BLKÖ:Doležalek, Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 348. (Quelle)
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Doležalek, Anton (Blindenerzieher, geb. zu Lippnitz in Böhmen 3. April 1799, gest. zu Wien 19. August 1849). Ist der Sohn eines Schullehrers, verlegte sich frühzeitig außer den gewöhnlichen Studien auf jenes der Pädagogik und trieb nebenbei, doch mit Erfolg, auch die Musik. Noch als Gymnasiast[WS 1] trat D. in den Piaristen-Orden, in welchem er sich theoretisch und praktisch für das Lehramt ausbildete; trat aber nach drei Jahren aus dem Orden, begab sich nach Krumau in Böhmen (1823) und erzielte daselbst im Unterrichte eines ihm anvertrauten blindgebornen Knaben in den Lehrgegenständen und in der Musik so glänzende Resultate, daß er den Unterricht der Blinden von nun an zum Gegenstande seiner besonderen Forschungen machte und 1826 einen Ruf nach Prag erhielt, zur Uebernahme der ersten Lehrerstelle am dortigen Blindeninstitute. Er brachte Ordnungen in die verwahrloste Anstalt, legte aber, da der Dienst immer beschwerlicher wurde, denselben nieder, und übernahm 1830 eine Lehrerstelle an er Kreishauptschule zu Tabor, ohne jedoch den privaten Unterricht der Blinden aufzugeben. Seine volle Wirksamkeit konnte er erst wieder entfalten, als er im September 1835 an das Blindeninstitut nach Pesth berufen wurde, welches er aus einem Versorgungshause in eine Bildungsanstalt für das praktische Leben verwandelte. [349] Er ließ die Blinden im Turnen und Schwimmen unterrichten. Bei der Ueberschwemmung 1838 rettete er seinen Zöglingen das Leben. Auch unternahm er, um den Blinden-Unterricht in andern Staaten kennen zu lernen, eine Reise auf eigene Kosten nach Deutschland und Frankreich. D. war als Schriftsteller in seinem Fache thätig und gab heraus: „Nachricht von der Verfügung des Pesther Blindeninstitutes“ (Pesth 1836); – „Anleitung blinde Kinder von der frühen Jugend an zweckmässig zu erziehen“ (1839); – „Erlebnisse der ungar. Blinden- Erziehungsanstalt. Bei Grundsteinlegung des neuen Institut-Gebäudes“ (Pesth 1842); – „Ansichten über die Erziehung, Ausbildung und Versorgung der Blinden, nebst einer Abhandlung über die Gymnastik derselben“ (1841); – „Immerwährender Kalender für Blinde (Katholiken und Protestanten) vom Jahre 1847–1900“ (Wien 1847, Hof- und Staats-Buchdruckerei.) Dieser Kalender ist mit erhabener Schrift gedruckt. In Handschrift hinterließ er: „Ueber die Erweiterung des Blinden-Unterrichtes und über die Nothwendigkeit der Einführung des desselben in die gewöhnlichen Schulen“ (1947).

Frankl (Dr. Ludw. Aug.), Sonntagsblätter, 1846, S. 584. – Moravia 1845, Nr. 21. – Meyer (J.), Das große Conversat.-Lexikon (Hildburghausen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.) III. Supplem. S. 54.[BN 1]

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Dolezalek, Anton [Bd. III, S. 348].
    Heindl (Joh. Bapt. Dr.), Gallerie berühmter Pädagogen u. s. w. (wie bei Dittes), Bd. I, S. 103. [Band 24, S. 392]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gymnasist.