Textdaten
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Autor: Franz Werfel
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Titel: Als es fünf geschlagen
Untertitel:
aus: Wir sind, S. 65-66
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1913
Verlag: Kurt Wolff Verlag
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Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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[65]

Als es fünf geschlagen

Als es fünf geschlagen,
Wußt’ ich nichts von dieser trüben Zeit.
Meine Augen lagen
Noch im Dunkel geist- und traumbereit.

5
Ach nach kurzer Weile

Weckt mich flüsternd ja die Stimme alt.
Aufzustehn in Eile,
Mahnt die treu sich nähernde Gestalt.

Feuer unterdessen

10
Schlüpft im Ofen schattenhaft entfacht.

Flammenschein gemessen
Hat sich’s überall bequem gemacht.

Und im Speisezimmer,
Weiß ich, steht das Frühstück unberührt.

15
Guter Lampenschimmer

Kniet auf Büchern, kindlich zugeschnürt.

Als es fünf geschlagen
Wuchs im Traum die alte Wohnung auf,
Und vorbei wie Wagen

20
Zogen Möbel im gedämpften Lauf.


Und es währt nicht lange,
Als ein helles Kind ans Lager schlich
Und zu Mund und Wange
Feucht sich neigte, lachte und entwich.

[66]

25
Wie von Furcht getrieben

Und voll Zärtlichkeit erhob ich mich.
Atmen meine Lieben
In den Zimmern hören wollte ich.

Doch hervorgetreten

30
Stand ein Fenster auf, noch nie erschaut.

Turm und Wipfel drehten
Sich im Finstern, feindlich angestaut.

Sah, wie mit Entsetzen
Sturm die Nacht zerriß in schwerem Flug.

35
Und zerfranste Fetzen

Um dies Haus, ein fernes, fremdes schlug.