Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III. Section/H3

Heft 2 des Lausitzer Kreises Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen von Gustav Adolf Poenicke
Heft 3 der Section Markgrafenthum Oberlausitz
Heft 4 des Lausitzer Kreises
Die Beschreibungen sind auch als Einzeltexte verfügbar unter:
  1. Preititz
  2. Unwürde
  3. Königswartha
  4. Luga


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Preititz.


In einer nordöstlich von Budissin sich verflachenden Thalgegend, welche von den Kreckwitzer, Hochkircher, Gröditzer und Baruther Höhen eingeschlossen, und den Nadelwitzer und Löbauer Gewässern durchflossen wird, liegt, eingehüllt in freundliches Laubholz, das Rittergut Preititz. Die Gegend gehört zu den angenehmsten und fruchtbarsten der Oberlausitz, obgleich die Lage des Ortes seine Fluren nicht selten den Verheerungen heftiger Gewitterregen aussetzt. Die reizendste Ansicht des Thales geniesst man von den Anhöhen beim Dorfe Kleinbautzen, wo die sanftansteigenden Berge mit Gröditz und Hochkirch, und im Thale das freundliche Purschwitz, nebst den Kreckwitzer Höhen eine Landschaft bilden, welche an Thüringens goldene Aue erinnert. Rückwärts breitet sich eine ausgedehnte Ebene hin, auf welcher sich die Dörfer Malschwitz, Klix und Pliskowitz auszeichnen, und in kurzer Entfernung von Kleinbautzen ragt der graue Teufelsstein empor, wo einst, wie die Sage behauptet, im finsteren Heidenthume die Wenden ihren Göttern opferten. Der Teufelsstein besteht aus einer Masse wild durcheinander geworfener Granitblöcke von abentheuerlicher Bildung, so dass die Phantasie in einem der Felsstücken, leicht einen gewaltigen Thierkopf, und in einem anderen eine abgestutzte ungeheure Keule zu erblicken glaubt. Künstliche, kreuzartige Einschnitte auf einem der Blöcke, und unbestimmte Spuren menschlicher Bearbeitung an anderen derselben, auf den Höhen von Kreckwitz haben bei den Bewohnern der nahen Ortschaften, über den unheimlichen Teufelsstein mancherlei Sagen erzeugt; unverkennbar aber weisen verschiedene Spuren an den Steinmassen darauf hin, dass sie in uralter Zeit zur Gottesverehrung gedient haben mögen.

Woher Preititz seinen Namen haben mag lässt sich nicht angeben. Die Wenden nennen den Ort Pschiwczizy, eine Uebersetzung dieses Wortes ist indessen auch hier nicht möglich, da der Name wahrscheinlich ein verstümmelter ist. Die Behauptung dass Preititz das Dorf Prezez gewesen sei, welches König Wratislaus von Böhmen, im Jahre 1165 dem Bisthum Meissen zur Entschädigung überliess, und das in pago Milzana gelegen war, ist durch Nichts erwiesen, ohne Zweifel aber ist Preititz ein uraltes Dorf, in dem der treffliche Boden schon die frühesten Einwohner zur Bebauung veranlassen musste, wofür auch die Ueberbleibsel von nahen Opferstätten, und sonstige Spuren eines vor länger als einem Jahrtausend hier wohnenden Slavenstammes sprechen.

Die ältesten Nachrichten über Preititz gehen nicht weiter als bis zum Anfange des siebzehnten Jahrhunderts zurück, wahrscheinlich vernichteten die Ilussiten, welche in den Jahren 1429 bis 1431 die Lausitz mit ihren schreklichen Einfällen heimsuchten, und kaum eine Stunde von Preititz, bei Baruth, verschiedene Male ihr Lager aufgeschlagen hatten, mit der ihnen eigenen Bestialität, auch Dorf und Schloss Preititz mit allen darin vorhandenen Urkunden. Die wilden Horden zogen über Preititz und Kleinbautzen nach der Stadt Bautzen, und Feuer, Raub und Mord bezeichneten überall ihren entsetzlichen Weg. Nicht weniger unmenschlich hausten in hiesiger Gegend zur Zeit des dreissigjährigen Krieges die Schweden, und somit ist es wohl erklärlich, dass alle Urkunden und sonstigen älteren schriftlichen Nachrichten über Preititz verloren gingen, worunter sich auch das älteste vorhandene Kirchenbuch vom Jahre 1602 befand.

Im sechszehnten Jahrhundert scheinen das Gut, die Herren von Ponickau und später die von Metzradt besessen zu haben; im Jahre 1603 aber gehörte es Rudolfen von Rechenberg auf Kleinbautzen, Preititz, Sohland, Rodewitz, Krostau und Oppenbach, einem frommen Edelmanne, der die Kirche erbaute, und mit seiner Gemahlin Kunigunde, aus dem Geschlechte Uechtritz, mehrere nicht unbedeutende Legate stiftete, deren Zinsen die Kirche und der Pfarrherr bezogen. Die Herren von Rechenberg besassen Preititz bis zum Jahre 1655, wo es an die Familie von Nostitz kam, von der 1674 Carl Heinrich von Nostitz als Herr auf Preititz, Dehsa, Malschwitz, Zieschitz, Baschitz, Horka, Assmannsdorf und Cannewitz genannt wird. Er war Kammerherr des Churfürsten Johann Georg II., fürstlich Anhaltischer wirklicher Rath, Stallmeister, Kammerjunker und Kriegscommissair des Bautzner Kreises. Nach dem Tode seines Vetters, Wolf Christoph von Nostitz auf Kleinbautzen, kaufte der Kammerherr von Nostitz zu seinen übrigen Rittergütern auch Kleinbautzen hinzu, für das er den unbegreiflich billigen Preis von 14000 Thalern zahlte. Tief betrauert starb der edle, wohlthätige Mann 1684 im hohen Greisenalter, und sein Sohn, Carl Gottlob von Nostitz auf Halbendorf, Churfürstlich Sächsischer Kammerherr und Amtshauptmann zu Stolpen, von dem das Kirchenbuch sagt, dass er „den [18] Hochseligsten Herrn Vater in allen Hochrühmlichen Qualitäten und Ehren, als auch Christmilden Tugenden nachgeahmet, trat in den Besitz von Preititz, doch gehörte dieses Gut 1701 einer Gräfin von Solms, geborenen Freiin von Lützelburg auf Baruth, und 1704 dem Freiherrn Anton von Lützelburg. Im Jahre 1710 besass Preititz die Reichsgräfin von Reuss, und 1735 die Gräfin von Redern, eine geborene Gräfin Reuss, von der das Gut an die Familie von Ziegler und Klipphausen gelangte. Als Herren auf Preititz finden sich 1737 Carl Gottlob von Ziegler und Klipphausen, der auch die Güter Ober- und Mittelcunewalde und Cannewitz besass; 1760 Ferdinand Rudolf von Ziegler und Klipphausen, des Vorigen Sohn, Herzoglich Sachsen-Gothaischer Hauptmann, welcher von Georg Heinrich von Carlowitz Kleinbautzen erkaufte, und 1791 mit Tode abging. Seine Wittwe, Friederike Auguste geborene von Schlieben übernahm die Besitzungen ihres verstorbenen Gemahls, vermählte sich indessen später mit dem Reichsgrafen, Ludwig Gottlob von Lüttichau, Churfürstlich Sächsischem Landeshauptmann der Oberlausitz. Von den sechs Töchtern des verstorbenen Herrn Ferdinand Rudolf von Ziegler und Klipphausen blieben bloss vier am Leben, von denen eine sich mit dem Geheimen Finanzrath von Polenz, die andere mit dem Geheimen Finanzrath von Minkwitz, die dritte mit dem Landescommissair von Carlowitz und die vierte mit dem Grafen von Hasslingen vermählte. Durch Erbrecess vom Jahre 1802 besassen diese Damen Cunewalde, Preititz, Kleinbautzen, Pliskowitz und Trampe bei Berlin. Im Jahre 1809 erkaufte Preititz der nachmalige Geheimrath, Oberkammerherr und Oberhofmeister, Gottlob Heinrich von Minkwitz, Gemahl der jüngsten Tochter des Hauptmanns Ferdinand Rudolf von Ziegler, während eine andere Tochter desselben, die Gemahlin des Landescommissairs von Corlowitz, Kleinbautzen an sich brachte. Preititz blieb im Besitz des Oberkammerherrn von Minkwitz bis 1847, wo er dasselbe an seine beiden Söhne, den Rittmeister und den Kammerherrn von Minkwitz verkaufte, von welchen das Gut 1852 an den jetzigen Besitzer, Herrn Kammerherrn Heinrich August von Globig überging.

Das kleine Schloss, welches auf dem Bilde dargestellt ist, wurde 1789 von dem Hauptmann Ferdinand Rudolf von Ziegler und Klipphausen erbaut, wobei derselbe die Absicht hegte, das alte baufällige, wahrscheinlich in der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts, von einem Herrn von Nostitz aufgeführte Wohnhaus abzubrechen. Das alte Gebäu stand indessen noch bis zum Jahre 1853, wo der Kammerherr von Globig es abtragen liess.

Das Rittergut Preititz liegt zwei Stunden von Bautzen, und ebensoweit von Weissenberg entfernt, ist, nebst dem Dorfe Preititz nach Kleinbautzen eingepfarrt, und enthält, vereinigt mit dem damit verbundenen kleinen Rittergute Cannewitz 480 Acker Feld, 150 Acker Wiesen, 50 Acker Waldung und 10 Acker Triften. Der Boden ist fast durchgängig von vorzüglicher Güte, und aus diesem Grunde hat man auch die vormals hier befindlichen vielen Teiche nach und nach in Felder und Wiesen umgewandelt. Das lebende Inventarium des Rittergutes besteht aus 12 Pferden, 80 Stücken Rindvieh und 400 Schaafen. Das Dorf zählt 260 Einwohner, worunter 1 Halbhüfner, 21 Kleingärtner, und 5 Häusler. Bis auf wenige Personen sind alle Bewohner von Preititz Wenden, doch sprechen sie fast alle etwas deutsch, während Sitten und Kleidung ebenfalls immer mehr den deutschen Charakter annehmen.

Wie schon erwähnt, ist über die frühesten Schicksale des Rittergutes und Dorfes Preititz Nichts auf unsere Zeiten gekommen, ohne Zweifel aber ist es im Hussitenkriege, sowie im dreissigjahrigen Kriege der Brutalität roher Soldatenhaufen vielfach preisgegeben worden, auch haben pestartige Krankheiten Preititz oft heimgesucht. Im Jahre 1749 verheerte die Fluren ein entsetzliches Hagelwetter, und am 1. August 1747 tobte ein fürchterlicher Orkan, der ungemeinen Schaden anrichtete, und einen freistehenden Birnbaum von elf Fuss Umfang in der Mitte entzweibrach. 1757 fouragirten die Preussen, welche unter dem Prinzen von Bevern, und General Winterfeld bei Purschwiz lagerten, in hiesiger Gegend so arg, dass den armen Landleuten dadurch ein unersetzlicher Schaden erwuchs, und Manche ihr ganzes kleines Vermögen einbüssten. Ein ebenso unglückliches Jahr war das folgende, wo in den ersten Tagen des Octobers die Oesterreichische Armee, unter Anführung des Grafen von Daun Kittlitz, Lehna und die Wohlischen Höhen besetzt hielt, während die Linie des Preussischen Lagers von Hochkirch bis Kotitz reichte. Die Drangsale der unglücklichen Dorfbewohner lassen sich nicht schildern; was von ihrem Eigenthum fortzuschleppen war, wurde mitgenommen, und kaum hatte ein Soldatenhaufen den Ort verlassen, so erschien ein anderer mit gleicher Raublust, und die gänzlich mittellosen Leute wurden gemisshandelt, und ihnen das letzte Kleidungstück entrissen. Allein im Pfarrhause zu Kleinbautzen, wo der General von Schmettau sein Quartier genommen hatte, befanden sich hundert Pferde, man schlug Kisten und Kästen auf, und trieb das Vieh fort. Den damaligen Pfarrherrn Schirach, jagten die Soldaten mit geschwungenen Säbeln im Hause herum, und setzten ihm Pistolen auf die Brust, um ihn zur Herausgabe etwa versteckter Habseligkeiten zu bewegen. Um fünf verwundete Soldaten verbinden zu können, gab Pastor Schirach sein letztes Hemd vom Leibe, und war bei allen Gefahren, die ihn umgaben noch froh, dass er Weib und Kinder zeitig genug nach Niedergurig geschickt hatte, denn alle benachbarten Ortschaften, wie Hochkirch, Pommritz, Drehsa, Gröditz und andere mehr, waren bloss noch rauchende Schutthaufen. Am dreizehnten Tage zogen die Preussen ab, nachdem sie die Wirthschaftsgebäude des Rittergutes Kleinbautzen niedergerissen und das Holz zu Lagerfeuern verwendet hatten.

Am 4. Juni 1759 befand sich die Oesterreichische Armee, unter dem Grafen Daun abermals hier, und wirthschaftete mit soldatischer Natürlichkeit dergestalt, dass bald Scheune und Ställe geleert waren. Späterhin kamen die Preussen, bei denen sich König Friedrich der Grosse befand. Dieser liess den Pastor Schirach zu sich kommen, und zog verschiedene Erkundigungen bei ihm ein, unter Anderem, ob die Oesterreichischen Husaren, welche am Morgen vorher mit den Preussen scharmuziret im Dorfe gewesen, und die Offiziere bei ihm übernachtet hätten. Noch einmal, im Jahre 1762, fühlte die Lausitz, und mit ihr auch Preititz die Beschwerden des siebenjährigen Krieges, bis endlich das fruchtbare Jahre 1763, durch den von Millionen erflehten Hubertusburger Frieden, den Völkern Ruhe und Sicherheit wiedergab.

Funfzig Jahre waren die Schrecken des Krieges von Preititz ferngeblieben, als im Jahre 1813 der Ort, nebst dem nahen Kleinbautzen eine traurige, kriegsgeschichtliche Bedeutung erlangte, indem er fast in der Mitte des Terrains lag, auf dem die Schlacht von Bautzen geschlagen wurde. Nördlich von Preititz stand am 20. und 21. Mai 1813, der rechte Flügel der Alliirten, unter Barklay de Tolly, von Malschwitz bis Gleina; das Centrum stand unter General Blüchers [19] Anführung auf den Kleinbautzner und Kreckwitzer Höhen, südlich und westlich aber dehnte sich der linke Flügel aus. Dieser wurde am 20. Mai von den Franzosen angegriffen und zurückgedrängt, während die übrigen Positionen der Armee dieselben blieben. Am 21. Mai des Morgens fand ein neuer Angriff auf den zurückgedrängten linken Flügel der Verbündeten statt, der abermals weichen musste, jedoch endlich bei Pielitz Stand hielt. Während des Angriffs auf den linken Flügel, drang Marschall Ney gegen den rechten Russischen Flügel vor, wobei an der Windmühle bei Gleina ein furchtbarer Kampf entbrannte, in dem die Russen gezwungen wurden, nach Baruth zurückzuweichen; Preititz aber nahmen die Franzosen mit Sturm. Durch die Wegnahme von Preititz, war die Verbindung Barklay de Tollys und Blüchers völlig aufgehoben, und der Rückzug der Preussen bedroht, deshalb stürmten nunmehr die Russen Preititz und warfen die Franzosen nach furchtbarer Gegenwehr aus dem Orte heraus. Gegen ein Uhr Mittags eilte der Kaiser Napoleon selbst mit seinen Garden und einem Corps Cavalerie von Burg herbei, und führte seine Truppen gegen Blücher, der noch wenig beunruhigt auf den Höhen bei Kreckwitz stand. Als nach muthigem Widerstande Blüchers, von Baruth her, die Division Lagrange mit zweiundzwanzig Geschützen gegen Preititz heranzog, mussten die Preussen endlich ihre Stellung verlassen, doch zogen sie sich in ziemlicher Ordnung zurück, indem sie von Kleinbautzen aus ihre rückgängige Bewegung deckten. Der Rückzug begann gegen vier Uhr des Nachmittags, und fast zu gleicher Zeit zeigte sich von Klix her das siebente französische Armeekorps, und passirte durch Preititz, wo das Rittergut und ein Theil der Dorfgebäude in Flammen standen. Das Schlachtfeld, namentlich bei Gleina, sowie zwischen Preititz und Kleinbautzen, war mit Todten und Verwundeten bedeckt, und am Abend des 21. Mai, glühten die Feuerscheine von nicht weniger als funfzehn brennenden Dörfern am Himmel auf, darunter sich auch Preititz und Purschwitz befanden. Die Einwohnerschaft hatte sich während der Schreckenstage mit ihren besten Habseligkeiten in die Haide geflüchtet, und als die armen Menschen zurückkehrten, fanden sie alles Zurückgelassene geraubt oder zerschlagen, und ihre Wohnungen in Aschenhaufen verwandelt. Selbst die Kirche war von den wüthenden Soldaten stark beschädigt worden, man hatte die Thüren und Kirchstühle herausgerissen, und manches in dem Gotteshause aufbewahrte werthvolle Stück aufgefunden und mitgenommen. Nach der Schlacht bei Dresden wurde Preititz das letzte Mal von plünderungslustigen Marodeurs und häufigen Durchmärschen geplagt, bis die Sonne des Friedens nach der Schlacht bei Leipzig ihre Strahlen wiederum segensreich auf unser schwergeprüftes Vaterland herabsenkte.

Das Jahr 1829 brachte Preititz neues Unheil, indem am 25. Mai, auf dem dasigen Edelhofe Feuer ausbrach, und die Wirthschaftsgebäude desselben, sowie einige Häuser des Dorfes in Asche legte. In den Jahren 1836 und 1837, wurden die Gemeinden Preititz und Kleinbautzen von den drückenden Frohndiensten abgelöst, wodurch der Wohlstand und die Zufriedenheit der Einwohner nicht wenig gewannen. Im Jahre 1838 hatte Preititz das Glück den vor wenigen Monaten fern von Seinem treuen Sachsenvolke geschiedenen, hochseligen König Friedrich August zu beherbergen. Der leutselige, unvergessliche Fürst, dessen trauriges, unvorhergesehenes Ende jedem guten Menschen heisse Thränen der Rührung und des gerechtesten Schmerzes auspresste; geruhte damals eine ächtwendische Hochzeit mit Seiner Gegenwart zu beehren, wobei der mildherzige König, mit den Ihn begleitenden hohen Herrschaften viel Heiterkeit zeigte.

Die Kirche zu Kleinbautzen, wohin Preititz eingepfarrt ist, gehörte vor der Reformation höchst wahrscheinlich zu dem Sprengel der Nikolaikirche in Bautzen, und war damals eine kleine unansehnliche Kapelle, welche im Jahre 1602 oder 1603 der damalige Rittergutsbesitzer auf Preititz und Kleinbautzen, Rudolf von Nostitz abbrechen und an ihrer Stelle ein neues Gotteshaus errichten liess, das jedoch während des dreissigjährigen Krieges so baufällig geworden war, dass Hans Ernst von Rechenberg eine bedeutende Reparatur desselben vornehmen lassen musste. Trotzdem war die Kirche bald darauf wieder in einem so üblen Zustande, dass Karl Heinrich von Nostitz auf Preititz, und Wolf Christoph von Nostitz auf Kleinbautzen eine neue Reparatur beschlossen, aus der jedoch fast ein Neubau wurde. Die Kirche war im Jahre 1678 soweit hergestellt, dass der Gottesdienst in selbiger abgehalten werde konnte. In den Jahren 1747, 1761, 1765, 1776, 1777, 1813 und 1822 mussten neue Reparaturen vorgenommen werden, und 1678 sowie 1761 erhielt die Kirche neue Glocken. Obgleich das Gotteshaus nicht zu den grössten und schönsten der Oberlausitz gerechnet werden kann, gehört es doch zu den freundlichsten und hellsten, und steht als Zierde des anmuthigen Dörfchens auf dem nördlichen Ende desselben inmitten des Friedhofes, umgeben von Silberpappeln, Birken, Fichten und uralten Linden. Im Inneren der Kirche befinden sich eine Anzahl Epitaphien der adeligen Familien, welchen einst die Rittergütter gehörten, worunter sich namentlich die lebensgrossen Statuen Carl Heinrichs von Nostitz in voller Ritterrüstung, und seiner Gemahlin, Elisabeth Barbara, aus dem Geschlechte der Ziegler und Klipphausen, auszeichnen. Beide Figuren, vortrefflich gearbeitet und mit lebhaften Farben gemalt, gleichen in einiger Entfernung lebenden Personen. Unter einer Anzahl von Grüften ist das Nostitzsche Erbbegräbniss zu erwähnen, welches 1678 der mehrfach genannte Carl Heinrich von Nostitz erbauen liess. Der Pastor Schirach, dessen bereits einigemale Erwähnung geschah, war als ein vortrefflicher Redner und tüchtiger Schriftsteller bekannt, und für eins seiner landwirthschaftlichen Werke „der Sächsische Bienenvater“ empfing er von der Churfürstin im Jahre 1766 eine goldene Medaille. – Die Kirche und Schule zu Kleinbautzen stehen unter gemeinschaftlicher Collatur der Rittergutsbesitzer zu Kleinbautzen und Preititz.

Otto Moser, Redact.     




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Unwürde.


Unwürde, ein hochgelegenes Schloss mit einem Dorfe gleichen Namens, liegt auf dem linken Ufer des nicht weit entfernten Löbauer Wassers in einer angenehmen hügelreichen Gegend, eine Stunde nördlich von Löbau am Weissenberger Wege, und ist das Stammhaus eines alten, edlen Geschlechtes, derer von Unwürde, welches noch jetzt in Schlesien blüht, seit vielen Jahrhunderten aber sich nicht mehr im Besitze seines Stammhauses befindet, das bereits schon im vierzehnten Jahrhundert, Eigenthum der Herren von Kittlitz war. In einer Urkunde, ausgestellt von den Markgrafen Otto und Woldemar, am Sonntage vor den St. Niklastage 1306, wurde Unwürde den Obergerichten der Stadt Löbau untergeben, worüber indessen mit den Edelleuten auf Unwürde, und dem Rathe der Sechsstadt Löbau lange und sehr ernste Streitigkeiten entstanden. Die Herren von Kittlitz waren schon in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts nicht mehr im Besitze von Unwürde, denn 1368 wird bereits Albrecht von Nostitz als Schlossherr genannt, und 1401 Ritter Otto von Nostitz. Das Gut, welches die Nostitze als ihr Stammhaus betrachteten, blieb bei dieser Familie bis zum Jahre 1603; zur Zeit des Schmalkaldischen Krieges besass es Abraham Ulrich von Nostitz, 1570 Otto von Nostitz, und von da bis 1603 Joachim von Nostitz, der letzte Herr auf Unwürde aus dem Stamme der Nostitze. Joachim von Nostitz hatte viele und hartnäckige Streitigkeiten mit den Löbauern, indem er ein Brauhaus baute, und das Bier an die umliegenden Ortschaften verkaufte, wegen welches Eingriffs in die städtischen Gerechtsame, die Löbauer Stadtgemeinde sich endlich an den Kaiser Rudolf II. mit einer Beschwerde wandte, in deren Folge Joachim von Nostitz verurtheilt wurde, der Stadt den verursachten Schaden zu ersetzen, tausend Thaler an die kaiserliche Kammer zu zahlen, und die Bierbrauerei einzustellen. Ueber letzteren Punkt musste der unberufene Brauherr der Stadt eine schriftliche Versicherung aushändigen, und da er derselben nachlebte, waren die Zwistigkeiten gehoben, die Geldstrafe und der Schadenersatz scheinen indessen wahrscheinlich in Folge kaiserlicher Begnadigung, nie gezahlt worden zu sein. Bei einem 1577 stattfindenden Geschlechtsconvente der Nostitze zu Rothenburg wurde bestimmt, dass von den drei Sächsischen Linien der Familie sich eine „Nostitz-Unwürde“ nennen sollte.

Der bekannteste und merkwürdigste Besitzer Unwürdes aus dem Geschlecht der Nostitze, war unbedingt Dr. Abraham Ulrich von Nostitz, kaiserlicher Majestät Rath und erster Landeshauptmann der Oberlausitz, welcher bei dem sogenannten Pönfall des Sechsstädte eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Es wird unseren Lesern nicht uninteressant sein, wenn wir Ihnen hier eine Darstellung dieses Ereignisses geben, welches in der Geschichte der Lausitz, und namentlich der Sechsstädte, von grosser Bedeutung ist.

König Ferdinand von Böhmen, der Bruder Kaiser Karls V., hatte im Jahre 1546 den Ständen der beiden Markgrafthümer Ober- und Niederlausitz ernstlich verboten, dem Churfürsten von Sachsen, Johann Friedrich dem Grossmüthigen, welcher an der Spitze des Schmalkaldischen Bundes stand, irgend wie Beistand und Unterstützung zu gewähren, und dieses Verbot sogar durch öffentlichen Anschlag zur allgemeinen Kenntniss bringen lassen. Dagegen verlangte der König dass Land und Städte für den Dienst in des Kaisers Heere Knechte und Reiter anwerben, solche mit der nöthigen Ausrüstung versehen und sammt den nöthigen Munitions- und Proviantwagen nach Dobrilugk in der Niederlausitz, senden sollten, von wo die neugeworbenen Truppen nach Sachsen marschirten. Nun wurde diesem königlichen Befehle zwar überall willig Folge geleistet, und eine nicht unbeträchtliche Macht zusammengebracht und wohl ausgerüstet, als aber das Contingent der Sechsstädte (Budissin, Görlitz, Zittau, Löbau, Lauban und Camenz) den Marsch nach Dobrilugk antreten sollte, beschlossen die Städte bei den gefährlichen Zeitverhältnissen, eine so wohl ausgerüstete und tüchtige Truppe für jetzt noch zur eigenen Sicherung zurückzubehalten, und abzuwarten ob man ein zweites Mal das Verlangen einer Verstärkung des kaiserlichen Heeres an sie stellen würde. Da nun die Böhmischen Stände sich geweigert hatten, Carl V. gegen den Churfürsten Johann Friedrich zu unterstützen, dieser aber am 24. April 1547, von den Kaiserlichen bei Mühlberg an der Elbe geschlagen und gefangen worden war, eilte König Ferdinand mit seinem Kriegsvolke racheglühend nach Böhmen zurück, und übte gegen die Widersetzlichen schwere Vergeltung. Da ausser den Sechsstädten fast alle übrigen Gemeinden der Lausitzen ihre Bewaffneten nach Dobrilugk geschickt hatten, so traf der Zorn des Königs hauptsächlich die Sechsstädte, und weil unter den Räthen Ferdinands sich verschiedene den Sechsstädten, feindlich gesinnte Herren befanden, wurde der Monarch immer mehr in der Meinung bestärkt, die Böhmen wie die Lausitzer, als des gefangenen Churfürsten Religionsverwandte, hätten für Johann Friedrich Parthei gehalten, und keinesweges aus Besorgniss vor eigener Gefahr die befohlene Unterstützung verweigert. Am 9. August 1547 empfingen die Sechsstädte eine strenge Citation, wegen gewisser schweren Verbrechen gegen ihren König, Deputirte des Rathes und der Bürgerschaft nach Prag zu schicken. Sie sollten am 1. September an kaiserlicher Gerichtstelle eintreffen, und alle von den vormaligen Kaisern, Königen und Markgrafen erlangten Freibriefe, Privilegien und Zunftbriefe mit sich bringen.

Das königliche Schreiben verursachte bei den Sechsstädten keinen geringen Schrecken. Demüthige Suppliken wurden an den erbitterten Herrscher abgeschickt, man berief sich auf die bisher gehaltene Treue und Erfüllung aller Unterthanenpflichten, aber Ferdinand liess sich nicht besänftigen, sondern verlangte Gehorsam. Voller Angst und Betrübniss trafen die Deputationen am bestimmten Tage in Prag ein, und reichten nochmals ein Gnadengesuch ein [21] das der König wiederum zurückwies. Zitternd traten endlich die Deputirten in den Audienzsaal, wo der König, neben sich die Prinzen, auf dem Throne sass, und die demüthig auf die Kniee niedersinkenden Lausitzer mit finsteren Blicken schweigend ansah. Der Bürgermeister von Budissin, Dr. Franz Göritz hielt darauf an die königliche Majestät, die Prinzen und die versammelten Räthe eine wehmüthige Rede, worauf abermals ein Fussfall der Deputirten erfolgte, so dass mehrere der königlichen Räthe ihre Rührung nicht verbergen konnten. Der König sprach hierauf einige nicht eben ungnädige Worte, und begab sich mit den Prinzen und Räthen in ein Nebengemach, die Deputirten aber liess man auf den Vorsaal treten, wo bald der Schlosshauptmann, Wolf von Neuhaus, mit Trabanten erschien, und die Sechsstädter in anständigen Arrest brachte. Franz Göritz von Budissin, Franz Schneider von Görlitz, Conrad Nesenus von Zittau, Abrosius von Lauban, Andreas Günther von Camenz, Georg Wellisch von Bautzen und Nikolaus Dornspach von Zittau erhielten ihre Haft im Schlosse, die Uebrigen in einem Lokale der Stadt.

Nachdem die Deputirten mehrere Tage in Gefangenschaft gelebt hatten, wurden sie nach verschiedenen Böhmischen Städten gebracht, um dort wegen muthmasslichen geheimen Einverständnisses mit den widerspenstigen Böhmen vernommen zu werden, und endlich erhielten sie Sr. Majestät Bescheid, der indessen durchaus nicht tröstlich lautete. Der König verlangte, die Sechsstädte sollten ihm alle Privilegien, Freiheiten, Aussetzungen, Ordnungen und Statuten zu Händen stellen, und dagegen erwarten, was ihnen aus Gnaden zurückgegeben und zugeordnet werden möchte; dann sollten sie alles Geschütz, Pulver, Munition und sonstiges Kriegsmaterial ausliefern, und ebenfalls erwarten, was ihnen der König davon zurückgeben würde. Ebenso verlangte Ferdinand Abtretung aller städtischen Lehn- und Landgüter, die Verschreibung eines ewigen Biergeldes, Aushändigung aller noch verhandenen Kirchenkleinodien, Stiftungsgelder, Güldbriefe und ähnlicher Dokumente, sowie Erlegung einer Summe Strafgeldes, wovon Budissin 20000, Görlitz 40000, Zittau 20000, Lauban 10000, Löbau 5000 und Camenz 5000, also alle sechs Städte zusammen 100000 Gülden zahlen sollten. Zur Eintreibung des Geldes wurden sofort Reiter auf Execution nach den Städten gesendet.

Nach ausgesprochener königlicher Sendenz, wurden zwei Deputirte jeder Stadt auf freien Fuss gesetzt, und nach der Heimath geschickt, um den Gemeinden des Königs Willen mitzutheilen, die Uebrigen mussten in Haft bleiben, bis die Angelegenheit zu Ende gebracht war. Mit der Vollziehung des königlichen Befehls waren beauftragt: Dr. Abraham Ulrich von Nostitz auf Unwürde, Landeshauptmann, Nikolas von Metzrad auf Hermannsdorf, Hofrichter, und Dr. Georg Mehl, Vicekanzler. Diese Commissaire übernahmen in den Zeughäusern der Sechsstädte alles Kriegsmaterial, sprachen die Unterthanen der städtischen Ritter- und Landgüter von den Pflichten gegen ihre bisherigen Herren los und ledig, und liessen sie dem König Ferdinand einen Huldigungseid schwören. Bald waren auch sämmtliche Kirchenschätze und wichtigen Stiftungsdokumente in ihren Händen, und nachdem die sechs Städte einen Theil der verlangten Summe gezahlt hatten, trafen die zu Prag in Haft gehaltenen Rathsherren und Zunftgenossen bei den Ihrigen gesund und munter wieder ein.

Zu den erbittersten adeligen Feinden der Sechsstädte, gehörte auch der Dr. Abraham Ulrich von Nostitz auf Unwürde. Als die bekümmerten Deputirten ihm erklärten, es sei geradezu unmöglich eine so ungeheure Summe in der bestimmten kurzen Frist herbeizuschaffen, erwiderte der Landeshauptmann: es wäre ein gar Leidliches, das sie erlegen müssten, er getraue sich aus einer einzigen Commun wohl ein Mehreres herauszupressen, hätte doch die Stadt Prag bei diesem Pönfall 100000 Thaler bezahlen müssen. Sie würden ohne Zweifel dem zur Zeit gefangenen Churfürsten von Sachsen damals ein Mehreres entrichtet haben, wenn es dazu gekommen wäre, eine Contribution zu erheben. Nun könne es ja der König Ferdinand von ihnen, als seinen Unterthanen, mit viel grösserem Rechte verlangen, deshalb sollten sie sich nur nicht sperren, sondern die Pönalartikel unverzüglich erfüllen. Wollten sie übrigens mit der königlichen Majestät noch rechten, so würde morgen das Kammergericht bestellt, und ihnen eine Criminalklage zugefertigt werden! – Ausserdem wurden die Rathspersonen sämmtlicher Städte ihrer Aemter entsetzt, und erst nach Jahresfrist wieder zu einer Neuwahl geschritten, welche die obengenannte königliche Commission unter dem Vorsitze des Dr. von Nostitz zu leiten hatte. – Die glücklichen Unternehmungen des Churfürsten Moritz von Sachsen, gegen Kaiser Carl V., zwangen endlich den König Ferdinand mit den Sechsstädten wieder in ein freundlicheres Verhältniss zu treten, und nach Erlegung bedeutender Geldsummen an die erschöpfte königliche Schatzkammer, empfingen die Städte ihre Rechte und Freiheiten, sowie einen Theil der verlornen Güter zurück.

Durch die Rauhheit, welche Dr. Abraham Ulrich von Nostitz, gegen die Sechsstädte gezeigt, und durch Ankauf mehrerer ihrer confiscirten Güter, hatte er sich den furchtbarsten Hass der Bürger zugezogen, so dass er in beiden Lausitzen, wie in Böhmen unter dem Namen des Städtefeindes bekannt war. Bei der Versöhnung des Königs mit den Städten lag deren Feind bereits im Grabe († 13. October 1552), aber der Grimm des Volkes erfand schauerliche Sagen, worin der gehasste Mann eine schreckliche Rolle spielte. Da an des Landeshauptmanns Sterbetage ein furchtbarer Orkan wüthete, so gab es später eine Menge Leute, die ganz deutlich gesehen haben wollten, wie der böse Geist während des Sturmes mit schrecklichem Geheul den Städtefeind aus dem Schlosse zu Ruppersdorf, seinem Wohnsitze, in die Lüfte entführte, und daselbst martervoll erwürgte. Andere hatten um die Mitternachtsstunde den todten Landeshauptmann in einem, von gespenstigen Rossen gezogenen Wagen durch die Luft nach Unwürde ziehen und bald darauf wieder in seine Todtengruft zurückkehren sehen, und nicht selten erschreckte der ruhelose Geist des Städtefeindes einsame Liebespärchen und nächtliche Schwelger.

Nach dem Tode Joachims von Nostitz kam Unwürde an die Familie der Herren von Hund und Altengrotkau, indem des Verstorbenen Tochter mit Wenzel von Hund und Altengrotkau auf Ramske, Jeschkendorf, Wilschke, Tetschkendorf etc., Oberamtsrathe des Herzogs Johann Christian von Liegnitz und Brieg, sowie Landesältestem des Herzogthums Liegnitz, vermählt war. Unwürde gelangte 1625 an Wenzel Heinrich von Hund und Altengrotkau, des Vorigen Sohn, welcher auch noch Mönau, Obergebelzig, Grossschweidnitz, Laucha, Georgewitz und Dolgowitz besass. Er wurde in Polnisch-Lissa erzogen, nahm gegen Ende des dreissigjährigen Krieges im Regimente Brederode Dienste, und kehrte nach erfolgtem Frieden auf seine Güter zurück, wo er im [22] Jahre 1697 starb, und das Gut Unwürde Johann Hildebrand von Hund und Altengrotkau, churfürstlich Sächsischem und königlich Polnischem Rathe und Landesältestem des Budissiner Kreises hinterliess. Im Jahre 1769 verkaufte der Geheimrath Carl Gotthelf von Hund und Altengrotkau seine sämmtlichen Besitzungen, worunter auch Unwürde, an die Gräfin Isabella von Salmour, von welcher sie durch Erbschaft an den jungen Grafen Joseph Gabaleon von Salmour gelangten, der bis 1819 in ihrem Besitze blieb. In diesem Jahre erkaufte Ober- und Niederkittlitz, nebst Unwürde der königlich Sächsische Generallieutenant und Gouverneur der Residenzstadt Dresden, Freiherr von Gablenz, überliess dieselben 1837 aber seinen beiden Söhnen, wobei der Rittmeister, Heinrich Freiherr von Gablenz die beiden Güter zu Kittlitz, und dessen Bruder, der Oberlieutenant, Anton Freiherr von Gablenz Unwürde erhielt. Später gelangte Unwürde an den Freiherrn von Gutschmidt, und endlich durch Tausch an den jetzigen Besitzer, Herrn Rittmeister von Sydow, Landesältestem und Abgeordnetem der zweiten Preussischen Kammer.

Das älteste Schloss zu Unwürde war ein kleines hölzernes Gebäude, und wurde im Jahre 1425 bei der Belagerung Löbaus von den Hussiten gänzlich zerstört. Später wieder aufgebaut, stand es bis 1727, wo ein Herr von Hund und Altengrotkau das noch jetzt stehende stattliche und geräumige Schloss aufführen liess, von dessen Höhe man eine reizende Aussicht über die Löbauer Gegend und das Sächsisch-Böhmische Gebirge geniesst. Der Garten des Schlosses ist von nicht geringer Bedeutung.

Rittergut und Dorf Unwürde sind nächst Grossdehsa, Jauernick, Peschen, Eiseroda, Nechen, Breitendorf, Laucha, Carlsbrunn, die Hälfte von Wohle, Georgewitz, Wendisch-Paulsdorf, Wendisch-Cunnersdorf, die Hälfte von Rosenhain, Zoblitz, Bellwitz, Oppeln, Kleinradmeritz, Glossen, Lautitz, Alt- und Neucunnewitz, Mauschnitz und Hasenberg nach Kittlitz eingepfarrt. Das dasige Gotteshaus wird bereits in einer Bulle des Papstes Innocenz IV. vom Jahre 1252 genannt, und dass es bereits im zwölften Jahrhunderte vorhanden war, beweist die Inschrift einer ihrer Glocken: Felix namque es Sacra virgo Maria omni laude dig. MCCII. ie. quia ex te or. Nach vielen traurigen, hauptsächlich durch Krieg und Feuer hervorgerufenen Schicksalen wurde das sehr baufällige Gotteshaus im Jahre 1749 abgebrochen, wegen verschiedener Hindernisse konnte die neue Kirche jedoch erst 1796 eingeweiht werden. Sie ist licht, geräumig und geschmackvoll gebaut, enthält zehn herrschaftliche Betstübchen und zwei Emporen. Auch für den Alterthumsfreund birgt die Kirche zu Kittlitz manches Interessante, namentlich ist ein uralter Leichenstein mit dem Wappen der Nostitze zu erwähnen, dessen Inschrift noch Niemand entziffern konnte. Verschiedene Steinbilder längst verstorbener Ritter und Edelfrauen sind über den Grüften, die ihre Asche deckt, eingemauert. Nicht weniger sehenswerth ist ein nicht mehr gebrauchter, beinahe fünfhundert Jahre alter Altar, welcher in der Sakristei aufbewahrt wird und durch kunstreiche Schnitzarbeit und Vergoldung sich auszeichnet. Unter der grossen Menge Figuren, welche diesen Altar schmücken, befindet sich auch die knieende Gestalt eines Mannes mit dreifacher Krone auf dem Haupte, hinter dem ein Scharfrichter steht, um ihm den Kopf abzuschlagen. Ein komischer Zufall hat es indessen gefügt, dass der Scharfrichter nicht nur die Hand mit dem erhobenen Schwerte, sondern auch den Kopf eingebüsst hat, während der Delinquent diesen noch auf seinen Schultern trägt.

In der Parochie Kittlitz befindet sich ausser dem Pfarrer auch noch ein Diakonus, welchem die eigentliche und spezielle Seelensorge der Kirchkinder, mit Ausnahme der Herrschaften und der Breitendorfer Gemeinde, obliegt. Die Kirchenbücher der Pfarre gehen nur bis 1703 zurück; eine Sage behauptet, die ältesten Kirchenbücher habe eine resolute Pfarrfrau, die nach dem Tode ihres Mannes sich in ihren Ansprüchen beeinträchtigt geglaubt, als Repressalien mit sich genommen. Die Kirchengemeinde besteht sowohl aus Deutschen wie auch aus Wenden, und der Hauptnahrungszweig derselben ist Ackerbau, Handarbeit und etwas Handel.

Otto Moser, Redact.     




Königswartha.


Königswartha, ein Marktflecken, Schloss und Rittergut im Budissiner Bezirke, nahe am Schwarzwasser und an der Hoyerswerdaer Strasse gelegen, besitzt 131 Häuser mit ungefähr 900 Einwohnern, eine Kirche, Schule, Apotheke und Postexpedition. Im dreissigjährigen Kriege grassirte in Königswartha eine schreckliche Pest, die den fünften Theil der Einwohnerschaft wegraffte, und 1636 ging der Ort grösstentheils in Flammen auf. Ein ähnliches Unglück betraf Königswartha im Jahre 1788, wo der nordwestliche Theil des Fleckens niederbrannte. Am 9. Mai 1813 fand in der Nähe ein heftiges Treffen zwischen dem Russischen General Barklai de Tolly und dem Preussischen General York, als Verbündeten, gegen den Französischen General Lauriston statt, wobei Königswartha in grosser Gefahr schwebte und nicht wenig litt. – Das Rittergut hat schöne massive Wirthschaftsgebäude, bedeutende Bierbrauerei und Branntweinbrennerei, und eine der grössten Fischereien der Lausitz, deren Karpfen weit und breit wegen ihrer Vortrefflichkeit bekannt sind. Die Gegend ist sandig, holzreich und stark bewässert, und der Verkehr im Orte wegen der durchgehenden Chaussee von Budissin nach Cottbus und Berlin, äusserst lebhaft. Das schöne, geräumige, von trefflichen Anlagen umgebene Schloss, zieren auf der Gartenseite verschiedene zum Theil recht gut gearbeitete Statuen und Antiken. Wenige [23] Tage vor Seinem Tode befand Sich Sr. Majestät der hochselige König Friedrich August in Königswartha auf der Entenjagd, und es ist bekannt, dass der gütige Monarch noch am Tage vor Seinem Tode Sich des hiesigen Aufenthalts mit Vergnügen erinnerte. Der König war in Königswartha äusserst heiter und gesprächig, und unterhielt Sich lebhaft mit verschiedenen Personen. Begleitet von den Segenswünschen der hocherfreuten Landleute, setzte der Monarch Seine Reise fort und – kaum acht Tage später kam die erschütternde Trauerkunde, Friedrich Augusts edles Herz habe zu Brennbüchl im fernen Tyrol den letzten Schlag gethan! – –

Ohne Zweifel war Königswartha in den frühesten Zeiten eine Warte oder Burg, die zur Niederhaltung der bezwungenen Sorben von einem deutschen Reichsoberhaupte, vielleicht Heinrich dem Vogelsteller, erbaut wurde, und deren Entstehung Veranlassung zur Gründung des Ortes gab. Die Wenden nennen denselben Rakezy, zu deutsch Krebsort, ein Name, der wahrscheinlich von dem nahen krebsreichen Schwarzwasser herrührt. Nach Berichten alter Lausitzer Gerichtsschreiber, war Königswartha im Mittelalter eine bedeutende und wohlbefestigte Stadt, als aber das hussitische Gesindel 1425 seinen bestialischen Zug in die Lausitz unternahm, wurde Königswartha wie Hunderte von anderen blühenden Städten und Dörfern mit Mord und Brand heimgesucht, und sank zu einem unbedeutenden Städtchen, und endlich gar zu einem Marktflecken herab. Dass Königswartha eine Stadt gewesen sei, beweist eine Urkunde des Landvoigts der Oberlausitz, Benesch von Chusnick vom Jahre 1346, worin derselbe die drei Edelleute Dietzman, Wolf und Nikolas von Pannewitz mit der halben Stadt Königswartha für den Fall belehnt, dass der gegenwärtige Besitzer Hans von Pannewitz mit Tode abgehen sollte. Die Urkunde ist noch insofern nicht unwichtig, als sie den einzigen bekannten Fall nennt, wo ein Landvoigt das Recht des Landesherrn, die Belehnung, ausübte.

Die Herren von Pannewitz besassen Königswartha bis zum Jahre 1550, wo es an Valentin von Hennigke gelangte, der das Gut 1558, Friedrichen von Peschen überliess. Von diesem kam Königswartha an den eifrig protestantischen Hans Christoph von Ponickau, Herrn auf Pulsnitz. Im Jahre 1626 entstand neben dem Hauptgute noch ein Beigut, welches den Herren von Schreibersdorf und zuletzt einem Herrn von Gödaw gehörte, nach dessen Tode Haubold von Schleinitz die beiden Güter wieder vereinigte. Katharine Margarethe, Haubolds von Schleinitz Wittwe, eine geborene Schönberg, schenkte der damals gänzlich mittelossen Kirche ein Legat von 1000 Thalern. Bis zum Jahre 1661 gehörte Königswartha dem Churfürsten von Sachsen und ging dann an den Kriegsrath und Landeshauptmann Johann Adolf von Haugwitz und später an dessen Sohn, Adolf Günther von Haugwitz über, welcher Letztere indessen schon in seinem dreissigsten Jahre mit Tode abging. Seine Wittwe, aus dem adligen Geschlecht von Hocke, vermählte sich hierauf mit einem Herrn von Luttitz auf Räckelwitz, worauf Königswartha Anna Katharina, Adolf Günthers von Haugwitz Tochter, Gemahlin Gottlob Christians von Vitzthum-Eckstädt auf Klitten und Jahmen erhielt. Im Jahre 1738 vermählte sich deren Tochter, Auguste Wilhelmine, mit dem Reichsgrafen von Dallwitz und Schafgotsch und wurde Eigenthümerin von Königswartha. In der von ihr erbauten Familiengruft ruht sie nebst ihrem Gemahl in gewaltigen Särgen, die aus Granit gemeiselt sind. Ihr Sohn und Erbe, der Geheimrath und Domdechant des Stiftes Meissen, Johann Friedrich Graf von Dallwitz, liess das alte Schloss abbrechen, und das noch jetzt stehende erbauen; auch that er viel zur Verschönerung der Gärten und Anlagen. Als der Graf einen vor dem Schlosse befindlichen holzbewachsenen Platz, der Winz genannt, zu Parkanlagen umwandeln wollte, ein Plan der wegen des gänzlich unfruchtbaren Bodens wieder aufgegeben werden musste, fanden die Arbeiter beim Hinwegräumen der Erdoberfläche einen wendischen, uralten Begräbnissplatz mit zahlreichen Urnen und mancherlei metallenen und irdenen Geräthschaften, nebst einem aus Steinen zusammengesetzten Opferheerde. Der Graf, ein Kenner und Freund der Kunst und Kunstalterthümer, liess die gefundenen Gegenstände von einem Dresdner Künstler genau abzeichnen, coloriren, in einen Folioband von fast 200 Blättern zusammenbinden, und mit dem Titel „Königswartha subterranea“ versehen. Diese literarische Seltenheit befindet sich jetzt, nebst den aufgefundenen Alterthümern im Besitz der Oberlausitzer Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz; ein zweites prachtvolles Exemplar dieses Werkes in Quart besass der Staatsminister von Nostitz und Jänkendorf, der es dem, um die Alterthumskunde so hochverdienten Rentamtmanne Preussker in Grossenhain als Geschenk verehrte. Graf Johann Friedrich von Dallwitz starb 1796, und Königswartha kam an seinen jüngeren Bruder den Grafen Johann Maximilian, der es bis zum Jahre 1809 behauptete, wo das Gut der königlich Preussiche Oberamtmann Steinkopf, durch Meistgebot an sich brachte, und bis zu seinem Tode, der 1828 erfolgte, bewirthschaftete. Von dem Oberamtmann Steinkopf, erbte Königswartha dessen älterer Sohn, Johann Carl Friedrich Christoph, und verkaufte es 1836 an seinen Schwiegersohn, Herrn Ferdinand Bruno Erdmann von Rabenau, aus dem Hause Brestau und Schöneich, Herrn auf Kasslau, Eutrich, Truppen, Kamenau, Johnsdorf, Neudorf und Koblenz, der es noch jetzt besitzt.

Wie die Mehrzahl der christlichen Gotteshäuser der Lausitz, entstand auch die hiesige Kirche im zwölften Jahrhunderte. Sie wird urkundlich zuerst im Jahre 1213 erwähnt, wo Bischof Bruno II. von Meissen, nachdem er das Domkapitel zu Meissen gestiftet, dessen Archidiakonate auch die Kirche zu Königswartha unterordnete. Die ältesten noch vorhandenen kirchlichen Nachrichten, gehen nicht unter das Jahr 1440 zurück, wodurch es fast zur Gewissheit wird, dass die Wuth der Hussitenhorden, mit der Stadt auch die Kirche und ihr Archiv vernichtete. Zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts erfuhr die Kirche bedeutende Reparaturen, auch wurde sie damals durch einen Anbau vergrössert.

Die Parochie besteht aus einer wendischen und einer deutschen[1] Gemeinde, für welche jeden Sonntag doppelter Gottesdienst stattfindet. Beide Gemeinden zählen etwa 2070 Personen, von denen die Mehrzahl Wenden sind. Eingepfarrt nach Königswartha sind: Truppen, Kamenau, Johnsdorf, Neudorf und die Preussischen Ortschaften Wartha, Steinitz mit Neusteinitz und Kolbitz, Weissig, Hermsdorf und die Balackmühle.

Otto Moser, Redact.     




[24]
Luga.


In der Nähe der von Budissin nach Hoierswerda führenden Strasse, und zwar von erstgenannter Stadt zwei Stunden entfernt, liegt, in ebener Gegend am Schwarzwasser das Dorf und Rittergut Luga, von den Wenden, Luh genannt, welches Wort einen sumpfigen Ort, einen Graspfuhl, bedeutet. Das einfache, in hübschen Anlagen verborgene Schloss, erhielt in neuerer Zeit einige Vergrösserungen, und seine Vorderseite ist mit einer Anzahl Statuen verziert, die zum Theil nicht ohne künstlerischen Werth sind. Zu dem Rittergute gehören 252 Acker Feld, 51 Acker Wiesen, 5 Acker Teiche, 144 Acker Holzung und 15 Acker Hutung und Lehde. Es hat einen sandigen Lehmboden. Das Dorf Luga enthält, ausser dem Rittergute, eine Mühle, eine Schmiede, zwei Bauergüter, achtzehn Gärtner- und neununddreissig Häuslerwohnungen, von denen die beiden Bauergüter unter der Jurisdiction des Domstiftes St. Petri zu Bautzen, das übrige Dorf aber unter den Gerichten der Lugaer Herrschaft stehen. Die Zahl der Einwohner beträgt über 300 Personen.

Luga ist wendischen Ursprungs, und dürfte nach einer in der Nähe befindlichen alten Sorbenschanze zu urtheilen, in den Kämpfen der Deutschen mit den heidnischen Slavenvölkern ein nicht unwichtiger Vertheidigungspunkt der angegriffenen Stämme gewesen sein. Die älteste Geschichte Lugas liegt in tiefem Dunkel, welches bei völligem Mangel an gleichzeitigen Nachrichten nicht aufzuhellen ist, erst im vierzehnten Jahrhundert wird Luga als ein Besitzthum der Herren von Schreibersdorf genannt, die bis zum Jahre 1592 auf dem nahen Schlosse Neschwitz wohnten. Von Hans Caspar Dietrich von Schreibersdorf erkaufte Luga – 1500 – die Aebtissin des Klosters Marienstern, Elisabeth von Haugwitz, und vereinigte es mit den Stiftsgütern, doch ist nicht bekannt, in welchem Jahre Luga wieder von denselben getrennt wurde. Zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts gehörte das Gut den Herren von Gersdorf, von welchen es an die Familie von Luttiz gelangte. Um das Jahr 1660 verkaufte Hans von Luttiz das Gut an einen Herrn von Ponickau, und von 1690 bis 1721 besass es Hans Fabian von Ponickau, königl. Polnischer und churfürstl. Sächsischer Rath, sowie auch Amtshauptmann des Budissinischen Kreises.

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erkaufte Luga der churfürstlich Sächsische Appellationsrath und Oberamtshauptmann der Oberlausitz, Herr auf Trattlau, Commerau, Reutnitz und Nieda, Johann Wilhelm Traugott von Schönberg, der am 14. April 1804 zu Budissin verschied und Luga seinem Sohne, dem Klostervoigte von Marienstern, Johann Friedrich Heinrich von Schönberg auf Weissculm und Commerau hinterliess. Nach dessen, am 11. Januar 1825 erfolgtem Tode, kam Luga in Besitz seines Sohnes, des Herrn Egon Heinrich Gustav Freiherr von Schönberg-Bibran, königlich Sächsischen Kammerherrn, Ritters des St. Johanniter- und Malteser-Ordens und Herrn auf Quoos, Commerau, Weissculm, Ober-, Mittel- und Nieder-Geismannsdorf und Herzogswalda.

Luga ist mit dreiunddreissig Ortschaften in die Kirche des nahen Dorfes Neschwitz eingepfarrt, gehörte jedoch bis zum dreissigjährigen Kriege in die St. Nikolaikirche zu Budissin, welche im Jahre 1634 durch Brand eingeäschert und bis auf jetzige Zeit, wo auf einem Bergeshange noch immer ihre malerischen Ruinen sich erheben, nicht wieder aufgebaut wurde. Die Neschwitzer Kirche war ursprünglich eine Capelle, in welcher der Pfarrer von Göda Gottesdienst zu verrichten hatte. Sie erfuhr im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert bedeutende Vergrösserungen, und erhielt 1693 einen neuen Thurm. Die innere Einrichtung des Gotteshauses ist zwar einfach aber freundlich, und das Ansehen desselben hat namentlich durch eine im Jahre 1834 stattgefundene Hauptreparatur, wobei eine Anzahl alter, finsterer, auf Holz gemalter Bilder entfernt wurden, ungemein gewonnen. Im Innern der Kirche ist auch der sehr alte, aus Sandstein gefertigte Altar durch eine Bildhauerarbeit, das Abendmahl in erhabenen Figuren darstellend, bemerkenswerth, und der massive, aus Granit gearbeitete Taufstein, scheint von demselben Künstler gefertigt, welcher den Altar herstellte. Die Parochie Neschwitz enthält ungefähr 800 Personen, von denen die Mehrzahl Wenden sind, weshalb der Gottesdienst in deutscher und wendischer Sprache stattfinden muss. Sämmtliche evangelische Schuljugend der Parochie beträgt etwa 564 Köpfe.

Otto Moser. Redact.     







Druck von Sturm & Koppe (A. Dennhardt) in Leipzig.


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Preititz
[Ξ]
Unwürde
[Ξ]
Königswartha
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Luga

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: deutchen
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