ADB:Winkelmann, August Stephan

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Artikel „Winkelmann, August Stephan“ von Paul Zimmermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 434–435, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Winkelmann,_August_Stephan&oldid=- (Version vom 3. Juni 2020, 14:23 Uhr UTC)
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Winkelmann: August Stephan W., physiologischer Schriftsteller († 1806), wurde am 28. Januar 1780 zu Braunschweig als der Sohn des Kaufmanns Dietrich Wilhelm W. geboren; seine Mutter Marianne Luise war die Schwester des Dichters Joh. Anton Leisewitz. Er besuchte die Schule seiner Vaterstadt und seit 1797 das Collegium Carolinum daselbst. Dann bezog er die Universität Jena, wo er am 6. Mai 1799 immatriculirt wurde. Im Mai 1801 siedelte er nach Göttingen über, wo er zum Magister der Philosophie und am 1. April 1803 zum Doctor der Medicin promovirte und Privatdocent der medicinischen Facultät wurde; er las über Physiologie und Anthropologie. Nach dem Tode des Professors Roose, der in Braunschweig am Theatrum anatomico-chirurgicum und am Collegium Carolinum eine Lehrstelle versah († am 21. März 1803), meldete sich W. zu seinem Nachfolger. Unterm 18. Mai 1803 wurde er in die Zahl der Aerzte des Herzogthums aufgenommen, und unterm 27. Juli 1803 wurde er zum Professor an dem Theatrum anatomico-chirurgicum ernannt; er las hier über Physiologie, Pathologie, gerichtliche Arznei, medicinische Polizei (diese nach seinem Grundrisse der öffentlichen Gesundheitspflege) und nach des Professors Horn Abgange auch über Arzneimittel. Außerdem übernahm er von demselben Zeitpunkte an am Collegium Carolinum das Lehrfach der Anthropologie. [435] Daneben entfaltete er auch eine eifrige schriftstellerische Thätigkeit auf den verschiedenen Gebieten seines Lehramtes. Doch setzte der Tod der erfolgreichen Thätigkeit dieses hoffnungsvollen Mannes ein frühes Ziel; schon am 21. Februar 1806 raffte ein Nervenfieber ihn fort. Die Anstalten, an denen er wirkte, verloren in ihm einen tüchtigen, unermüdet fleißigen Lehrer, die Armen einen thätigen, menschenfreundlichen Arzt. W. wird uns als eine schöne, stattliche Erscheinung, als ein Mann von feinem, wohlwollendem Wesen geschildert. Nicht allein ein Vertreter der strengen Wissenschaft, war er auch dichterisch veranlagt. So fertigte er einige geistliche Lieder, von denen eines („Herr, lasse unser Schifflein heute“) in Knapp’s evangel. Liederschatze II, 639 abgedruckt ist.

Vgl. C. W. F. Uhde im Braunschweig. Mag. 1868, S. 505, wo auch Winkelmann’s Schriften aufgeführt sind, über die man auch Pütter und Saalfeld, Gesch. d. Universität Göttingen, Th. III, S. 173 vergleiche; herzogl. Landeshauptarchiv in Wolfenbüttel; freundliche Benachrichtigung aus Jena (Hr. Oberbibliothekar Müller) und Göttingen (Hr. Professor Kehr).