BLKÖ:Lumpert, Joseph Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Lumnitzer, Stephan
Nächster>>>
Luosi, Joseph conte
Band: 16 (1867), ab Seite: 160. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Anton Lumpert in der Wikipedia
Anton Lumpert in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lumpert, Joseph Anton|16|160|}}

Lumpert, Joseph Anton (Bürgermeister von Wien, geb. zu Köglen im Oberinnthale Tirols 13. November 1757, gest. im April 1837). Sein Vater Christian betrieb Handelsgeschäfte mit der Schweiz. Der Sohn, den seine Eltern für den geistlichen Stand erzogen, besuchte das Gymnasium und die philosophischen Schulen in Innsbruck; da er aber keine Neigung zum geistlichen Stande besaß, ging er im Jahre 1780 nach Wien um dort die Rechte zu studiren, und trat nach beendeten Studien bei dem peinlichen Richteramte des Wiener Magistrates, der eben kurz zuvor (1. November 1783) auf Befehl des Kaisers Joseph II. war organisirt worden, in Dienste. Im November 1786 erhielt L. eine angesuchte eben erst systemisirte Registrantenstelle, im März 1789 wurde er Rechtsprotokollist des Criminalsenats, im Mai 1791 Secretär, worauf er in gleicher Eigenschaft im Jahre 1794 in die höhere [161] Gehaltsstufe einrückte. Nachdem er in Folge seiner ausgezeichneten Dienstleistung von dem k. k. n. ö. Appellationsgerichte ohne vorangegangene Richteramtsprüfung die Wahlfähigkeit zu einer Criminalrathsstelle erlangt hatte, wurde er im Jänner 1795 zum Criminalrathe gewählt. Am 29. September 1814 wurde er Vice-Bürgermeister, am 9. December 1823 wirklicher Bürgermeister der Hauptstadt des Reiches und zugleich k. k. Rath. Am 9. Jänner 1837 vollendete er sein vierzigstes Dienstjahr, das er nur um ein paar Monate überlebte. Er starb im Greisenalter von achtzig Jahren. Sein Biograph rühmt an L. den hellen Verstand, gewandten Blick, reichen Schatz von Kenntnissen und Erfahrungen, die leidenschaftslose Ueberlegung und Ruhe, Genauigkeit, Klarheit und gediegene Vollendung im Vortrage, lautere unbeugsame Gerechtigkeit. Seine Mitbürger, die ihm das unbegrenzte Vertrauen, das er sich eben durch seine trefflichen Eigenschaften erworben, entgegenbrachten, ehrten sein Andenken, indem sie eine Gasse der Residenz nach ihm die „Lumpertsgasse“ benannten.

Staffler (Johann Jacob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Felic. Rauch, 8°.) Bd. I, S. 322.