BLKÖ:Pedál, Josepha

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Pederzani, Alois
Band: 21 (1870), ab Seite: 420. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Josepha Pedál in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Pedál, Josepha|21|420|}}

Pedál, Josepha (čechische Schriftstellerin, geb. zu Prag auf dem Wysehrad 18. Februar 1780, gest. 4. März 1831). Erscheint in čechischen Werken gewöhnlich mit der weiblichen Ausgangssylbe Pedálova. Ihr Vater war Töpfer und eine Schwester desselben, Anna, welche Nonne im Orden der Clarissinen war, suchte, nachdem ihr Kloster unter Kaiser Joseph II. aufgehoben worden, Zuflucht bei ihrem Bruder. Diese Nonne wurde Josepha’s erste Erzieherin und mochte zunächst im Herzen des Mädchens die Neigung für das klösterliche Leben geweckt haben, [421] welcher sie später auch nachgab. Nach dem plötzlichen Tode ihrer Tante besuchte Josepha die Mädchenschule auf dem Wysehrad, wo sie bald durch ihre geistigen Fähigkeiten vor Anderen sich bemerkbar machte. Im Alter von 23 Jahren trat sie, ihrer Vorliebe für das Kloster folgend – ob noch andere Motive dabei mitgewirkt, ist nicht bekannt – im November 1803 in das Kloster der Elisabethinerinen, wo ihr der sonst durch mancherlei Umstände erschwerter Eintritt in Folge mehrerer zufällig eingetretener Ereignisse wesentlich erleichtert wurde. Am 9. September 1805 legte sie das Ordensgelübde ab, nahm den Klosternamen Maria Antonia, unter dem sie auch gewöhnlich angeführt erscheint, an und lebte daselbst in klösterlicher Abgeschiedenheit ganz ihrem Berufe, arbeitete aber ununterbrochen fort an ihrer geistigen Ausbildung und beschäftigte sich nebenbei mit schriftstellerischen Arbeiten in ihrer Muttersprache. Unter dem angenommenen Namen Dobrovlastka (was etwa so viel bedeutet als die gute Patriotin) schrieb sie für den „Čechoslav“ und den von Tomsa redigirten „Poutnik slovanski“. Selbstständig gab sie heraus: „Život sv. Alžběty dcery krále Uherského Ondřeje II., kněžny Durinské a Hesské“, d. i. Leben der h. Elisabeth, Tochter des Königs von Ungarn Andreas II., Landgräfin von Thüringen (Prag 1817; zweite Aufl. 1843, 8°.); – „Serafka, dárek dcerkám městským“, d. i. Seraphine, ein Geschenk für städtische Mädchen (Prag 1826; zweite Aufl. 1832); – „Myrrhový věneček, aneb: Utrpením přichází s k blaženosti“, d. i. Der Myrthenkranz u. s. w. (Königgrätz 1828); – „Keř rozmarinový ze stínu do veřejne zahrady přesazený“, d. i. Der Rosmarinstock, aus dem Schatten in den wahren Garten verpflanzt (Prag 1830). Noch früher veröffentlichte sie ein Andachtsbuch für das weibliche Geschlecht unter dem Titel: „Chlebové posvátní, knížka modlicí pro ženskou osobu“, d. i. Das geweihte Brot, Andachtsbuch für das weibliche Geschlecht (Prag 1820; neue Ausg. 1826, 12°.) heraus. Nonne Maria Antonia verkehrte gern mit jungen Mädchen, in denen sie Sinn und Liebe für die heimische Sprache und Literatur zu wecken bemüht war. Mit dem Pfarrer Joseph Wlastimil Kamaryt [Bd. X, S. 414] stand sie im Briefwechsel, dessen Herausgabe Čelakovsky seiner Zeit vorbereitet hatte. Aber Censurhindernisse traten dazwischen und späterhin fand sich unter seinen nachgelassenen Schriften dieser Briefwechsel nicht vor, so daß er als verloren angesehen werden muß.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. VI, S. 199. – Litoměřický všeobecný domácí a hospodářský kalendář na rok 1864, d. i. Leitmeritzer allgemeiner Haus- und Wirthschafts-Kalender auf das Jahr 1864 [im Aufsatze über die Schriftstellerinen Böhmens].