BLKÖ:Filz, Fidel

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Finco, Joseph
Band: 4 (1858), ab Seite: 229. (Quelle)
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Filz, Fidel, mit seinem Klosternamen Michael (Geschichtforscher, Prior und Bibliothekar des Benedictinerstiftes zu Michelbeuern, geb. zu Passau 12. April 1777, gest. in Michelbeuern 19. Febr. 1854). Sein Vater war Kutscher am fürstbischöflichen Hofe zu Passau, seine Mutter aus Traiskirchen im k. k. Innviertel gebürtig, eine sehr gottesfürchtige Frau, welche den ärmlichen Verhältnissen des Haushalts durch ihre Händearbeit aufhalf. Die Eltern gaben den Bitten des lernbegierigen Knaben nach, er besuchte das Gymnasium zu Passau und brachte es unter allen Entbehrungen dahin, seinen Wunsch, in ein Kloster zu treten, zu erfüllen. 1796 fand er als Novize im Benedictinerstifte Michelbeuern Aufnahme, vollendete die theologischen Studien auf der Universität in Salzburg und wurde 1800 zum Priester geweiht. Im J. 1805 kam F. als Gymnasial-Professor nach Salzburg und bekleidete diese Stelle bis 1819, in welchem Jahre er die Professur der allgemeinen Weltgeschichte und classischen Philologie am Lyceum zu Salzburg erhielt, bis 1835 [230] sie besorgte, in letzterem Jahre aber, zur Uebernahme der Verwaltung des Klosters Mülln bei Salzburg von seinem Abte berufen, dem liebgewordenen seit 2 Decennien besorgten Lehrerposten entsagen, und ein mit seiner wissenschaftlichen Beschäftigung wenig übereinstimmendes Amt antreten mußte. Dieses verwaltete er bis 1842, in welchem Jahre er in sein Stift nach Michelbeuern berufen wurde, um als Prior dem betagten Prälaten die Leitung der Klosterangelegenheiten zu erleichtern. Als der Prälat 1848 starb, trat Filz provisorisch an dessen Stelle. Frühzeitig verlegte sich F. aus historische Forschungen, und die alten werthvollen Documente des Klosterarchivs, wozu ihm der Abt Nicolaus (1803–1849) die Schlüssel anvertraut, boten ihm Gelegenheit, die bisher schmerzlich vermißte Geschichte seines Stiftes zu bearbeiten. Und so entstanden jene zwei Werke, welche seine Wahl zum correspondirenden Mitgliede der kaiserl. Akademie der Wissenschaften, vorher aber zu jenem der kön. bair. Akademie der Wissenschaften veranlaßten, nämlich die „Historisch-kritische Abhandlung über das wahre Zeitalter der apostolischen Wirksamkeit des h. Rupert in Baiern“ (Salzburg 1831, Duyle, 8°.) und „Die Geschichte des Salzburgischen Benedictiner-Stiftes Michaelbeuern“ (Salzburg 1833, Duyle, 8°.). Die Controversen über die in ersterem Werke behandelten Fragen sind aber noch nicht geschlossen, und die „Neue Salzburger Zeitung“, Jahrg. 1855, enthält eine Reihe von Aufsätzen: „Ueber das wahre Zeitalter des heiligen Rupertus“. [Vergleiche des Herausgebers Bibliographisch-statistische Uebersicht der Literatur des österr. Kaiserstaates II. Bericht 1854 S. 25 Marginal 901]. Seit seiner Einberufung in’s Kloster mit der Würde eines Priors, bekleidete er auch die Stelle eines Bibliothekars; als solcher arbeitete er selbst treffliche Kataloge aus und ordnete in der musterhaftesten Weise die Klosterbibliothek, welcher er seinen Schatz: eine seit 30 Jahren begonnene und auf das emsigste ergänzte Kupferstichsammlung, reich an seltenen Stücken trefflicher Künstler, testamentarisch vermachte. Se. Maj. Kaiser Ferdinand verlieh dem Priester für sein verdienstvolles Wirken die große goldene Medaille und bei Gelegenheit seiner Secundiz (1850) wurde er zum fürsterzbischöflichen Rathe ernannt.

Autobiographie des P. Michael Filz (Salzburg 1855, Endel u. Penker, 8°., 22 S.) [wörtlicher Abdruck der Autobiographie aus dem Almanach der kais. Akademie der Wissensch.]. – Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, kl. 8°.) V. Jahrg. S. 105: „Nekrolog“ des Generalsecretärs Schrötter. – S. 155–202: „Autobiographie“ [datirt: 10. Jänner–25. Februar 1849; diese im naiven Memoirentone geschriebene „Autobiographie“ erweckt durch die unbefangene Schilderung der denkwürdigen Zeitverhältnisse (1792–1823) ein gesteigertes Interesse. Das Ganze ist tagebuchartig gehalten und nur nebenbei schimmert die Persönlichkeit des frommen Chronisten der Neuzeit durch]. – Neue Salzburger Zeitung (kl. Fol.) VI. Jahrg. (1854, 7. u. 8. März) Nr. 54 u. 55: „Nekrolog“ von P. H. Schw(arz). – Salzburger Kirchenblatt 1855, Nr. 14, 16, 17: „Nekrolog.“ – Beilage zur Augsburger Postzeitung 1854 (28. März) Nr. 70: „Nekrolog“ von P. Heinrich Schwarz.