An den Gesang

Textdaten
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Autor: Gustav Schwab
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Titel: An den Gesang
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aus: Gedichte. 1. Band, S. 109–110
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Erscheinungsdatum: 1828
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[109]

An den Gesang.

Für den Stuttgarter Liederkranz.

Melodie: Im Kreise froher, kluger Zecher etc.[1]

Wir kommen, uns in dir zu baden,
Gesang, vor dein krystall’nes Haus;
Dein Rauschen hat uns eingeladen,
Geuß nur die klaren Wellen aus;

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Denn deine reiche Fülle beut,

Was starke Männerseelen freut.

Die Liebe wogt auf deinen Wellen,
Und strömt in dir durch jedes Herz;
Du lehrest ihre Seufzer schwellen,

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Und lösest heilend ihren Schmerz.

Aus deinem Spiegel wallt ihr Glück
In tausendfachem Strahl zurück.

Der feste Glaube, will er wanken,
In deinem Quelle stärkt er sich;

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Da wachsen Flügel dem Gedanken,

Dem Auge tagt es wonniglich.
Es schaut in deiner blauen Fluth
Den Himmel und das ew’ge Gut.

[110]
Die Freiheit kommt auf dir geschwommen,
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Hat deiner Arche sich vertraut;

Wird ihr das kühne Wort genommen,
So tauchet sie sich in den Laut;
Sie schifft aus Griechenland und Rom,
Ein sel’ger Schwan, auf deinem Strom.

25
Wenn deine Wogen uns umschlingen,

So wissen wir, was Freundschaft heißt.
So stark und einig, wie wir singen,
So stark und einig ist ihr Geist.
Viel Kehlen und ein einz’ger Sang,

30
Viel Seelen in verbund’nem Drang.


Auch dieses glüh’nde Blut der Reben
Wird erst in deiner Mischung mild;
Du machst, daß mit ihm rein’res Leben
In allen unsern Adern quillt;

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Du stimmest unsern Gläserklang:

Gedeihe, festlicher Gesang!

Ja, deinen Segen zu verbreiten,
Hast du uns Brüder ausgesandt;
Wir wollen deine Ströme leiten

40
Hinaus in’s liebe Vaterland;

Und wo sie fließen, wo sie glüh’n,
Soll Glaube, Freiheit, Liebe blüh’n!


  1. Vierstimmig gesetzt von Kocher.