BLKÖ:Lobkowitz, Eva Eusebia von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 320. (Quelle)
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15. Eva Eusebia von Lobkowitz (gest. 11. August 1624), die Tochter des unglücklichen, in Haft gestorbenen Georg [s. d. S. 321, Nr. 21] und der ebenso unglücklichen, von ihrem wahnsinnigen Sohne aus erster Ehe, Ferdinand von Sternberg, ermordeten Katharina von Lokšan. Eva Eusebia war eine der ausgezeichnetesten Frauen ihrer Zeit, sie besaß eine classische Bildung, war der lateinischen und griechischen Sprache vollkommen mächtig und die aufopfernde kindliche Liebe, womit sie ihren unglücklichen Vater in seinem Kummer aufrecht hält, spricht für einen nicht geringeren Adel ihrer Seele als jenen ihrer hohen Geburt. Durch eilf Jahre theilte sie mit ihm die Gefangenschaft und machte während dieser Zeit die unglaublichsten Anstrengungen, um seine Begnadigung zu erwirken. Sie veranlaßte die Herausgabe einer ausführlichen Vertheidigungsschrift, an deren Abfassung sie sich selbst betheiligt hatte. Aber unglücklicherweise war die Wirkung dieser Schrift eine entgegengesetzte, Georg’s Haft wurde verschärft, er von Glatz nach Ellbogen überführt, Eva Eusebia von ihrem Vater getrennt und im St. Georgskloster am Hradschin verwahrt, wo sie bis zum Tode ihres Vaters (1607) verblieb. Was die oberwähnte Schrift betrifft, so war sie von dem berühmten Cluverius[WS 1], der sich unter einem Pseudonym verbarg, verfaßt. Ihr Titel lautet: „Philaretis Amyntae Codomani Apologia pro Georgio Popelio Barone de Lobkowitz, regni Bojohemiae quondam supremo aulae praefecto, post ab Imperatore Rudolpho secundo, Hungariae ac Bohemiae rege per duodecim annos, contra jus fasque, carcere adtento ad Reges, Principes, caeterosque christiani nominis mortales“ (Dicaeopoli [Leyden], apud Theophilum Agathonem anno MDCVI, 143 Bl. 8°.). Die Schrift ist heut zu Tage bereits sehr selten. Cluverius, dessen Incognito von den Jesuiten aufgedeckt wurde, hatte dafür eine zwar kurze, aber sehr schwere Haft zu überstehen. Nach dem Tode ihres Vaters, 1607, wurde auch Eva Eusebia ihrer Haft im St. Georgskloster ledig und heirathete dann ihren Vetter Johann Nikolaus von L., dem sie aber keine Kinder geschenkt, und mit dem der Zbirower Zweig der Popel-Lobkowitz im J. 1614 erlosch. Vielleicht ist anläßlich dieser Trauung die vergoldete Kupfermedaille angefertigt worden, mit dem Avers: Wappen der Lobkowitz. Umschrift: Rosette. IOANNES * NICOLAUS * BARO: A: LOBKOWICZ * Revers: dasselbe Wappen. Rosette. EVA . EUSEBIA MARIA LOBKOWSKA . ROSENA Z LOBKOWI:c (d. i. geborne von Lobkowitz). [Bohuslai Balbini, Boemia docta; edidit P. Candidus a S. Theresia (Pragae 1777, Hraba, 8°.) p. 236. – Miltner (Heinrich Ottocar), Beschreibung der bisher bekannten böhmischen Privatmünzen u. s. w., wie oben, S. 297.] –

Anmerkungen (Wikisource)