BLKÖ:Neruda, Johann Georg

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Neruda, Johann
Band: 20 (1869), ab Seite: 189. (Quelle)
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Neruda, Johann Georg (Tonsetzer, geb. zu Rossicz in Böhmen im Jahre 1706, gest. zu Dresden im Jahre 1780). Seine Erziehung und musikalische Ausbildung erhielt er in seiner Heimat. Für die Musik besaß er ausgesprochenes Talent und große Neigung. Er wendete sich ihr auch ausschließlich zu, vervollkommnete sich insbesondere im Violinspiele [190] und spielte einige Zeit bei einem Theater-Orchester, dann machte er Kunstreisen, auf welchen er sein Talent zur Geltung brachte, und im Jahre 1750 folgte er einem Rufe an die churfürstliche Capelle in Dresden, an welcher er bis an seinen, im Jahre 1780 erfolgten Tod, also 30 Jahre, diente. N. hat nicht nur mehrere ganz tüchtige Schüler, so unter Anderen den seiner Zeit viel gerühmten Concertmeister des Markgrafen von Schwedt, Joseph Simon Heinze (auch Hinze und Häntze), in der Musik ausgebildet, sondern auch Mehreres für das Instrument, das er mit Meisterschaft handhabte, componirt. Von seinen zahlreichen Compositionen kennt man 18 Symphonien, 14 Violinconcerte, 24 Violintrio’s, 6 Violinsolo’s, wovon 6 mit ausgearbeiteten Fugen versehen sind. Von allen diesen Werken sind jedoch nur 6 Violintrio’s im Jahre 1763 im Stiche erschienen. Auch seine beiden Söhne Ludwig und Anton hat N. zu tüchtigen Tonkünstlern herangebildet und dienten beide im Jahre 1794 als Kammermusiker in der Dresdener churfürstlichen Capelle. – Auch Johann Georg’s Bruder, der Prämonstratensermönch Johann Chrysostomus Neruda (geb. zu Rossicz 1. December 1705, gest. 2. December 1763) war ein vortrefflicher Violinspieler und machte sich um sein Stift Strahow als Chorregent, welche Stelle er einige Jahre bekleidete, viel verdient.

Dlabacz (Gottfried Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 370. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 646. – Gerber (Ernst Ludwig), Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1790, J. G. I. Breitkopf, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 18. – Derselbe, Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, A. Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 570. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 24. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1824, S. 264, im Aufsatze: „Die Tonkunst in Böhmen“, von J. Ritter von Rittersberg. – Slovník naučný. Red. Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 782.