BLKÖ:Rzewuski, Michael Florian

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rzewuski, Paul
Band: 27 (1874), ab Seite: 345. (Quelle)
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6. Michael Florian R.[WS 1] (gest. im Jahre 1687), ein Sohn oder doch Enkel Christoph Rzewuski’s; zuerst 1663 Schatzmeister in Lemberg, dann Unterschatzmeister der Krone und 1674 königlicher Oberst. Ein ausgezeichneter Feldherr, focht er zuerst unter Czarnieczki gegen die Schweden, in der zweiten Schlacht bei Choczym hielt er den ersten Anprall der Türken auf und trug so wesentlich zum Siege bei; dann schlug er bei Zaslaw den Sultan Muradyn; am Dunajew hieb er 3000 Türken zusammen und nahm deren ebensoviel gefangen; erstürmte Mohylew, bei Zorownie kam er dem hartbedrängten Könige Johann III. Sobieski zu Hilfe, indem er sich durch die feindlichen Heereshaufen durchschlug, und erntete neue Lorbeeren bei Wien und Gran, wo er den Pascha von Silistria gefangen nahm. Von diesem Rzewuski heißt es in dem Romanzenkranze: „Von einer verschollenen Königsstadt“ (zweite Aufl., Hamburg 1857, Campe, 12°.): „Und Rzewuski, ein Komet. | Der dem Türken Unheil droht. | Eine Sense – wo sie mäht, | Ist die Ernte blasser Tod“; auch ist es der Nämliche, von dem Frankl’s „Sonntagsblätter“ 1843, S. 763, unter der Aufschrift: „Der Staroste und die Türken“, eine Unterredung mit einem gefangenen türkischen Bassa mittheilen. Nur führt dort Rzewuski den unrichtigen Taufnamen Michael; der Rzewuski, so vor Wien und Gran gefochten, heißt Nikolaus Florian. Noch that sich R. bei vielen anderen Gelegenheiten rühmlichst hervor und war einer der berühmtesten Paladine, welche der in Polens Geschichte so glorreich dastehende König Johann III. um sich versammelt hatte. Bei der Belagerung von [346] Kamieniec wurde R. vom Schlage gerührt und dann nach Lemberg gebracht, wo er im Jahre 1687 starb. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Nikolaus Florian R.