke seines Pinsels findet man im Privatbesitze und in kleineren Sammlungen von Kunstfreunden; so befanden sich Gemälde S.’s in der Sammlung des Salzverwalters H. J. Josch in Linz; dann besitzen die Gemäldesammlungen des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian und des Benedictinerstiftes Melk mehrere, letzteres vier landschaftliche Stücke S.’s. Seine Bilder stellen meist Waldlandschaften mit entsprechender Staffage, als: Jägern, Fischern und anderen ländlichen Figuren vor. Ausnahmsweise findet man Bilder mit religiöser Staffage. Die letztere ist aber seltener von ihm selbst, meist von Franz Christoph Janneck [Bd. X, S. 81] gemalt. In der Behandlungsweise erinnert S. an Joseph Orient [Bd. XXI, S. 98]. D. V. Bauer hat eine Landschaft mit Ruinen nach Schinnagl radirt und Haid eine solche in schwarzer Manier ausgeführt. – Es gibt noch drei Künstler desselben Namens, die sämmtlich in Wien gelebt und gearbeitet. In welchem Verwandtschaftsgrade sie zu dem Obigen gestanden, ist nicht bekannt. Diese sind: Franz Schinnagl, Landschaftsmaler (geb. 1739, gest. zu Wien 25. Mai 1773); – ein Leopold Schinnagl, Historienmaler (geb. 1727, gest. zu Wien 14. April 1762) und noch ein Max Schinnagl, gleichfalls Landschaftsmaler (geb. 1732, gest. zu Wien 25. December 1800). Die letztgenannten Drei, über deren Lebensverhältnisse und Arbeiten keine näheren Nachrichten vorliegen, fehlen sämmtlich in Nagler’s Künstler-Lexikon, der wohl noch einen Nikolaus Schinnagl, Kupferstecher des 16. Jahrhunderts, einen Johann Franz Schinnagl, Maler des 17., und Max Schinnagl, Architekten (gest. 1681) erwähnt, die jedoch zu den obigen vier Wiener Künstlern in keiner weiteren Beziehung stehen. Wenn man die Geburtsjahre des Franz (1739). Leopold (1727) und Max (1732) jenem des Maximilian Joseph (1694 oder 95 oder 97) entgegenhält, so könnten die drei genannten Franz, Leopold und Max die Söhne des Maximilian Joseph sein.

Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, [31] Fr. Beck, gr. 8°.) S. 45, 112, 123, 317, 396. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XV, S. 235 u. 261.