BLKÖ:Meddlhammer, Albin Johann Baptist von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Medaković, Danilo
Band: 17 (1867), ab Seite: 238. (Quelle)
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Meddlhammer, Albin Johann Baptist von (Schriftsteller, geb. zu Marburg in Steiermark im Jahre 1777, gest. 8. Februar 1838). Als Schauspieler führte er den Namen Flet, als Schriftsteller schrieb er seine touristischen Werke unter den Pseudonymen Alexander und August Ellrich und seine Theaterstücke unter dem Pseudonym Albini. M. trat in jungen Jahren in die kaiserliche Armee, wurde Officier und machte die Feldzüge gegen die Franzosen in Italien mit. In einem Gefechte gerieth er in Gefangenschaft, wurde in das Innere von Frankreich transportirt und längere Zeit in Aix und Marseille festgehalten. Endlich war es ihm gelungen, sich selbst durch die Flucht zu befreien; nun wurde er Schauspieler, schloß sich einer Wandertruppe an und spielte einige Zeit unter dem Namen Flet auf deutschen Bühnen. Als sich aber die Aussichten wieder für den Krieg gestalteten, trat er von Neuem in die österreichische Armee und focht in den Reihen derselben wieder in Italien. Im Jahre 1804 nahm er seinen Abschied und machte eine größere Reise durch Italien, Frankreich, Deutschland, die Schweiz und Ungarn. Während seines mehrjährigen Aufenthaltes in Italien hatte er sich die italienische Sprache sehr gut angeeignet und ertheilte nun längere Zeit in Ungarn Unterricht in derselben. Später ging er nach Berlin, wo er eine Anstellung als Lehrer der italienischen Sprache am Gymnasium zum grauen Kloster erhielt und als solcher im Alter von 61 Jahren starb. Unter seinem wahren Namen gab er heraus: „Handbuch der italienischen Spruche, oder Sammlung gewählter Stücke aus den classischen Dichtern und Prosaikern Italiens u. s. w.“ (Berlin 1826, gr. 8°.); – „Briefe an Isabella über die italienische [239] Sprache und andere interessante Erscheinungen im Reiche der Literatur, der Künste u. s. w., Januar bis März“ (ebd., mit Vign., gr. 8°.); – die unter dem Pseudonym Alexander erschienene Schrift: „Das Leben und Treiben des Italieners in und ausser seinem Hause, dargestellt durch eine Reihe humoristischer Schilderungen, lustiger Szenen und charakteristischer Anekdoten; als ein Beitrag zur Kenntniss der heutigen Bewohner Hesperiens“ (Berlin 1828, Krause, 8°., mit 1 Steindr. Taf.), soll ihn zum Verfasser haben. Unter dem Pseudonym August Ellrich gab er heraus: „Die Ungarn, wie sie sind. Charakterschilderung dieses Volkes in seinen Verhältnissen und Gesinnungen“ (Berlin 1831, gr. 12°.); – „Genrebilder aus Oesterreich und den verwandten Ländern“ (Berlin 1832, 8°., mit einer Titelvign. und Musikbeil.). Am bekanntesten aber hat er sich als dramatischer Dichter unter dem Pseudonym A. Albini gemacht, und unter demselben folgende Stücke durch den Druck veröffentlicht: „Spenden für Freunde des Scherzes“ (Berlin 1827, 8°.), worin folgende Stücke enthalten sind: „Die Bekehrten, oder der türkische Edukationsrath. Posse in zwei Acten“, – „die Menagerie, Lustspiel in drei Acten“, – „der kleine Proteus, dramatische Aufgabe in einem Act“; – „Der Weise im Thale, Lustspiel“ (Berlin 1828, 8°.); – in Kotzebue’sAlmanach dramatischer Spiele“, im 30. Jahrgange (1832): „Seltsame Ehen. Eine Posse für den Carneval“; – in dem zuerst von Holtei, später von Gubitz herausgegebenen „Jahrbuch deutscher Nachspiele“ (dann „Bühnenspiele“), im 3. Jahrgange: „Fragt nur mich um Rath. Lustspiel“; – im 6. Jahrgange: „Zu zahm und zu wild. Lustspiel in drei Aufz.“; – im 7. Jahrgange: „Kunst und Natur. Lustspiel in vier Aufz.“; – im 11. Jahrgange: „Frauenliebe, Schauspiel in vier Acten“; – im 13. Jahrgange: „Studenten-Abentheuer, oder eine Helena des 19. Jahrhunderts. Posse für den Carneval, in zwei Acten“; – im 14. Jahrgange: „Das Crimen plagii, oder die Gleichen haben sich gefunden. Posse in einem Act“; – im 15. Jahrgange: „Endlich hat er es doch gut gemacht. Lustspiel“; – im 16. Jahrgange: „Im Kleinen wie im Großen. Lustspiel“; – im 17. Jahrgange: „Der General-Hof-Schneider. Posse“; – im 18. Jahrgange: „Was den Einen tödtet, gibt dem Anderen Leben. Dramatischer Scherz“; – „Mir gelingt Alles. Lustspiel“; – im 19. Jahrgange: „Der Familien-Congreß. Burleskes Familien-Gemälde“; – in dem von Alexander Cosmar herausgegebenen „Berliner Theater-Almanach“ für das Jahr 1837 (2. Jahrgang) „Enzian, eine Burleske“; – für das Jahr 1838 (3. Jahrgang) „Phlegma siegt, oder das Messer des Virginius. Posse“; – und in dem von Gustav Ritter von Franck bei Brockhaus in Leipzig herausgegebenen „Taschenbuch dramatischer Originalien“. im 2. Jahrgange: „Die gefährliche Tante. Lustspiel“, und im 3. Jahrgange: „Die Rosen. Ein dramatisches Gemälde“. Ob die in Meyer’s „Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände“, Band XX, Seite 1193 und 1194, auch ihm zugeschriebenen Stücke: „Der Bürgermeister von Saardam“ und „Peter der Große“, auch wirklich von ihm und überhaupt im Drucke erschienen sind, ist mir nicht gelungen, aufzufinden. Albini ist als Lustspieldichter „gefällig, leicht und gewandt“; manchmal streift er an’s Possenhafte, aber im Ganzen bleibt er fein; weniger originell in Erfindung, schafft er doch köstliche Situationen und [240] ergötzt im Dialog nicht so sehr durch durch schlagfertigen Witz als durch Gewandtheit, Natürlichkeit und eine nicht zu unterschätzende Munterkeit. Mehreres von ihm, wie „Kunst und Natur“, – „Die gefährliche Tante“, – „Die Rosen“ sind noch zur Stunde Repertoirstücke, werden die darin vorkommenden Paraderollen für Frauen und Männer von Schauspielern gerne gespielt und vom Publicum immer gut aufgenommen. Ein höherer Maßstab aber darf an diese Arbeiten nicht gelegt werden, welche in die Kategorie des mittelmäßigen Schlendrians gehören, den das tägliche Repertoire braucht.

Kneschke (Ernst Heinrich Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (Leipzig, Friedrich Voigt, gr. 8°.) Bd. VI, S. 201. – Porträt. Gest. von Stöber (Leipzig, Breitkopf u. Härtel, 8°.).