ADB:Vogel, Alfred

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Artikel „Vogel, Alfred“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 95, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vogel,_Alfred&oldid=- (Version vom 4. Juni 2020, 08:08 Uhr UTC)
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Vogel: Alfred V., Arzt, war am 31. März 1829 als Sohn des Chemikers Hofrath Heinrich v. V. in München geboren. Seine Studien machte er in München, Berlin und Würzburg, erlangte 1852 in seiner Vaterstadt die Doctorwürde, war von 1852–55 Assistent auf v. Pfeufer’s Klinik, habilitirte sich 1855 als Docent und wurde 1865 außerordentlicher Professor an der Münchener Universität. Ein Jahr darauf folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor der speciellen Pathologie und Leiter der med. Klinik nach Dorpat. Hier war er in dieser Eigenschaft zwei Jahrzehnte lang mit größtem Erfolge thätig und fand durch Ernennung zum kaiserl. russischen wirklichen Staatsrath auch die verdiente äußere Anerkennung. Doch legte er 1886 sein Amt in Dorpat nieder und kehrte nach seiner Vaterstadt zurück, wo er 1887 zum Honorarprofessor der med. Facultät und zum Vorstande der pädiatrischen Universitätspoliklinik im Reisingerianum ernannt wurde. In dieser Stellung entfaltete er eine rührige segensreiche Thätigkeit, bis ihn ein Jahr vor seinem am 27. September 1890 erfolgten Tode ein schweres Leiden befiel. V. hat neben seiner Wirksamkeit als Praktiker und Lehrer auch eine fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit entwickelt. Großen Ruf erlangte namentlich sein vorzügliches „Lehrbuch der Kinderkrankheiten“, das seit 1860 zehn Auflagen, die letzte 1890 erlebte und später von Biedert neu herausgegeben, auch in alle lebenden Sprachen übersetzt worden ist. Erwähnenswerth sind ferner seine Monographien: „Der Typhus im Münchener Krankenhause“ und „Lippe und Mundhöhle“ (als Theil von v. Ziemssen’s großem Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie VII; 2. Aufl. 1873). V. war Ehrenmitglied des Münchener ärztlichen Vereins und seit 1862 mit der ehemaligen kgl. bairischen Hofsängerin Josefine Hefner vermählt.

Biogr. Lex. VI, 139. – v. Kerschensteiner in Münchener med. Wochenschrift 1891, Nr. 16. – Vossische Zeitung vom 10. October 1890.