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Artikel „Theudebald“ von Felix Dahn in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 727–728, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Theudowald_(1._Artikel)&oldid=- (Version vom 19. November 2019, 21:32 Uhr UTC)
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Band 37 (1894), S. 727–728 (Quelle).
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Theudebald, merovingischer Frankenkönig[WS 1] (a. 547–555), Sohn Theudebert I. (s. S. 728) und der Deuteria, folgte diesem höchstens 15 Jahre alt. Alsbald forderte Justinian von dem Knaben unter dem Vorwurf der Treulosigkeit gegen den Vater die Herausgabe von dessen Eroberungen in Italien mit der Gewährung der lang versprochenen Waffenhülfe wider die Ostgothen (s. Theudebert I.). Th. vertheidigte den Vater gegen die freilich sehr begründete Beschuldigung der Treulosigkeit in einem uns erhaltenen Briefe (547), behielt jedoch dessen italische Erwerbungen, obwol er (angeblich) die Herausgabe versprochen hatte: vielmehr verwehrten seine Besatzungen in Venetien Narses den Durchzug und bereiteten ihm dadurch erhebliche Schwierigkeiten (a. 551), ein Versuch der Byzantiner auf Verona scheiterte. Nach Totila’s Untergang suchten Teja, nach dessen Fall die noch in Oberitalien kämpfenden Gothen Theudebald’s [728] Waffenhülfe. Aber dies Knäblein, entartet und unkriegerisch, schon siech und leibesschwach, wies sie ab aus Furcht vor Byzanz. Gegen seinen Willen geschah es diesmal wirklich, – anders als 538 unter seinem Vater – daß (552) zwei alamannische Herzöge, die Brüder Leuthari und Butilin (oder Buccilin) mit 75 000 Mann, nicht nur Alamannen, auch Franken – trotz des Verbots des dem Adel gegenüber offenbar ohnmächtigen Königs – in Italien eindrangen und die Byzantiner bekämpften. Nach dem Untergang dieser Scharen und eines dritten fränkischen Feldherrn Hamming durch Schwert (bei Capua 553) und Seuchen gingen alle Eroberungen Theudebert’s an Narses verloren. Bald darauf (555) starb der Kränkelnde; sein Reich fiel an Chlothachar I. (s. A. D. B. XIX, 224), der sich auch mit Theudebald’s Wittwe Vuldetrada, der Tochter des Langobardenkönigs Wacho, (also Schwester von Theudebald’s Stiefmutter Wisigardis) vermählte, aber auf Verlangen der Kirche diese seine nahe Verwandte wieder von sich schied und dem Baiernherzog Garibald zur Ehe gab.

Quellen und Litteratur s. bei Theudebert I., der Brief Th. steht bei Dümmler-Gundlach a. a. O. S. 131.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Über diese Person existiert in Band 54 vom selben Autor ein weiterer Artikel.