Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 195. (Quelle)
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Linda, Joseph (čechischer Schriftsteller, geb. zu Mitrowitz in Böhmen gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts, gest. zu Prag nach dem „Slovník“ am 19., nach Jungmann am 10. Februar 1834). Trat, nachdem er an der Prager Universität die Rechtsstudien beendet, als Amanuensis bei der Prager Universitäts-Bibliothek ein. An derselben diente er von 1822–1825, gab aber seiner leidenden Gesundheit wegen den Dienst auf und starb in noch jungen Jahren. L. wird zu den besseren čechischen Schriftstellern seiner Zeit gezählt, und sein Roman „Wenzel und Boleslaus“ machte bei seinem Erscheinen im Jahre 1818 großes Aufsehen und wird als der erste čechische Nationalroman bezeichnet. Immerhin ward er aber überschätzt, was sich aus der nationalen Strömung, welche schon damals durch die Böhmerlande ging, erklären läßt. Noch ist zu bemerken, daß L. länger Zeit für den Urheber der Dichtungen in der Königinhofer Handschrift[WS 1] gehalten wurde. Der Schwerpunct der literarischen Thätigkeit Linda’s fällt in seine Redaction mehrerer Journale, und zwar des:[WS 2] „Shromážditel nad Vltavou“, d. i. der Sammler an der Moldau, welche Beilage der Pražské noviny im Jahre 1819 als von Kramerius [Bd. XIII, S. 119] redigirt erscheint, während in Wahrheit Linda ihr Redacteur war; – des „Zwěstowatel“, d. i. der Verkündiger, den er von 1820–1824 bei Schönfeld herausgab; dann der „Rozličnosti Pražský Nowin“, d. i. Miscellen der Prager Zeitung, welche von 1826–1833 erschienen. Sonst gab er noch den oberwähnten Roman: „Záře pohanstwem, nebo Wácslawa Boleslaw wyobrazení z dáwnowěkosti wlastenske“, d. i. der Glanz des Heidenthums, oder Wenzel und Boleslaus; ein Bild aus der vaterländischen Vorzeit (Prag, 8°.), heraus, der nach Doucha im Jahre 1815, nach Jungmann aber erst im Jahre 1818 erschienen ist; – „Jaroslaw Sternberg w boji proti Tatarům, diwadelníhra,“, d. i. Jaroslaw Sternberg im Kampfe gegen die Tartaren, Schauspiel (Prag 1823, 8°.) und aus dem Deutschen für Kinder übersetzt: „Obrazní příodoznamská kníha“, d. i. Bildliche Naturgeschichte, mit vielen Abbildungen (Prag 1823). Seine Uebersetzungen der beiden Dramen Schiller’s: „Fiesko“ und „Kabale und Liebe“, sind Handschrift geblieben.

Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.) Zweite, von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 593. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, [196] I. L. Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 1292. – Doucha (Frantísek), Kníhopisný slovník česko-slovenský, d. i. Čechisch-slavisches Bücher-Lexikon (Prag 1863, I. L. Kober, Lex. 8°.) S. 125 [daselbst heißt es auch weiter unten: Linda, Samuel Gottlieb. Eine biographische Skizze (Wien 1823); hier soll statt Linda, Linde stehen; denn von dem berühmten polnischen Lexikographen Samuel Gottlieb Linde [s. weiter unten] handelt die angeführte, bei Gerold in Wien erschienene Lebensskizze].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vergleiche dazu Königinhofer Handschrift (Wikipedia).
  2. Vorlage: zwar: des.