ADB:Stubenberg, Johann Wilhelm von

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Artikel „Stubenberg, Johann Wilhelm Herr von“ von Franz von Krones in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 705, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stubenberg,_Johann_Wilhelm_von&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 21:57 Uhr UTC)
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Band 36 (1893), S. 705 (Quelle).
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Stubenberg: Johann Wilhelm Herr v. St., geboren 1619; Todesjahr abweichend 1663 und 1688 angeführt; letzteres das wahrscheinlichere. – Er stammte aus der dritten Ehe Rudolf’s, vom jüngeren Zweige der Kapfenberger Linie, mit Justine Freiin v. Zelking. Sein Vater fand am 1. Februar 1620 bei einer Explosion den Tod. Ueber das Jugendleben unseres Stubenbergers bleiben wir ganz im ungewissen. Wahrscheinlich verlebte er sie in Böhmen. In der zweiten Hälfte des dreißigjährigen Krieges taucht er bei dem Fürsten von Oldenburg, dem berühmten Pferdezüchter, Anton Günther auf. Jedenfalls zählte er, wie sein Vater, zu den protestantisch gewordenen Stubenbergern, deren zwei, Georg auf Kapfenberg und Sigmund auf Ebenfeld, als Exulanten, der eine 1630 zu Regensburg, der andere 1631 zu Nürnberg, starben. Unser Stubenberger ehelichte 1642 Felic. Dorothea v. Eibiswald, ein Fräulein aus dem genannten steirischen Herrengeschlechte, das auch dem protestantischen Glauben vorwiegend zugethan war, in einzelnen Gliedern nach Deutschland auswanderte und 1673 im Mannesstamme erloschen ist. Als Ort und Datum der Geburt dieser Gattin des Stubenbergers erscheint Graz, 15. Juli 1622 angeführt. Der Ehe entsprossen zwei Söhne. 1648 trat Hans Wilhelm St. in die sog. „fruchtbringende Gesellschaft“ oder in den „Palmenorden“ ein und führte als ihr Mitglied den Namen der „Unglückselige“ oder „Unglückselig-Seelige (Infortunatus-Fortunatus)“. Als fleißiger Uebersetzer aus dem Italienischen und Französischen ins Deutsche veröffentlichte er eine Reihe solcher Werke seit 1656 und gab auch eine Schrift über den „Religions- und Kirchenfrieden oder den wahren Syncretismus im h. römischen Reiche“, andres Publicistische, ein Buch in lateinischer Sprache über Pferdegestüte („Norma seu regula armentorum recte ac perfecte instituendorum,“ 1662, Wien) heraus und führte mit der Freifrau Margarete Marie v. Buwingshausen einen gelehrten Briefwechsel. In den Acten der fruchtbringenden Gesellschaft erscheint er im J. 1657 vom damaligen Präsidenten, Herzog Wilhelm von Sachsen, dem „Schmackhaften“, mit der Aufnahme der österreichischen Grafen Notthaft, Sprinzenstein, Windischgräz und des Ph. Schmid v. Schwarzenborn als Mitglieder betraut. 1655 erlangte er sammt seinem Vetter Wolfgang das ungarische Indigenat, wie dies der 119. Art. des betreffenden Reichstagsdecretes bezeugt, ein Beweis für die Fortdauer seiner Beziehungen zur österreichischen Heimath.

Die bezüglichen Litteraturnachweise bei Wurzbach, Biogr. Lexikon XL., 132–134 (1880).