ADB:Willisen, Karl Georg Gustav Freiherr von

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Artikel „Willisen, Karl Freiherr von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 43 (1898), S. 291–292, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Willisen,_Karl_Georg_Gustav_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 5. Juni 2020, 16:58 Uhr UTC)
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Willisen: Karl Georg Gustav Freiherr v. W., königlich preußischer General der Cavallerie, am 19. October 1819 zu Breslau geboren und im Cadettencorps erzogen, ein Sohn des Generals Karl v. W. (s. oben), wurde am 5. August 1837 zum Portepeefähnrich, am 6. März 1838 zum Secondlieutenant im 7. Cürassierregimente ernannt, besuchte von 1844 bis 1846 die Allgemeine Kriegsschule und ward alsdann, mit Ausnahme einer sechsmonatlichen Unterbrechung im Jahre 1858/59, während deren er eine Escadron im 2. Dragonerregimente befehligte, in Adjutantur- und Generalstabsstellungen verwendet; [292] im Sommer 1864 befand er sich als Generalstabsofficier der 13. Infanteriedivision auf dem Kriegsschauplatze in den Elbherzogthümern und wohnte dem Uebergange nach Alsen bei. Am 4. Januar 1866 trat er als Oberstlieutenant an die Spitze des Neumärkischen Dragonerregimentes Nr. 3, mit welchem er an den Cavalleriekämpfen der Schlacht von Königgrätz einen hervorragenden, aber verlustreichen Antheil hatte. Den Krieg von 1870 machte Oberst v. W. bis zum Anfange des Winters bei seinem Regimente mit, welches der 3. Infanteriedivision als Divisionscavallerie beigegeben war, am 23. November aber wurde er mit dem Commando der großherzoglich badischen Cavalleriebrigade beauftragt. In dieser Stellung vielfach, zur Lösung besonderer Aufgaben, an die Spitze gemischter Truppenabtheilungen berufen, nahm er unter Werder an den Ereignissen auf dem südöstlichen Kriegsschauplatze theil, kehrte, durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Classe ausgezeichnet, heim und wurde bei dem alsbald erfolgenden Eintritte der badischen Truppen in den Verband des preußischen Heeres zum Commandeur der 28. Cavalleriebrigade in Karlsruhe ernannt, eine Stellung, welche er, seit 1871 Generalmajor, am 7. December 1875 mit der an der Spitze der 28. Division vertauschte. Seit 1876 Generallieutenant wurde er am 23. November 1882 zum Gouverneur von Berlin ernannt und ist als solcher, nachdem er am 20. September 1884 zum General der Cavallerie aufgerückt war, am 24. Juli 1886 gestorben. Während des letzten Abschnittes seiner Dienstzeit war er verschiedentlich zur Mitarbeiterschaft an Vorschriften für seine Waffe und zur Leitung größerer Uebungen derselben berufen gewesen.

Militär-Wochenblatt Nr. 63, Berlin 1886.