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Textdaten
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Titel: Aus der Natur
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aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 124
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[124] „Aus der Natur“ lautet der bündige Titel eines seit 1852 bei Ambr. Abel in Leipzig erscheinenden Sammelwerkes, „die neuesten Entdeckungen auf dem Gebiete der Naturwissenschaften“ darbietend. Wir halten das Unternehmen für ein bedeutendes und glauben verpflichtet zu sein, die Aufmerksamkeit derjenigen Leser der Gartenlaube darauf zu lenken, für welche ein den Stoff erschöpfende und höhere Auffassungsgabe erheischende Darstellung die geeignete ist. Ohne im gangbaren Sinne des Wortes ein Volksbuch zu sein, noch auch sich als ein solches anzukündigen, glauben wir doch, daß im Volke eine nicht unbedeutende Schicht bestehe, welche den Leserkreis dieses Buches bildet und welche Beachtung ihres Bedürfnisses verlangt und verdient. Hiermit wollten wir keinesweges gesagt haben, daß die Artikel, deren achtundzwanzig die bis jetzt erschienenen fünf Bände füllen, in gelehrter dem Uneingeweihten unzugänglicher Sprache geschrieben seien; im gegentheile ist die Sprache durchaus, namentlich die der Artikel aus dem Bereiche der Physik, eine angenehm lesbare und ohne Gesuchtheit elegant gebauete. Dem mit den Persönlichkeiten der Wissenschaft und der Oertlichkeit Vertrauten ist es nicht schwer, einige und zwar die bedeutendsten der durchgängig ungenannten Verfasser zu errathen. Es sind anerkannte Meister der Wissenschaft und daher ihre Artikel den Leser auf den neusten Stand ihres Wissenschaftsgebietes stellende. Wir würden aber dem Unternehmen, welches wir gern in seiner ganzen Verdienstlichkeit in weiten Kreisen anerkannt wissen möchten, keinen Dienst erweisen, wenn wir hier einen Mangel desselben verschweigen wollten. Uns wenigstens erscheint es als ein solcher, daß keine einzige Illustration beigegeben ist. Würde auch durch solche der Preis des Buches etwas erhöhnt worden sein, so würde doch durch sie in noch viel bedeutenderem Verhältnisse sich der Werth desselben erhöht haben. Es lag nach dem „als Vorwort“ nicht in der Absicht des Unternehmers, den Bekennern der Wissenschaft, welche allerdings die bildlichen veranschaulichungen anderwärts zu suchen wissen, die Fortschritte der Naturwissenschaft „zusammenhängend zu berichten“; sondern Denjenigen, „welche ohne gründlichere Kenntnisse zu besitzen, Interesse an dem Fortschritte und dem gewaltigen Einflusse der Naturwissenschaften auf alle Lebensverhältnisse nehmen.“ Deren ist aber heutzutage eine große Menge; zu diesen rechnet sich jeder Gebildete. Diesen aber – wir scheuen uns nicht, es auszusprechen – kann z. B. die Galvanoplastik und die Befruchtung der Pflanzen ohne Illustrationen nicht zu klarer Anschauung gebracht werden. – Folgendes ist der Inhalt der fünf Bände von je 15 bis 16 Bogen: 1. Bd.: Galvanoplastik; Galvan. Vergoldung: Photographie; Mosens Thaubilder; Generationswechsel im Thierreiche; Flachsbaumwolle. – 2. Bd.: Entstehung der Mineralquellen; Artesische Brunnen; Thierähnliche Bewegungen; Runkelrübenzuckerfabrikation; Eingeweidewürmer; Die Elektricität als Betriebskraft; Die Umdrehung der Erde. – 3. Bd.: das Nordlicht; Gasbeleuchtung; Wasser als Brenn- und Leuchtmaterial; Infusorien. – 4. Bd.: Befruchtung der Pflanzen; die Atmosphäre; Stereoskop und Pseudoskop; Diamagoreismus; Das Steinkohlengebirge. – 5. Bd.: Das Brot und seine Stellvertreter; Einwirkung der Atmosphäre auf den Erdkörper; Vom Dampf; Leidenfrost’s Versuch; Dampfelektricität; Die Säugethiere der Vorwelt.

Als einen besondern Vorzug der fünf Bände „Aus der Natur“ heben wir noch hervor, daß sich ihre Sprache durchweg ernst und gegenständlich und frei erhält von jenen staunensseligen Expectorationen, welche oft, ohne es zu wissen und sogar zuweilen, indem sie das Gegentheil wollen, der Naturwissenschaft eine confessionelle Richtung geben.
R.