BLKÖ:Plachy, Georg

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Plachy, Wenzel
Band: 22 (1870), ab Seite: 388. (Quelle)
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1. Noch ist zu erinnern an den berühmten Priester der Gesellschaft Jesu, Georg Plachy (geb. zu Budweis in Böhmen im Jahre 1606, gest. zu Kuttenberg 19. April 1664). Ein Sohn des Stadtschreibers Simon Plachy, der ein Opfer seiner Pflichttreue und seines Patriotismus wurde, wie dieß ausführlich im Anzeiger aus dem südlichen Böhmen (Budweis, schm. 4°.) 1852, Nr. 18 u. 19, in den „Bildern aus der Vorzeit der Stadt Budweis“ erzählt wird. Plachy gehört dem böhmisch-adeligen Geschlechte der Třebnić an, trat im Alter von 17 Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu und wurde in demselben im Lehramte verwendet. Das Andenken an seinen Namen erhält sich durch sein wackeres Verhalten im Jahre 1648, als die Schweden Prag belagerten. Bereits hatten sich die Schweden eines Theiles der Stadt Prag bemächtigt, im anderen Theile aber jenseits der Moldau hatte die Bürgerschaft zu den Waffen gegriffen, da versammelte Plachy die Studenten auf der Universität, verschaffte ihnen Gewehre, wurde ihr Anführer und legte die Waffen nicht eher nieder, bis die Belagerung der Stadt aufgehoben wurde. Alsdann kehrte P. wieder zu seiner friedlichen wissenschaftlichen Beschäftigung zurück. Die unten angeführten Quellen geben ausführliche Nachrichten über sein braves Verhalten. Bei der ersten hundertjährigen Jubelfeier der schwedischen Belagerung Prags wurden Plachy’s Helm, Partisane und Handschuh feierlich herumgetragen. Die zweite Säcularfeier fiel anläßlich der Wirren des Sturmjahres 1848 aus. Isidor Proschko in seinem Roman: „Der Jesuit“ schildert ausführlich Plachy’s Schicksale. [Schiffner (Joseph), Gallerie der interessantesten und merkwürdigsten Personen Böhmens u. s. w. (Prag 1804, Johann Buchler) Bd. V, S. 166–202. – Pelzel (Frz. Martin), Böhmische, mährische und schlesische Gelehrte und Schriftsteller aus dem Orden der Jesuiten (Prag 1786, 8°.) S. 20. – Crugerius (G.), Sacri Pulveres, 19. April. – Sein Porträt befindet sich vor dem von Johann Norbert Zatoczil von Löwenbrück in čechischer Sprache verfaßten „Tagebuch der schwedischen Belagerung Prags vom 26. Juli bis 1. November 1648“.] –