BLKÖ:Eßterházy von Galántha, Johann Nepomuk Kasimir Graf

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 99. (Quelle)
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Eßterházy von Galántha, Johann Nepomuk Kasimir Graf (Oberst der ungarischen Insurrection und Ritter des Mar. Theresienordens, geb. 11. Februar 1774, gest. zu Karlsbad 17. Aug. 1829). Aus dem Hause Altsohl. Trat, 19 Jahre alt, in den Militärstand und machte die Feldzüge bis zum Luneviller-Frieden mit, that sich insbesondere im Treffen bei Wetzlar, dann bei Friedberg und Osterach hervor, war aber in Folge seiner Wunden genöthigt, den activen Dienst zu verlassen. Als aber in den JJ. 1805 und 1809 die Gefahr des Vaterlandes drohend wurde, errichtete er Insurrections-Truppen und commandirte 1809 als Oberst das Preßburger Hußaren-Regiment. Nach der Schlacht von Raab standen auf der Höhe von Kis-Szél 5 Kanonen und 3 Haubitzen mit Bespannung und Munition unter Eßterházy’s Befehl. Das Corps des Generals Mesko, wohin diese Geschütze gehörten, war vom Feinde abgeschnitten, der es mit Uebermacht angriff. Auf die Geschütze war sein ganzes Augenmerk gerichtet und mehrere hunderte Chasseurs mit einem Bataillon Infanterie warfen sich auf dieselben. Graf Eßterházy, ohne vor der bedeutenden Uebermacht der Angreifer zurückzuschrecken, attaquirte sie mit nur Einer Escadron mit solchem Ungestüm, daß die Chasseurs zersprengt, das Infanterie-Bataillon zusammengehauen, 12 Officiere mit 200 Mann gefangen und viel Bagage erbeutet wurde. Die Geschütze waren gerettet und außerdem 36 Officiere und 400 Mann, welche in der Schlacht von Raab von den Franzosen gefangen worden, wieder befreit. Im Capitel vom J. 1810 erhielt der Graf für seine schöne That das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Bis an sein Ableben gab er ununterbrochen Beweise seiner besondern Vorliebe für den Soldatenstand, denn bei Truppenmärschen durch seine Besitzungen brachte er freudig die größten Opfer und traf die besten Anstalten zur Unterbringung der Mannschaft.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. [100] von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 250. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1019 u. 1747. – Porträt. Unterschrift: „Néhai Galanthai Gróf Észterházi János Kázmér (á Becsi köm. Int. F. Wolf lyth. Közli Ponori Thewrewh József, gr. 8°.). – Genealogie des Hauses Altsohl. Stifter desselben ist Paul (III.) (gest. 1641), General und Vicecapitän von Ujvár. Mar zweimal vermält. Der Sohn aus der ersten Ehe – mit Susanne Freiin von Karoly – Franz, Commandant von Gyarmath, fiel bei Vezékeny (26. August 1652). Die Söhne der zweiten Ehe mit Eva Maria Viczay: Nikolaus und Alexander pflanzten dieses Geschlecht fort. Nikolaus’ Nachkommen erloschen mit seinem Sohne Wolfgang (1690). – Alexanders Sohn Stephan (V.) war der erste Graf dieses Hauses und Obergespann des Sohler Comitates. Stephans Söhne: Alexander, k. k. Oberst, und Johann, k. ungar. Rath, bildeten zwei Linien. Jene Alexanders erlosch mit seinen zwei Töchtern. Jene Johanns blüht noch heute fort. Sein Sohn Graf Karl hatte 3 Söhne, die Grafen Kasimir, Johann und Karl. Der Sohn des Grafen Kasimir ist Graf Johann Nepomuk Kasimir (dessen Biographie die obige ist). Dieser war seit 19. Mai 1801 mit Josepha Gräfin Eßterházy (geb. 27. Juni 1777, gest. 3. Dec. 1843) vermält. Aus dieser Ehe stammen: Graf Kasimir (geb. 15. Nov. 1805), gegenwärtiges Haupt des Hauses Altsohl, und – Gräfin Franziska (geb. 14. April 1804), Sternkreuzordensdame, vermält (seit 16. August 1824) mit Peter Grafen Pejácsevich von Veröcze (siehe noch den Hauptartikel: Genealogie II. Haus Altsohl und I. berühmteste Glieder der Familie E.: Kasimir Nr. 17). – Der Sohn des Grafen Johann auch Graf Johann vermält mit Rosine Gräfin Festetics von Tolna, starb am 21. Aug. 1834 und mit dem Sohne aus dieser Ehe, Graf Albert (geb. 1813, gest. 27. Dec. 1845), erlosch diese Linie. Graf Alberts Witwe, geb. Marie Gräfin Apponyi (geb. 3. Sept. 1821, vermält 8. Sept. 1843), vermälte sich (7. Juni 1852) zum zweiten Male mit Victor Freiherr von Wenkheim. – Von dem dritten Sohne, dem Grafen Karl, stammt Graf Vincenz (siehe den besonderen Artikel S. 107) und vier (vermälte) Schwestern: Juliana Gräfin Starhemberg, Anna Gräfin Cavriani, Elisabeth Gräfin Keglevich, Maria Gräfin Batthyáni.