Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bauer, Elias von
Band: 1 (1856), ab Seite: 183. (Quelle)
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Bauer, Ferdinand Lucas (Pflanzenmaler und Botaniker, geb. zu Feldsberg in Nied. Oestr. 20. Jän. 1760 (nach anderer Angabe 1774, nach einer dritten 1775), gest. zu Hietzing 17. März 1826). Ist der Sohn des Lucas B., fürstl. Liechtenstein’schen Hofmalers und Gemälde-Gallerie-Inspectors. Nachdem er sich in Gemeinschaft mit seinen 3 Brüdern, Joseph Anton (s. d.), Franz Andreas (s. d.) und Lucas B. im angebornen Talente zur Malerkunst ausgebildet hatte, trat er bald in Verkehr mit jenen Männern, deren Einfluß für sein ganzes übriges Leben so entscheidend war. Unter diesen ist der Prior des Benedictinerklosters zu Feldsberg, P. Boccius zu nennen, der ihn und seine Brüder insbesondere zu naturgetreuen Abbildungen vitaler Gewächse ermunterte und benützte. Nach des Priors Tode kamen diese in die Fürst Alois v. Liechtenstein’sche Gallerie, wo sie sich noch befinden. In Wien lernte Ferd. Lucas den großen Botaniker Nic. v. Jacquin kennen, der ihm schon durch seine botanischen Werke Gelegenheit gab, seine Kunst zur höchsten Originalität auszubilden. Seine spätere Bekanntschaft mit dem englischen Botaniker Sibthorp (1798), dann mit Robert Brown und Sir Jos. Banks (1800) führten ihn nach London, und zuletzt mit einer Weltumseglungs-Expedition nach Rio de Janeiro, an das Cap und nach Neuholland. Da das Schiff durch die Reise sehr gelitten, blieben B. und Brown bis 1803 in Botany-Bay, wo eine Fülle der berühmtesten Zeichnungen und botanischen Sammlungen, wie B. überhaupt durch seine Kunst und diese Reise auch noch zum vollendeten Botaniker ward, entstand. [184] Er errang überall Anerkennung und Achtung, und Capitän Flinders, der Führer der obgenannten Expedition, nannte ein neuentdecktes Cap nach ihm Cap Bauer. Von 1801–6 war B. auf Reisen, und zwar besuchte er 1804 die Insel Norfolk, wo er bis 1805 blieb, und von wo er 1806 wieder in London eintraf. 1812 trieb ihn seine Sehnsucht nach Wien zurück, und er lebte bis zu seinem Tode in Hietzing. Seine nachgelassenen werthvollen Sammlungen von Pflanzen und Zeichnungen wurden für das kais. natur-historische Museum erstanden. Von Bauer’s Arbeiten sind zu nennen: die Zeichnungen zu Sibthorp’s 1806 in London begonnener „Flora graeca“ (Ebert II. Bd. Nr. 21,167), welche B. zum Theile selbst in Kupfer stach; – ferner die bewunderungswürdigen Zeichnungen zu Lambert’s „Description of genus Pinus,“ welche 1805 zu London erschienen (Ebert I. Bd. Nr. 11,661). – Die Ausbeute des Besuchs der Insel Norfolk (1804 u. 1805) war eine große Anzahl unschätzbarer Handzeichnungen, welche Endlicher in den Stand setzten, nach Bauers Tode mit dem trefflichen „Prodromus Florae Norfolkicae“ (1833) an’s Licht zu treten. – 1806 begann B. in London die: „Illustrationes Plantarum Florae Hollandicae,“ wovon 3 Hefte mit 15 von B. selbst in Kupfer gestochenen Abbildungen bis 1811 erschienen. Ferner arbeitete B. die Zeichnungen zu Flinders: „Voyage to terra australis“ (London 1814) [Ebert I. Bd. Nr. 7633]. – Im 7. Bande des Journals of sciences and arts ist B.’s Abhandlung über den rothen Schnee (uredo navalis) enthalten. Den Rest seiner Arbeiten bilden außer zahlreichen für seine Freunde gearbeiteten Zeichnungen die Abbildungen zu Lindley’s Digitalium monographia (London 1821 , Fol.) [Brunet III. Bd. S. 58]; – die Pflanzenzeichnungen zu Mikons: „Delectus florae et faunae Brasiliensis“ (1820) und viele Originalien für seinen Freund und Gönner Joseph Frh. von Jacquin.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 204 und VI. Bd. Supplem. (1837) S. 357. (Artikel von Leop. Fitzinger.) – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de Mr. le Dr. Hoffer (Paris 1852) IV. Bd. – Abrégé de l’éloge de Bauer, prononcé devant la société linéenne de Londres le 18 juin 1839.