ADB:Tenner, Karl Christian

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Artikel „Tenner, Karl Christian“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 567–568, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Tenner,_Karl_Christian&oldid=- (Version vom 7. August 2020, 16:03 Uhr UTC)
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Tenner: Karl Christian T., lyrischer Dichter, wurde am 16. April 1791 zu Grünstadt in der bairischen Pfalz geboren und besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, um später Theologie zu studiren. Doch mußte er diesem Wunsche entsagen, da infolge von mancherlei durch die französischen Bedrückungen herbeigeführten Unglücksfällen die finanziellen Verhältnisse der Eltern ein Studium des Sohnes nicht mehr ermöglichten. Er suchte also seit seinem 18. Lebensjahre sich sein Brot als Schreiber zu verdienen, versäumte daneben aber nicht, seine Kenntnisse, besonders in der Philologie, zu ergänzen und zu vertiefen. Nach [568] dem Einmarsch der Verbündeten in die Pfalz trat er zu Anfang des Jahres 1814 in die Dienste der provisorischen Verwaltung auf dem linken Rheinufer, ward nach dem Frieden als Beamter in den großherzogl. hessischen Staatsdienst übernommen und 1816 als Secretär bei der Regierung in Mainz angestellt. Als ihn im Jahre 1820 Familienverhältnisse bewogen, seine Entlassung aus dem Staatsdienste nachzusuchen, lehnte die Behörde nicht nur dieses Gesuch ab, sondern berief ihn unter Bezeigung ihres Wohlwollens nach Darmstadt, wo er 1821 als Calculator bei der neu errichteten Oberfinanzkammer angestellt und 1831 als Revisor zur Steuercontrole versetzt wurde. Nach einer schweren Krankheit, welche ihn bei der außergewöhnlichen Anstrengung in seiner letzten Stellung Ende 1838 befiel, wurde er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit im April auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Er wandte seine Mußezeit nun ausschließlich der Poesie zu, und eine Menge eigener Dichtungen wie auch Bearbeitungen nordischer Lieder, wozu er die Sprachstudien selbständig machte, erschienen im Laufe der folgenden Jahre in den verschiedensten Almanachen und Anthologien; eine Sammlung derselben wurde indeß erst nach seinem Tode unter dem Titel „Gedichte“ (Darmstadt 1870) veröffentlicht. Es sind äußerst sangbare Poesien und daher auch vielfach von den bedeutendsten deutschen Musikern componirt worden. Wir besitzen außerdem von T. zwei Liederspiele: „Die Fischerhütte am Brienzersee. Ein Schweizergemälde mit einheimischen Volksmelodien und Tanz“ (1852) und „Die Mühle im Odenwald. Ein Lustspiel mit hessischen Volksmelodien und Tanz“ (1853). T. starb in Darmstadt am 30. October 1866.

J. Marbach, Hessisches Dichterbuch, 1857, S. 366. – Einleitung zu den „Gedichten“.