Aus Amsterdam (Die Gartenlaube 1875/18)

Textdaten
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Autor: Charles Mueller
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Titel: Aus Amsterdam
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aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 308
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[308] Aus Amsterdam geht uns aus dem nordamerikanischen Consulate nachfolgender Brief zu, welchen wir im Interesse der Sache hier wiedergeben:

„Geehrtester Herr Keil! Als Ihr vieljähriger Abonnent bin ich so frei, mich bittweise an Sie zu wenden. Die ‚Gartenlaube‘ weigert ihre Dienste ja niemals, wenn es gilt, ein gutes Werk zu verrichten. Eine gewisse alte Jungfer Pienemann, die hier in der Nähe vor Kurzem das Zeitliche segnete, hinterließ die Totalsumme von vierundzwanzigtausend Gulden (24,000 fl.) an nachstehende Personen oder deren rechtmäßige Erben:

  1. Anna Maria Negengehrt oder Negengeerth, geborene Rotnot, Rothnot oder Rotnoth.
  2. Anna Maria Luisa – Elisa Charlotta – Johann Heinrich – Katharina Margaretha – und Margaretha Regina Lieneman, Linneman oder Lindemann, Kinder der Margaretha Amalia Lieneman, Linneman oder Lindemann, geborenen Rotnot, Rothnot, oder Rotnoth.
  3. Herman Heinrich und Katharina Maria Hekket, Hekkert oder Heckert, Kinder der Christina Maria Henrietta Hekket, Hekkert oder Heckert, geborenen Moorman oder Mohrmann.

Sämmtliche genannte Personen wanderten vor vielen Jahren von Pente, Kirchspiel Bramsche, Hannover (ob diese Ortsnamen wohl die richtigen sind? Die Erblasserin war durchaus nicht sattelfest, was Namen anbetrifft) nach Amerika aus und siedelten sich im Staate Pennsylvania, in Pittsburg oder dessen Umgegend an. Die Erbschaft verfällt drei Jahre nach dem Tode der Erblasserin an sichere reformirte und katholische Stifte in der Nähe von Haarlem. Im Interesse der Erben liegt es darum, sich sobald wie möglich an mich zu wenden.

Durch die Erblasserin testamentarisch verpflichtet, genannte Erben aufzurufen, weiß ich für diesen Zweck kein Medium, das bessere Dienste leisten könnte, als die ‚Gartenlaube‘, selbst die verbreitetsten deutsch-amerikanischen Zeitungen nicht ausgenommen. Die ‚Gartenlaube‘, wie mir aus eigener Erfahrung bekannt, wird nicht nur in den bevölkerten Städten Amerikas gelesen, sondern findet ihren Weg in die einsamste Blockhütte des Westens, wo nur immer die deutsche Zunge klingt. Darf ich darum auf Berücksichtigung hoffen?

Amsterdam, den 7. April 1875.

Mit vollkommenster Hochachtung
          Ihr ganz ergebener
          Charles Mueller, Consul.“