BLKÖ:Menis von Selvanera, Wilhelm Ritter

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 357. (Quelle)
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Menis von Selvanera, Wilhelm Ritter (Arzt und Schriftsteller, geb. zu Brescia im Jahre 1793). Widmete sich nach beendeten philosophischen Studien der Arzneiwissenschaft, und wurde nach erlangter medicinischer Doctorwürde bereits im Jahre 1813 als Militärarzt verwendet, war dann von 1816 bis 1823 als Gemeindearzt in Offero und Lessina thätig, worauf er im letztgenannten und im Jahre 1824 provisorisch das Kreisphysicat zu Ragusa versah. Nun kam er als Bezirksarzt nach Curzola und blieb daselbst, bis ihn der Vicekönig Erzherzog Rainer mit Erlaß vom 2. April 1827 zum Delegationsarzt für Brescia ernannte. Nach mehr als zehnjähriger Thätigkeit daselbst wurde er mit Allerh. Entschließung vom 19. Juni 1838 zum Gubernialrathe und Protomedicus für ganz Dalmatien ernannt, und wirkte auf diesem Posten bis zu seiner im Mai 1853 erfolgten Versetzung in den Ruhestand. Während dieser vierzigjährigen Dienstzeit hat M. als Arzt und Naturforscher eine sehr verdienstliche Wirksamkeit entfaltet. So erhielt er den amtlichen Auftrag, die klimatischen Verhältnisse von Ossero zu beobachten und darüber zu berichten, da es sich um die Errichtung eines Correctionshauses für verurtheilte Sträflinge handelte; später stellte er seine Beobachtungen in sanitätischer und physikalischer Hinsicht auf der Insel Meleda an, auf welcher vulcanische Erscheinungen sich in einer für die Bewohner der Insel besorgniserregenden Weise gezeigt hatten; ebenso besuchte er zum Zwecke medicinisch-wissenschaftlicher Studien die Stadt Mostar in der Herzegowina. Als er als Protomedicus in Zara fungirte, wurde er zum Director des National-Museums und darauf zum Präsidenten der Commission ernannt, welche das Project einer in Zara zu errichtenden wissenschaftlichen Gesellschaft [358] zu untersuchen und darüber das Gutachten zu erstatten hatte. Als endlich im Jahre 1851 in Paris ein wissenschaftlicher Sanitätscongreß mit Abgeordneten aller Staaten sich versammelte, um ein einheitliches System in Behandlung der Quarantaine und des Lazarethwesens im mittelländischen Meere zu entwerfen, und nach erfolgter Berathung zu beschließen, wurde von Seite Oesterreichs Dr. Menis dahin beordert. In Anerkennung dieser und anderer, im Sanitätswesen von M. geleisteten Dienste wurde derselbe mit Allerh. Entschließung vom 12. Mai 1853 mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe ausgezeichnet, worauf er den Statuten gemäß noch im Laufe des nämlichen Jahres in den erbländischen Ritterstand mit dem Prädicate von Selvanera erhoben wurde. Auch auf schriftstellerischem Gebiete war M. thätig. Mit Uebergehung seiner verschiedenen Gelegenheitsgedichte, welche in der „Biblioteca di Fra Innocenzo Ciulich“, in Valentinelli’s „Bibliografia della Dalmazia e del Montenero“ und in den Supplementi dazu, und endlich im „Saggio di Bibliografia Istriana“ verzeichnet stehen, sind von ihm folgende Schriften erschienen: „Saggio di Topografia statistico medica della provincia di Brescia, aggiuntevi le notizie istorico-mediche sid colera epidemico che la desolò nel 1836“, 2 vol. (Brescia 1837,8°.); – „Hygea, de arte bene duique vivendi liber primus“ (Zara 1847, 8°.), vergleiche darüber die Zeitschrift Dalmazia 1847, Nr. 17; – „Il mare adriatico descritto ed illustrato, con notizie topographiche, fisiche, ethnografiche e storiche, raccolte ed ordinate“ (Zara 1848, Battara, 8°.); die in dem zu Triest erscheinenden „Giornale del Lloyd austriaco“ im Jahre 1848 in den Nummern 58, 59, 61, 65, 68, 112, 113, 116–118, 159 u. 160 unter der Ueberschrift: „Dell’Adriatico“ abgedruckten Artikel von Menis dürften wohl nur einzelne Fragmente des vorgenannten Werkes sein.

Ritterstands-Diplom vom 27. September 1853. – Gliubich di Città vecchia (Simeone Abb.), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Vienna e Zara 1856, 8°.) p. 208. – Valentinelli (Giuseppe), Bibliografia della Dalmazia e del Montenegro (Zagrabia 1855, Gaj, 8°.) p. 45, No. 215; p. 107, No. 658; p. 110, No. 681; p. 174, No. 1089; p. 232, No. 1467; – und desselben Supplementi ecc. ecc. (Zagrabia 1862, L. Gaj, 8°.) p. 33, No. 238; p. 73, No. 607; p. 74, No. 612. – Biblioteca di Fra Innocenzo Ciulich nella libreria de’ RR. PP. Francescani di Ragusa (Zara 1860, 8°.) p. 292, No. 1812; p. 368, No. 2998; p. 378, No. 2701; p. 385, No. 2767; p. 388, No. 2802; p. 406, No. 3011. – Saggio di Bibliografia istriana pubblicato a spese di una società patria (Capodistria 1864, Gius. Tondelli, gr. 8°.) p. 43, No. 347; p. 85, No. 685. – Wappen. Ein schräge gevierteter Schild. In dem oberen blauen Felde wächst eine natürliche, von einer ebenfalls natürlichen Schlange dreifach an ihrem Stamme umwundene Cypresse hervor. Das untere silberne Feld zeigt eine blaue, golden besaitete Apolloharfe. Im rechten goldenen Seitenfelde ist eine braune Dogge, im linken rothen ein natürlicher Panther, beide auf der Theilungslinie aufspringend, der erstere nach einwärts, der letztere nach vorwärts schauend, zu sehen. Auf dem Schilde ruhen zwei zueinandergekehrte gekrönte Turnierhelme. Aus der Krone des rechten Helms wachsen vier wallende Straußenfedern, silbern und blau abwechselnd, hervor; die Krone des linken Helms trägt zwei mit den Mundlöchern von einander gerichtete Büffelhörner, von denen das rechte von Gold und Roth schrägrechts, das linke von denselben, aber gewechselten Tincturen schräglinks getheilt ist. Die Helmdecken sind rechts blau mit Silber, links roth mit Gold belegt.